Gaastra "Convertible Batten - Zwei Segel in einem"

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 6 Jahren

GA-Sails-Designer Peter Munzlinger will mit einem austauschbaren Latten-Set-up den Einsatzbereich seiner Segel vergrößern. Was es mit dem Convertible Batten System auf sich hat, erklärt er im surf-Interview.

Wavesegel Gaastra Manic in Action

Peter, was hat es mit euerem neuen Convertible Batten System auf sich? Das System kommt beim neuen Manic und dem IQ zum Einsatz. Beide Segel werden ab der kommenden Saison mit unterschiedlich langen Latten ausgeliefert. In der Standardversion gehen die Latten wie gewohnt bis zum Mast durch. Die Latte über der Gabel kann man herausnehmen und stattdessen eine kürzere einsetzen, die vor dem Mast endet.

Was ist die Idee dahinter? Die Idee ist, zwei Segel in einem zu liefern! Mit der kürzeren Latte kann sich das Segel in aufgefiertem Zustand, zum Beispiel beim Wellenabreiten, perfekt flachziehen und so noch neutraler und spielerischer wirken. Man hat dann das Gefühl, als wäre das Segel auf der Welle gar nicht da. Pures Surf-Feeling!

Wie wirkt sich das auf den Einsatzbereich aus? Bei europäischen Bedingungen mit schräg auflandigem Wind, Strömung oder für eine maximale Windrange machen durchgehende Latten mehr Sinn. Doch an Spots mit moderatem Wind und Down-the-Line-Bedingungen kann man auf diese Weise das Handling noch mal spürbar verbessern.

Die Idee als solche ist ja nun nicht neu, sowas gab es in der Vergangenheit schon mal... Ja, das stimmt. Aber es hat sich extrem viel getan und die Segel von früher sind mit den heutigen Schnitten überhaupt nicht vergleichbar. Die aktuellen Schnitte laden sich dichtgeholt sehr viel mehr auf und entwickeln viel Vortrieb. Bei auflandigen Bedingungen und Strömungen ist das super, wenn es aber erlesene Sideoffshore-Bedingungen hat, stört das nur. Dann ist das System eine Möglichkeit, die Power aus dem Segel zu bekommen und die Neutralität zu verbessern.

Bei den 2016er- Modellen Manic und IQ können eine lange Latte gegen eine mitgelieferte kürzere ausgetauscht werden.

Wie löst ihr das technisch?Man kann ja nicht einfach eine kürzere Latte in dieselbe Lattentasche stecken. Wie gesagt, die Segel kommen mit unterschiedlich langer Latte über dem Gabelbaum. Die Lattentasche ist quasi unterteilt durch eine dünne Lage Monofilm. Eine geht bis zum Mast durch, die andere endet vorher. Die Lattentasche hat eine kleine Öffnung, durch die man die kürzere Latte leicht in die passende Lattentasche schieben kann. Das ganze kann man definitiv einfacher bedienen als erklären.

Es gibt noch andere Modelle, bei denen man ein möglichst neutrales Segel möchte, zum Beispiel Freestyle. Würde das dort nicht auch Sinn machen? Ich bin mir nicht sicher, ob ein Freestylesegel wirklich davon profitieren würde, schließlich hat man da keinen Schub von der Welle und erwartet eine maximale Windrange ohne Eigenleben. Ob das damit umsetzbar ist, müssen wir ausprobieren, ausschließen würde ich es aber aber auf keinen Fall.

Gaastra Segeldesigner Peter Munzlinger

Gibt es bestimmte Nachteile des Konzepts? Die sind minimal – man muss natürlich die Latte tauschen, je nach Bedingungen. Zusätzliches Gewicht gibt es im Prinzip überhaupt keines, wenn man mal von den paar Gramm aufgrund der doppelten Lattentasche absieht. Mit  der kürzeren Latte ziehen sich verständlicherweise ein paar Falten ins Segel entlang des Vorlieks, sobald man dichtholt gibt‘s dann genau dort ein tiefes Profil. Das sorgt für perfektes On/Off-Verhalten.

Infos:  www.gaastra.com

Themen: Convertible BattenGaastraSegelSegel


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