So testet SURF So testet SURF So testet SURF

So testet SURF

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 6 Jahren

Klare Unterschiede und ein besseres Erkennen der individuellen Stärken und Schwächen – das waren die beiden Anforderungen an das neue surf-Notensystem für die Saison 2014. Ab sofort findet ihr alle wichtigen Noten einer Testgruppe sinnvoll gruppiert und mit einer Bewertungsgrafik, die besser als nackte Zahlen gleich beschreibt, ob ein Board oder Segel so abschneidet, wie man es erwarten könnte (Gruppen-Standard), deutlich besser ist oder sich vielleicht für bestimmte Zwecke nur bedingt eignet.

Schwach, Standard oder besonders gut? Die neue Testgrafik zeigt das sofort.

1. Themen- und Produktauswahl

Es gibt Testgruppen, die sich einen festen Stammtisch im Jahreszyklus verdient haben, wie große Freerideboards oder Wavesegel. Dazu kommen Themen, die manchmal spontan auftauchen (WindSUPs, Frühgleitboards) oder durch Leseranregungen motiviert. Welche Boards dann in die einzelnen Gruppen kommen, entscheidet die Redaktion.  Dann heißt es: Anforderungen an die Hersteller rausschicken und hoffen, dass alle Produkte verfügbar sind.

2. Vermessung

Falls möglich, werden alle Boards und Segel gleich bei Anlieferung nachgemessen und gewogen, häufiger machen wir das auch "vor Ort". Nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Nachmessen ist besser."

3. Manövernoten "erfahren"

Manövernoten werden im freien Fahren von drei bis zu sechs Testern ermittelt. Jeder Fahrer wechselt während einer Testsession beispielsweise die Boards einer Gruppe, behält dabei aber sein Segel. Bei Segeltests das ganze dann umgekehrt. Top ist es, wenn man an einem Tag einen großen Teil einer Testgruppe bei ähnlichen Bedingungen testen kann. Fahreindrücke und Noten notiert jeder Tester vorerst für sich. Nach jedem Testtag werden die Eindrücke verglichen und eventuelle Unklarheiten beim nächsten passenden Windtag auf dem Wasser erneut gecheckt. Am Ende tragen alle Tester ihre Eindrücke zu einem Manuskript zusammen.

4. Leistungsnoten ermitteln

Mit identischen Riggs und dann Board gegen Board. Nur so lassen sich die Leistungsnoten ermitteln.

Hier geht kein Weg am direkten Vergleich vorbei. Wenn es um Angleiten, Durchgleiten oder Speed glühen geht, treten die Boards/Segel gegeneinander an. Gleich schwere Tester fahren dann identische Riggs oder Boards und tauschen nur die Testprodukte. Ein Testrun umfasst dabei längere Amwindschläge, Halbwind- und Raumwind-Speedruns. Dazwischen wird immer wieder in windschwächeren Bereichen das passive Angleiten gecheckt. Nach einem Lauf tauschen die Tester nur die Testprodukte (behalten dann bei Boardtests beispielsweise ihr Segel) und fahren den gleichen Lauf nochmals. Bis eine Testgruppe mit vielen Paarungen endgültig eingeordnet ist, können einige Testtage vergehen. Die Tester schreiben direkt erste Fahreindrücke und natürlich die Leistungsunterschiede auf. Am Ende wird aus allen Paarungen das Ranking erstellt. 

Die wichtigsten Freeride-Noten im Detail:

Angleiten

Passives Angleiten ohne zu Pumpen.

Durchgleiten

Wer fährt im Windloch noch länger weiter?

Enge Halse

Die Halse solle möglichst eng ausfallen, wenig Fußdruck und guter, sicherer Griff sind besonders positiv. Ebenso wenn das Board möglichst wenig Speed verliert.

Geschwindigkeit im mittleren Windbereich

Wer ist bei gutem Gleitwind schneller? Die wichtigste Speednote. Über längere Strecken spielt dabei natürlich auch eine Rolle, welches Segel/Board kleine Windschwankungen am efektivsten nutzt.

Topspeed

Jetzt geht’s ans Limit, Boards und Segel werden rangenommen wie im Slalomrennen. Das heißt Surfen am Anschlag, aber noch nicht jenseits der Kontrollgrenze.

Powerhalse lernen

Die Gewinner sind die Boards auf denen man die Gleithalse am einfachsten lernt und verfeinert. Ein stabiler, mittlerer Gleitradius reicht aus, das Board sollte gut Fahrt behalten, im Kabbelwasser ruhig liegen und bei versehentlichen, kleineren Lastwechseln nicht gleich einen Haken in die falsche Richtung schlagen.

Sportliche Powerhalse

Sportliche Powerhalse mit Zug im Segel

Das ist die Note für Halsencracks. Das Board sollte viel Speed behalten, den Radius noch im Turn variieren können und dabei sicher greifen. Die Tester gehen dabei mit Topspeed und dichtgehaltenem Segel in die Kurve.

Manöverhandling (Segel)

Wie leicht/schwer wirkt das Segel im Manöver? Wie stark spürt man das Umschlagen der Latten/Camber? Zieht sich das Profil flach und reagiert das Segel dadurch neutral bei Wenden oder Tauchmanövern, oder bleibt es bauchig? Wie schnell rotiert das Segel beim Schiften?

Kontrollierbarkeit im oberen Windbereich

• Bords:Wie laufruhig liegt ein Board? Wie reagiert es in heftigen Böen – steigt der Bug? Wirkt es eher gedämpft oder hart? Wie stark schlägt es gegen die Kabbelwelle?

• Segel: Wie stark wandert der Druckpunkt? Wie hoch sind die Haltekräfte? Hält das Segel das Board in Böen eher flach? Die wichtigsten

Die Wavenoten im Detail:

Waveriding vorderer Fuß/Kontrolle

Wer ein Board für fette Südafrika-Klopfer sucht, weiß worauf es ankommt – wenn man vor einem 5-Meter-Brecher einen sicheren Turn ziehen will. Guter Griff und maximale Laufruhe auch auf kabbeligen Wellen sind überlebensnotwendig.

Waveriding vorderer Fuß/Dreheigenschaften

Rømø, Wind sideoffshore und ein bis eineinhalb Meter Welle: Auch bei nicht allzu hoher Brandung lassen sich Turns über den vorderen Fuß, also nahezu die gesamte Kante des Boards fahren. Jetzt zählen nicht unbedingt maximale Laufruhe, sondern vielmehr, wie eng und variabel das Board dreht. Nur dann kannst du eng an der Lippe bleiben und möglichst viele Turns aneinander reihen.

Waveriding hinterer Fuß

In kleineren Wellen sollte ein Board gut eng über den hinteren Fuß drehen. Besonders viele, flüssige Turns gelingen, wenn es mit wenig Druck möglichst eng drehen kann und dabei auch noch gut Speed hält.

Schlagwörter: surf-Test Test Testerklärung surf


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