Table Top Pushloop

 • Publiziert vor 13 Jahren

Alte Garde heißt noch lange nicht Old School. Peter Garzke, mittlerweile auch 40 Lenze alt und damit ohne Frage einer aus der alten Garde, schafft es immer wieder, die radikalsten Moves der Gummi-Kids mit viel Style zu zelebrieren – und das, ohne sich ständig die Knochen zu brechen. Selbst den Table Top Pushloop, oder Tweaked Pushloop, wie er auch genannt wird, hat er drauf, ohne Angst vor Verletzungen. Respekt!

Peter Garzke

Er ist 40 Jahre alt und springt die neuesten Moves in der Welle, als hätte er Gummi in den Beinen. “Ich fühle mich wie vor 15 Jahren”, prahlt der Klever clever. Neben Surfen hält er sich mit Joggen, Badminton und Volleyball fit. Über die Jahre hat Peter Garzke nur kleinere Verletzungen zu verbuchen, unter anderem im Sprunggelenk oder in den Bändern. Dabei graut es ihm weniger vor den Verletzungen selbst, die man sich bei neuen, verdrehten Moves wie dem Table Top Pushloop einfangen kann. Sondern als echte Wasserratte vor der Auszeit danach. Von Natur aus ein eher vorsichtiger Typ, geht er seinen sportlichen Grenzen mit Gefühl und Verstand entgegen. “Nicht jeder Tag eignet sich für den Versuch eines neuen Moves”, verrät Garzke. “An böigen Tagen meide ich Exkursionen in neue Bereiche. Da reicht das Standardprogramm. Die Angst entsteht immer über mangelnde Kontrolle. Es bringt Sicherheit, wenn man die verschiedenen Phasen eines Sprungs verinnerlicht.” Und so macht’s Peter: Er schaut sich den Move hundert Mal an, dann studiert er als Sportwissenschaftler die Biomechanik und schließlich lässt er ihn in seinem Hirnkino abspulen – wie ein Kind vor dem Fernsehen schaut er sich die Bewegung immer und immer wieder an. Der Table Top Pushloop (oder auch Tweaked Pushloop genannt) gehört eigentlich zu der Familie Goiter und Ponch. Wie er funktioniert, erklärt Peter Garzke detailliert rechts im Kasten.

Table Top Pushloop – So geht's:

Wie beim Pushloop benötigt man viel Dampf und gehörig Zug auf der hinteren Hand vor dem Abspringen. Nach dem Abdruck steigt man rasant nach oben. Kurz bevor die Dynamik nach oben nachlässt (Bild 1), rotiert man in den Loop. Wichtig ist hier der Blick nach hinten und unten (Bilder 2 und 3), aber erst wenn die Rotation losgeht (die Rotation entsteht durch den Zug am Achterliek und dann erst durch den Kopf). Um in die vertweakte Lage zu kommen, lässt man das Brett bewusst in seiner Position (Bilder 3 bis 5). Es schwebt unten, während man sich wie beim Goiter über das Rigg schwingt. Damit man nicht hängen bleibt, rät Garzke: “Ziehe das Segel bewusst am Körper vorbei nach vorne (Mast an der vorderen Schulter vorbei (Bilder 5 bis 8). Der Knoten löst sich auf und man befindet sich in der Landephase, die eher der Endphase eines Shove-its als eines Pushloops ähnelt (Bilder 8 bis 10).

Text: Steve Chismar, Fotos/EBV: Garzke/Franova

Themen: Download

  • 0,00 €
    Table Top Pushloop

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Gaastra Swift 8,3

    20.06.2010Das Swift ist ein klassisches Camber-Freeridesegel: Sehr fahrstabil, gleitstark und mit breiter Windrange gesegnet. Die schmale Masttasche verhindert leider, dass man beim Aufbau ...

  • Brasilien: Fortaleza

    23.01.2007Was machen windsurfende Ärzte im Norden Brasiliens, wenn sie mal keine Schnittwunden zu versorgen haben? Sie schlitzen Wellen. Immer entlang der Straße der untergehenden Sonne.

  • JP-Australia Real World Wave 74 Pro

    16.01.2009Der JP Real World Wave ist in allen Wellenbedingungen zu Hause und hat vor allem in großen Wellen überdurchschnittlich viel Potenzial für schnelle Turns über den vorderen Fuß. Wer ...

  • Waveboards 85 2003

    04.04.2005Sie sind die Günstlinge der Surfer-über-85-Kilo-Lobby und mit reichlich Gleitreserven die Top-Kandidaten für europäische Wave-Reviere. In Koalition mit Segeln zwischen 4,2 und 5,5 ...

  • Severne S-1 5,3

    22.10.2010Die Grenzen von Sideshore-Wavesegel bis zum Freestylesegel verlaufen beim S-1 nach Größe fließend. Das neue 2011er-Modell setzt einen neuen Maßstab, glänzt nicht nur mit ...

  • Freeridesegel 2003

    01.04.2005Freeride lebt, und wer den Begriff wörtlich nimmt, wird erst seine ganze Faszination erkennen: Der freie Ritt, das ist mehr als das sture Hin- und Herheizen im ...

  • Gaastra Poison 5,4

    20.04.2010Ein Waveklassiker, der sich in sämtlichen Eigenschaften gemäßigt zeigt, so dass man keine besondere Empfehlung geben muss. Das Poison funktioniert einfach gut und das bei allen ...

  • Exocet Sting 124 DT

    15.05.2011surf-Empfehlung: Der Sting überzeugt mit guter Kontrollierbarkeit und runden Manövereigenschaften. Ein gutes Aufsteigerboard in diese Volumensklasse.

  • Gun Sails Steel 4,7

    20.03.2012Fazit: Wie schon im letzten Jahr entpuppt sich das Steel als kraftvoller Allrounder, der vor allem schwereren Fahrern gefallen dürfte.