Dany Bruch: Semi-Custom-Schmiede für Diamond Boards

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Jahren

Dany Bruch feilt daran, auf Teneriffa seine eigene Semi-Custom-Schmiede zu eröffnen: Diamond Boards. Doch sein Plan geht noch einen Schritt weiter.

Dany Bruch shapt Diamond Board auf Teneriffa

Dany, nach langen Jahren bei Starboard hast du dort aufgehört und startest dein eigenes Projekt. Warum? Die Idee, etwas Eigenes zu machen, hatte ich schon seit drei Jahren. Wir bauen gerade eine alte Hühnerfarm unweit von El Medano um und wollen dort eine eigene Produktion starten.

"Produktion" heißt in diesem Fall eine eigene Marke zu gründen? Oder willst du auch für andere Marken die Bretter fertigen? Meine Marke Diamond Boards ist der erste Schritt. Diese sollen als Semi-Customs gefertigt werden.

Was heißt das genau? Der Kunde wird wählen können zwischen einigen Serienmodellen für Wave, Freeride, Freestyle und Slalom, kann aber auf Wunsch auch eigene Wünsche mit einfließen lassen – etwa wenn er einen abweichenden Schlaufenabstand möchte oder Adaptionen am Shape. Und natürlich kann man einen Shape auch in extrem leichter Bauweise oder als unzerstörbare Heavy-Duty-Version bekommen.

Stammen die Shapes alle von dir? Ja, ich konnte diesbezüglich ja bei Starboard jahrelange Erfahrung sammeln und war dort verantwortlich für Boards wie den UltraKode und andere. Allerdings werde ich natürlich nicht jedes Board von Hand shapen können, deswegen bauen wir gerade eine CNC-Fräse, um schneller und genauer produzieren zu können. Die Boards sollen sehr einfach zu fahren und nicht zu speziell sein. Wir orientieren uns am Hobbysurfer, nicht an Cracks mit extremen Anforderungen bezüglich der Fahreigenschaften. Auch bei der Ausstattung wie den Schlaufen oder Pads wollen wir etwas abseits der ausgetretenen Pfade wandeln.

Wer ist "wir"? Hast du Partner? Ich habe einen Partner im Boot, der als Ingenieur die ganzen Maschinen für die Produktion baut. Wir bauen diese Fabrik auch auf, um dort für andere Marken zu produzieren. Alles was maschinell möglich ist, etwa das Schneiden der Styroporkerne, bis hin zum Fräsen der Kerne, soll maschinell gemacht werden. 

Klein-Cobra auf Teneriffa? Wie kann eine europäische Produktion mit Niedriglohnländern wie Thailand konkurrieren? Wir wollen den Firmen anbieten, die Entwicklung komplett auf Teneriffa zu machen. Die Fabrik ist nur 15 Minuten vom Wasser entfernt, man könnte die Shape-Dateien hierhin senden, wir würden die Boards für die Marken bauen und am gleichen Tag kann das Brett getestet werden. Das ist sehr effizient. Bisher müssen alle nach Thailand zu Cobra fliegen, dort die Prototypen bauen und diese dann zum Testen nach Teneriffa, Maui oder Australien schaffen. Will man Änderungen machen, muss man wieder nach Thailand und alles beginnt von vorne. Das ist extrem zeit- und kostenaufwändig und am Ende zahlt der Kunde dies alles mit. Vom ersten Prototypen bis zum Serienboard vergeht so oft über ein Jahr. Wenn alles zentralisiert wäre, könnte man es in einem Monat schaffen.

Dany Bruch testet sein Diamond Board selbst...

Ein Wechsel des Produzenten birgt für Hersteller auch immer ein Risiko... Klar, man muss erst mal eine Reputation aufbauen. Wir fangen Stück für Stück mit kleinen Marken an. Ich würde gerne jetzt schon voll loslegen. Aber wir sind vorsichtig. 2018 ist erst mal die eigene Linie geplant und erst mal die Maschinen zu bauen.

Hast du das Gefühl, dass Custom-Boards wieder ein Revival erleben? Auf jeden Fall! Die Preise von Serienboards und Customs sind nicht mehr so weit voneinander entfernt wie früher.

In welchem Preissegment sollen Diamond Boards angesiedelt sein? Wir werden versuchen auch mit den besten Bauweisen unter 2000 Euro zu landen. Das ist das Ziel.

Wann kann man die Boards bekommen? Bis zum Sommer wird es sicher noch dauern bis alles läuft. Unser Anspruch ist, dass der Kunde nicht länger als vier Wochen auf ein Custom-Board warten muss.

Weitere Infos unter www.diamond-boards.com

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Themen: Dany BruchDiamond BoardsSemi-Custom-Board


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