Foils: Boards von JP, Foils von Neilpryde

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 4 Jahren

JP bringt zwei Boards, NeilPryde zwei Foils. Foilsurfen wird vermutlich der Trend 2017. Wir haben die Designer Werner Gnigler und Robert Stroj nach den Einsatzbereichen und den Unterschieden gefragt.

JP-Australia Hydrofoil

Kommt das künftige "Volks-Foil" für 799 Euro ausgerechnet vom nicht gerade als Discounter bekannten NeilPryde-Label? Das Zeug dazu bringt der pinkfarbene Aluminium-Flügel auf alle Fälle mit. Die Kombination aus dem Aluminium-"Mast" und Flügeln aus G-10-Kunststoff ermöglicht den aggressiven Preis. Selbst der Prototyp mit einem Mast aus weicherem G-10 (und etwas anderer Flügelgeometrie), den wir bereits im Sommer 2016 testen konnten, funktionierte problemlos. Dabei soll der neue, preiswerte Flügel von der Leistung nahe am Carbonfoil "F4" liegen, wie Designer Robert Stroj verspricht. Das deutlich teurere Edelcarbon wurde für NeilPryde in San Francisco entwickelt. Der Mast ist länger "wegen des dort häufig vorkommenden sehr hohen Chops, über den man mit einem längeren Foil nochmals schneller surfen kann", erläutert Robert. Das hochwertige Carbon ermöglicht ganz nebenbei ein dünneres Profil mit weniger Widerstand. Ein langer Mast (95 Zentimeter) und Flügel mit großer Streckung (80 Zentimeter) wie beim Carbonfoil, bieten so ein Quäntchen mehr Leistung. Einfacher zu beherrschen ist die Alukonstruktion mit G-10-Flügel mit nur 72 Zentimeter Spannweite und 85 Zentimeter Mastlänge, versichert der Designer:

"Bei einem Flügel mit großer Spannweite ändern sich bei leichten Kursabweichungen die Strömungsgeschwindigkeiten an den Fügelspitzen stärker als bei kompakteren Flügeln, die Kontrolle wird dadurch anspruchsvoller", erklärt Robert die physikalischen Hintergründe.

Preisknaller Alu-G-10-Foil für 799 Euro. Das Carbon-Foil kostet mit zwei unterschiedlich großen Front Wings 2399 Euro. Infos: www.neilpryde.de

Einen weiteren Vorteil bietet das Flügelmaterial G-10 – es ist bei Grundberührung deutlich robuster. Beide Systeme bieten eine Trimmmöglichkeit des hinteren Flügels. In der Carbon-Liga mit integrierter Einstellschraube, beim G-10-Flügel wird eine separate Distanzscheibe für eine der beiden Schrauben des Heckflügels verwendet. Mit mehr oder weniger Anstellwinkel werden dabei Auftrieb und Trimm in erster Linie ans Fahrergewicht angepasst. Aber auch die Stabilität der Flughöhe lässt sich damit beeinflussen.

"Am besten probiert man das auf leichtem Raumwindkurs. Das ist der schwierigste Kurs. Wenn hier die Stabilität optimal ist, passt das auf den anderen Kursen auch", ist Roberts Tipp für Foil-Einsteiger.

Zwei passende Boards gibt‘s von JP-Australia. Mit der neuen Box, "einer Deep Tuttle-Box, die in einem stark verbreiterten Hartschaumblock deutlich mehr Verbindung zum Laminat hat", erläutert JP-Shaper Werner Gnigler. Beide Boards haben eine ausgewogenere Volumenverteilung als Slalomboards – zum Beispiel für stabileres Fliegen in der Luft. Sie sind kürzer als Slalomboards und sehr geradlinig und breit. Dazu ist der Kantenshape im Bug für abruptes Eintauchen optimiert und im Bereich der Schlaufen an die etwas aufrechtere Fahrposition angepasst. Das größere Board empfiehlt Werner "für Leichtwind, für schwere Fahrer und wenn man auch viel kreuzen will". Durch die Breite hat man mehr Hebel und "tut sich auf der Kreuz leichter". Das kleinere Board mit 135 Litern ist der Allrounder. "Der ist leichter zu fahren bei mehr Wind."

Technische Daten:

JP-Australia Hydrofoil 135 PRO/FWS Länge: 215 cm Breite: 86 cm Gewicht: 7,6/8,6 kg Preise: 2399/1999 Euro

JP-Australia Hydrofoil 155 PRO Längen: 220 cm Breiten: 90 cm Gewicht: 8,6 kg Preis: 2599 Euro Infos: www.jp-australia.com

JP-Australia Hydrofoil

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 4/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

Themen: Alu-G-10-FoilFoilsurfenHydrofoilJP-AUSTRALIANeilPryde


Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Freestylesegel 2006

    03.04.2006Wie definiert man ein Freestylesegel? Eine Frage, die wohl jeder Segelmacheranders beantworten würde. Das zeigt sich auch in ihren Kreationen, die im diesjährigen surf-Test an den ...

  • Test 2018: Freestyle-Waveboards 85

    10.08.2018Hinter aggressiver Optik und teils irreführender Namensgebung verstecken sich in dieser Gruppe Boards mit exzellenter Flachwassereignung. Und im Flachwasser werden viele dieser ...

  • JP-Australia Funride 130 ES

    20.05.2010Der günstigste JP gefällt als sehr einfach zu fahrendes Brett, das auch im 3-Schlaufen-Setup gut funktioniert. Als erstes Gleitbrett sehr gut geeignet. Da es nur in der ...

  • Test 2020: NeilPryde XR Race Carbongabel

    18.02.2020Rollen, Tampen, Klemmen – Trimmsysteme, so sinnvoll diese für Cambersegel auch sein können, nerven manchmal einfach nur. Bei der XC Race Carbongabel von NeilPryde wurde das ...

  • Test 2017 – Freestyle-Waveboards: JP-Australia Freestyle Wave 93 Pro

    01.06.2017Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des JP-Australia Freestyle Wave 93 Pro...

  • JP-Australia Pro Wave II 73 Pro

    16.01.2009Mit sehr guter Kontrolle und sicherem Kantengriff repräsentiert der JP-Australia Pro Wave II die Radical Waveboards wie kaum ein zweiter Vertreter. Dabei bleibt die ...

  • Freeridesegel 6,5 2006

    04.07.2006Mit fünf günstigen Freeridesegeln hatte das Testteam so viel Spaß wie mit deutlich teureren Tüchern. Unter der Lupe zeigen sich einige der Preisbrecher allerdings so nackt wie der ...

  • JP-Australia Young Gun

    25.08.2012Kids sollen beim Windsurfen von der ersten Minute an Spaß haben. Dafür brauchen sie das entsprechende Board. Das fängt schon bei der kleineren Schrittweite für die ...

  • Freeridesegel 7,5 mit Camber 2007

    06.02.2008Über sieben Quadratmeter sind Freeridesegel mit zwei Cambern besonders beliebt. Der gute Grund: Sie funktionieren bei böigem Leichtwind ohne umzutrimmen in einer breiten Windrange ...