Redaktion

Material tragen leicht gemacht

22.05.2010

Die Schmerzgrenze liegt sicher bei jedem woanders. Aber egal ob nur 50 oder mehr als 500 Meter Schlepperei – mit einem gut geschnürten Bündel trägt sich eine komplette Waveausrüstung leichter als ein Stand-up-Board plus Paddel. Das haben wir ausprobiert.

Segel und Mast werden dafür wie auf dem Foto durch den Trapeztampen gefädelt und mit dem Schothorntampen stramm an der Gabel festgebunden. Statt zu verknoten geht man einfach mit dem Ende durch die Klemme. Die Verlängerung hat unser Caddy auf dem Foto noch am Segel festgezurrt, kann man alternativ aber auch in den Mast oder in eine Fußschlaufe stecken. Der Mastfuß wird auf dem Board montiert. Gut ist, wenn der Schwerpunkt des Bündels knapp hinter den Trapeztampen liegt, denn dann kann man zumindest bei Hüfttrapezen das gesamte Päckchen lässig über den Rand hängen, muss es mit der Hand nur sichern, damit es nicht seitlich runtergleitet. Die andere Hand bleibt frei fürs Board.

Tragetipps – Der Wind arbeitet für dich

Unglaublich – da hat dieser Typ bis gerade noch masthohe Wellen am Kap gerippt, dass es eine Freude war zuzuschauen. Und jetzt dreht er auf dem schmalen Pfad bergauf zum Auto mit seinem Board unterm Arm den dritten 360er wie in einer schlechten Zuschauervideo-Schadenfreude-Serie und kämpft sich mühsam gegen gut sieben Windstärken an. Bug voraus gegen den Wind braucht er für den Weg fast doppelt so lange wie nötig.

Dabei geht’s viel einfacher und zumindest fürs Segeltragen sollte es jeder im Surfkurs gelernt haben. Du musst nur immer, egal ob auf dem Kopf oder unter dem Arm getragen, das Board mit der Finne gegen den Wind halten. Läuft es dann mal kurz aus dem Ruder, wird es vom Wind wie die Fahne von einem Autopiloten auf einem Segelboot wieder auf die Mittelachse zurückgestellt – automatisch und ohne gegen den Wind anzukämpfen, denn dabei verlierst du immer. So trägt man das Board je nach Windrichtung mal mit dem Heck, mal mit dem Bug nach vorne.

Das gleiche gilt für das Segel: Weil man es auf Gabelhöhe trägt, will der Wind es immer mit dem Topp vom Wind wegdrehen. Störrische Versuche, das Segel mit dem Masttopp gegen den Wind zu tragen, sollten daher mit einer guten Haftpflicht-Police abgesichert sein. Wirklich sicher trägt man es mit dem Mastfuß in Windrichtung.

Fotos: Stephan Gölnitz, Christian Kuhlmann

Klick and go

Wer sich die Mühe mit Tampen und Knoten sparen möchte, sollte sich mal das Video auf der Almen-Seite ansehen. Die Jungs bauen aus herkömmlichen Baumarktteilen eine funktionelle Tragekralle, in die Mast, Gabel und Verlängerung einfach eingeklickt werden, für das Segel gibt es zwei lange Klettverschlüsse. Ein Gurtband dient als Tragegriff, man kann sich das Paket umgedreht aber ebenfalls übers Trapez hängen. Info-Video unter: youtube.com/watch?v=hqATHki9bSo Erhältlich unter anderem bei www.windstaerke7.de

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