Table Top Pushloop

 • Publiziert vor 12 Jahren

Alte Garde heißt noch lange nicht Old School. Peter Garzke, mittlerweile auch 40 Lenze alt und damit ohne Frage einer aus der alten Garde, schafft es immer wieder, die radikalsten Moves der Gummi-Kids mit viel Style zu zelebrieren – und das, ohne sich ständig die Knochen zu brechen. Selbst den Table Top Pushloop, oder Tweaked Pushloop, wie er auch genannt wird, hat er drauf, ohne Angst vor Verletzungen. Respekt!

Peter Garzke

Er ist 40 Jahre alt und springt die neuesten Moves in der Welle, als hätte er Gummi in den Beinen. “Ich fühle mich wie vor 15 Jahren”, prahlt der Klever clever. Neben Surfen hält er sich mit Joggen, Badminton und Volleyball fit. Über die Jahre hat Peter Garzke nur kleinere Verletzungen zu verbuchen, unter anderem im Sprunggelenk oder in den Bändern. Dabei graut es ihm weniger vor den Verletzungen selbst, die man sich bei neuen, verdrehten Moves wie dem Table Top Pushloop einfangen kann. Sondern als echte Wasserratte vor der Auszeit danach. Von Natur aus ein eher vorsichtiger Typ, geht er seinen sportlichen Grenzen mit Gefühl und Verstand entgegen. “Nicht jeder Tag eignet sich für den Versuch eines neuen Moves”, verrät Garzke. “An böigen Tagen meide ich Exkursionen in neue Bereiche. Da reicht das Standardprogramm. Die Angst entsteht immer über mangelnde Kontrolle. Es bringt Sicherheit, wenn man die verschiedenen Phasen eines Sprungs verinnerlicht.” Und so macht’s Peter: Er schaut sich den Move hundert Mal an, dann studiert er als Sportwissenschaftler die Biomechanik und schließlich lässt er ihn in seinem Hirnkino abspulen – wie ein Kind vor dem Fernsehen schaut er sich die Bewegung immer und immer wieder an. Der Table Top Pushloop (oder auch Tweaked Pushloop genannt) gehört eigentlich zu der Familie Goiter und Ponch. Wie er funktioniert, erklärt Peter Garzke detailliert rechts im Kasten.

Table Top Pushloop – So geht's:

Wie beim Pushloop benötigt man viel Dampf und gehörig Zug auf der hinteren Hand vor dem Abspringen. Nach dem Abdruck steigt man rasant nach oben. Kurz bevor die Dynamik nach oben nachlässt (Bild 1), rotiert man in den Loop. Wichtig ist hier der Blick nach hinten und unten (Bilder 2 und 3), aber erst wenn die Rotation losgeht (die Rotation entsteht durch den Zug am Achterliek und dann erst durch den Kopf). Um in die vertweakte Lage zu kommen, lässt man das Brett bewusst in seiner Position (Bilder 3 bis 5). Es schwebt unten, während man sich wie beim Goiter über das Rigg schwingt. Damit man nicht hängen bleibt, rät Garzke: “Ziehe das Segel bewusst am Körper vorbei nach vorne (Mast an der vorderen Schulter vorbei (Bilder 5 bis 8). Der Knoten löst sich auf und man befindet sich in der Landephase, die eher der Endphase eines Shove-its als eines Pushloops ähnelt (Bilder 8 bis 10).

Text: Steve Chismar, Fotos/EBV: Garzke/Franova

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