"Boards, die aus der Masse herausstechen"

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 5 Monaten

Der Segelhersteller GunSails verkündet seine Partnerschaft mit dem australischen Label Sunova – Premium-Hersteller von Surfboards, SUPs und auch Windsurfboards. Thilo von Osterhausen, Chef der Produktentwicklung bei GunSails, hat uns ein paar Fragen dazu beantwortet.

Der australische Hersteller Sunova besitzt eine eigene Fabrik in Thailand und ist vor allem im Wellenreiten voll etabliert – unter anderem fahren internationale Top-Stars wie Big-Wave- Surfer Sebastian Steudtner die Holzboards aus Down Under. GunSails hat jetzt den Vertrieb der Marke für große Teile Europas übernommen und will auch die Windsurfprodukte der Marke ins Bewusstsein der Kunden bringen. Wir haben bei GunSails nachgefragt, wie die Kooperation zustande kam.

Thilo von Osterhausen ist der Sohn des GunSails-Gründers Eberhard von Osterhausen und Chef der Produktentwicklung bei GunSails.

Sunova ist im Windsurfbereich bislang eher unbekannt. Wie kam die Zusammenarbeit zustande?

Da sich unsere Entwicklungsabteilung sowie unsere hauseigene Wellenreitmarke KANOA sehr viel mit Verbund- und Leichtbaukonstruktionen beschäftigt, ist uns Sunova mit ihrem Know-how schon lange ein Begriff. Tatsächlich waren wir bereits vor vier Jahren in Kontakt,­ um über eine Kooperation zu reden. Als wir uns dieses Jahr auf der boot Düsseldorf endlich persönlich kennengelernt haben, war relativ schnell klar, dass nun die Zeit unserer Zusammenarbeit gekommen ist und wohin unser gemeinsamer Weg führen soll. Neben dem Vertrieb der Windsurfboards werden wir auch in der Entwicklung zukünftig eng zusammenarbeiten, dazu verraten wir aber erst zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Wieso erweitert ihr euer Portfolio mit Windsurfboards, wo dieser Markt doch limitiert und trotzdem unglaublich hart umkämpft ist?

Das stimmt, Windsurfboard-Brands gibt es sprichwörtlich wie Sand am Meer. Allerdings stammen fast alle der Boards von Cobra (größter Hersteller mit Sitz in Thailand, die Red.) und zeichnen sich durch sehr ähnliche Bauweisen aus. Für uns war klar: Wenn wir den Weg zurück in den Boardmarkt wagen, dann nur mit etwas Besonderem. Boards, die aus der Masse herausstechen. Und da hat Sunova mit ihrer Balsaholz-Bauweise etwas extrem Besonderes in der Hand. Nachdem die Bauweise seit langem bei Surfboards eingesetzt wird, testet und entwickelt Sunova bereits seit vier Jahren mit dem amerikanischen Windsurfdesigner Jonah Lepak an einer kompletten Windsurf-Range. Mit ihrem Know-how und ihrer eigenen Produktionsstätte hat Sunova nicht nur ein absolutes Alleinstellungsmerkmal, sondern erfüllt damit auch mit Bravour unsere Qualitätsansprüche. Auch die ersten Eindrücke eures Magazins waren ja überaus positiv (einen Test des Sunova Freestyle-Wave 85 findet ihr in der Ausgabe surf 3/2020, die Red.). Als Direktversender können wir uns keine Qualitätsmängel erlauben, da dies gerade bei Boards riesige Zusatzkosten und unnötigen Stress bei unseren Kunden verursacht. Hier legen wir unsere Hand ins Feuer, dass Sunova hält was es verspricht – better forever - since 1976!

Auch Modelle für die Welle hat Sunova im Programm. Bereits für den Wavetest im Herbst haben wir ein Board geordert

Kannst du etwas über die Hintergründe der Marke verraten?!

Hinter Sunova stecken drei Gründer, die sich mit ihren Fähigkeiten und Know-how perfekt ergänzen. Die beiden Deutschen Klaus Müller und Martin Jandke können beide auf jahrelange Erfahrung bei Cobra zurückblicken und haben in ihrer Firma „The Board Factory” ihre persönlichen Vorstellungen und Ideale einer Surfboard-Produktion verwirklicht. Der Dritte im Bunde ist kein Geringerer als der Australier Bert Burger. Er war einst Mitbegründer der weltbekannten Wellenreitmarke Firewire, und trägt den Titel des „Shaper of the Year 2007“. Der Vertrieb über GunSails wird sich vorerst auf Windsurf-, SUP- und Foilboards beschränken. Die Märkte Schweiz und Frankreich werden weiterhin über die dort ansässigen Importeure bedient.

Was bedeutet diese Neuerung für euch? Was macht eures Erachtens die Sunova Windsurfboards aus?

Sunova ist für uns der Boardpartner, auf den wir viele Jahre gewartet haben. Was uns an den Sunova Windsurfboards besonders begeistert, sind die Konstruktion und das daraus resultierende einzigartige Fahrgefühl. Das Unterwasserschiff ist mit einer Balsaschicht ausgestattet. Diese absorbiert Schläge und Chops und verleiht den Boards eine unvergleichbar kontrollierte und weiche Charakteristik. Die Balsa-Boards sehen mit ihrem unverkennbaren Holzdesign nicht nur schick aus, sondern enthalten auch einige spannende technologische Features. Das Deck ist mit sogenannten „mini I-Beams” durchzogen, das sind Furchen, die vor dem Laminieren in das Balsaholz gefräst werden. Mit diesen Furchen verzahnt sich das auflaminierte Material dann, was Steifigkeit und Langlebigkeit massiv erhöht. An Bug und Heck befinden sich mehrschichtige Blöcke aus Holz, welche die Konstruktion in ihrem Look und ihrer Stabilität vollenden.

Markenzeichen von Sunova ist die Balsaholz-Optik

Bislang war Sunova vor allem im Bereich Surfen und SUP ein Thema. Wie sieht die aktuelle Palette an Windsurf-Produkten aus?

Die aktuelle Windsurf-Range besteht aus drei Waveboards und einem Freestyler sowie einem Freeridebrett und einem Freeracer, die natürlich ,Foil ready‘ sind. Zusätzlich gibt’s ein Aufsteigerbrett, ein reines Foilkonzept sowie ein 4in1 für Foil-, SUP-, Windsurf- und Wing-Einsatz. Alle Modelle sind erhältlich im GunSails Onlineshop unter www.gunsails.com ab Ende Juni.

Gibt’s Pläne, auch Teamfahrer zu verpflichten?

Klar, wir streben natürlich an, einige unserer Teamfahrer mit der Sunova/GunSails-Kombination auszustatten.

Infos zu den Boards von Sunova bekommt ihr über https://gunsails.com/

Themen: GunSailsInterview


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