Redaktion

Foils: Boards von JP, Foils von Neilpryde

  • Stephan Gölnitz
31.05.2017

JP bringt zwei Boards, NeilPryde zwei Foils. Foilsurfen wird vermutlich der Trend 2017. Wir haben die Designer Werner Gnigler und Robert Stroj nach den Einsatzbereichen und den Unterschieden gefragt.

JP-Australia Hydrofoil

Kommt das künftige "Volks-Foil" für 799 Euro ausgerechnet vom nicht gerade als Discounter bekannten NeilPryde-Label? Das Zeug dazu bringt der pinkfarbene Aluminium-Flügel auf alle Fälle mit. Die Kombination aus dem Aluminium-"Mast" und Flügeln aus G-10-Kunststoff ermöglicht den aggressiven Preis. Selbst der Prototyp mit einem Mast aus weicherem G-10 (und etwas anderer Flügelgeometrie), den wir bereits im Sommer 2016 testen konnten, funktionierte problemlos. Dabei soll der neue, preiswerte Flügel von der Leistung nahe am Carbonfoil "F4" liegen, wie Designer Robert Stroj verspricht. Das deutlich teurere Edelcarbon wurde für NeilPryde in San Francisco entwickelt. Der Mast ist länger "wegen des dort häufig vorkommenden sehr hohen Chops, über den man mit einem längeren Foil nochmals schneller surfen kann", erläutert Robert. Das hochwertige Carbon ermöglicht ganz nebenbei ein dünneres Profil mit weniger Widerstand. Ein langer Mast (95 Zentimeter) und Flügel mit großer Streckung (80 Zentimeter) wie beim Carbonfoil, bieten so ein Quäntchen mehr Leistung. Einfacher zu beherrschen ist die Alukonstruktion mit G-10-Flügel mit nur 72 Zentimeter Spannweite und 85 Zentimeter Mastlänge, versichert der Designer:

"Bei einem Flügel mit großer Spannweite ändern sich bei leichten Kursabweichungen die Strömungsgeschwindigkeiten an den Fügelspitzen stärker als bei kompakteren Flügeln, die Kontrolle wird dadurch anspruchsvoller", erklärt Robert die physikalischen Hintergründe.

Preisknaller Alu-G-10-Foil für 799 Euro. Das Carbon-Foil kostet mit zwei unterschiedlich großen Front Wings 2399 Euro. Infos: www.neilpryde.de

Einen weiteren Vorteil bietet das Flügelmaterial G-10 – es ist bei Grundberührung deutlich robuster. Beide Systeme bieten eine Trimmmöglichkeit des hinteren Flügels. In der Carbon-Liga mit integrierter Einstellschraube, beim G-10-Flügel wird eine separate Distanzscheibe für eine der beiden Schrauben des Heckflügels verwendet. Mit mehr oder weniger Anstellwinkel werden dabei Auftrieb und Trimm in erster Linie ans Fahrergewicht angepasst. Aber auch die Stabilität der Flughöhe lässt sich damit beeinflussen.

"Am besten probiert man das auf leichtem Raumwindkurs. Das ist der schwierigste Kurs. Wenn hier die Stabilität optimal ist, passt das auf den anderen Kursen auch", ist Roberts Tipp für Foil-Einsteiger.

Zwei passende Boards gibt‘s von JP-Australia. Mit der neuen Box, "einer Deep Tuttle-Box, die in einem stark verbreiterten Hartschaumblock deutlich mehr Verbindung zum Laminat hat", erläutert JP-Shaper Werner Gnigler. Beide Boards haben eine ausgewogenere Volumenverteilung als Slalomboards – zum Beispiel für stabileres Fliegen in der Luft. Sie sind kürzer als Slalomboards und sehr geradlinig und breit. Dazu ist der Kantenshape im Bug für abruptes Eintauchen optimiert und im Bereich der Schlaufen an die etwas aufrechtere Fahrposition angepasst. Das größere Board empfiehlt Werner "für Leichtwind, für schwere Fahrer und wenn man auch viel kreuzen will". Durch die Breite hat man mehr Hebel und "tut sich auf der Kreuz leichter". Das kleinere Board mit 135 Litern ist der Allrounder. "Der ist leichter zu fahren bei mehr Wind."

Technische Daten:

JP-Australia Hydrofoil 135 PRO/FWS Länge: 215 cm Breite: 86 cm Gewicht: 7,6/8,6 kg Preise: 2399/1999 Euro

JP-Australia Hydrofoil 155 PRO Längen: 220 cm Breiten: 90 cm Gewicht: 8,6 kg Preis: 2599 Euro Infos: www.jp-australia.com

JP-Australia Hydrofoil

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