The Plum

 • Publiziert vor 12 Jahren

Er schmeckt süß wie eine Pflaume, aber nur wer ihn steht. Erfinder Phil Horrocks aus England ist wahrlich keine Pflaume. Er ist einer der wenigen, der diese Kreation gestanden hat. Selbst Gummiakrobaten wie Boujmaa Guilloul oder Ricardo Campello haben sich an dem Move die Zähne ausgebissen. Für den Backloop mit eingebauter Duck Tack zollen wir dem Briten deshalb allen Respekt!

Phil Horrocks

Es geschah an einem warmen Sommerabend in den Tropen Brasiliens. Der Bauch war voll, die Caipis standen auf dem Tisch und Klaas Voget, Victor Fernandez und Phil Horrocks unterhielten sich belustigt über Belangloses. Süße Früchte zum Beispiel. Lieblingsfrüchte. “A nice, sweet and juicy plum”, eine schöne, süße und saftige Pflaume, “ist meine Lieblingsfrucht”, schwärmt der Brite Horrocks. Und das im Land der Mangos und Papayas.

Später verfallen die drei wieder in ihr Windsurfklischee und reden über neue Moves. Wieder ist es Horrocks mit seinen fruchtigen Ideen: “Ich habe einen neuen Move, einen Backloop into Duck Tack, einen Reverse Air Chachoo also.”

Wie mit seiner Pflaume erntet er nur Gelächter. “Nenn’ den Move doch einfach Plum”, meint Klaas Voget ironisch.

Am nächsten Tag will Phil es wissen und taucht bei seinem ersten Backloop-Versuch unter sein Segel. Der Crash ist haarsträubend. Victor surft lachend am Bruchpiloten vorbei.

Dann der zweite Versuch, und prompt steht er den Sprung fast. Plum ist ein Biss in den sauren Apfel.

Klaas erinnert sich: “Als wir sahen, dass der Move möglich war, versuchten wir alle The Plum.” Süß war der Move nicht. Eher bitter. Boujmaa, Campello, Fernandez, Voget, alle übten. “Alle haben sich wie die Bescheuerten aufs Maul gelegt”, sagt Klaas. Am Ende war es Phil, der eine Sequenz bekam.

Im Worldcup hat The Plum noch nicht gefruchtet. “Noch zu schwer”, meint Voget, “zu riskant, ein Expression-Session-Move.” In der surf-Redaktion sind wir uns aber sicher: Auch diese fruchtige Nuss wird bald geknackt.

The Plum: Es ist noch ein großes Geheimnis, wie man genau und mit welcher Technik unter das Segel taucht, ohne es flatternd in der Hand zu haben und wie ein Pleitegeier abzustürzen. Jeder neue Move ist für Worldcupper ein Garant für viele Punkte im Contest, und solange ihn die anderen Profis nicht perfekt beherrschen, solange werden die persönlichen Erfahrungen verschleiert. Für den Backloop gibt es aber keine Geheimnisse.

Phil sucht sich ein steile Rampe, springt ab und sticht senkrecht in die Luft (Bilder 1 und 2). Am Scheitelpunkt schiebt er das Board gefühlvoll über den Körper nach Luv und guckt über die vordere Schulter, um die Rückwärtsrotation einzuleiten (Bild 3). Unter dem Segel greift er mit der Segelhand sofort wie bei einer Duck Tack über Kreuz zum Schothorn (Bild 4) und zieht das Segel während der Landungsphase am Körper vorbei nach Luv (Bilder 5 bis 14).

Den gesamten Artikel zum Move gibt's unten als PDF-Download.

Text: Steve Chismar

Bilder 1 - 4 (von rechts)

Bilder 5 - 14 (von rechts)

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