Starboard – Rekordgewichte mit UltraCore

02.02.2017 Manuel Vogel - 5,6 Kilo für ein Waveboard, knapp unter sechs Kilo für ein 115 Liter Freeraceboard – Starboard lässt in der neuen Saison die Brettgewichte purzeln. Der Grund dafür ist ein neues Material: UltraCore. Was es damit auf sich hat, erzählt Starboard-Shaper Tiesda You im Interview.

© Tiesda You
Sandwich-Material wird beim Brettbau zwischen den Schaumkern und das Deckgewebe aus Carbon oder Glasfaser gelegt. Je besser und dicker die Sandwich-Schicht ist, desto weniger schlagen harte Landungen und Tritte auf den Kern durch, das Brett wird weniger schnell weich.
Sandwich-Material wird beim Brettbau zwischen den Schaumkern und das Deckgewebe aus Carbon oder Glasfaser gelegt. Je besser und dicker die Sandwich-Schicht ist, desto weniger schlagen harte Landungen und Tritte auf den Kern durch, das Brett wird weniger schnell weich.

Die Brettgewichte der altuellen Saison bei Starboard lassen aufhorchen. Bei Slalom-, Wave- und Freerideboards liegen die kleinen Größen teilweise deutlich unter sechs Kilo. Ein neues Material, das ihr „UltraCore“ nennt, soll’s möglich machen. Was verbirgt sich dahinter?

Ganz detailliert kann ich es nicht verraten, sorry, nur soviel: Es handelt sich um ein neues Sandwichmaterial (Sandwich nimmt einen Großteil der Stoßbelastung auf und wird beim Brettbau zwischen Schaumkern und Carbon/Glasfaser-Laminat verbaut, die Red.). Äußerlich sieht es kaum anders aus als herkömmliches Sandwich – das ist gut, weil es dann schwieriger ist für unsere Konkurrenz nachzuziehen. Das Material hat 40-50 Prozent bessere Werte hinsichtlich Stoßaufnahme und bei Scherkräften – es ist schlichtweg viel stabiler. Dadurch kann man das über dem Sandwich liegende Carbon und den Harzeinsatz reduzieren und ein Brett mit gleicher Haltbarkeit aber deutlich geringerem Gewicht bauen.

Wie entwickelt man so etwas? Habt ihr Partner, die euch dabei helfen?

Wir haben uns mit einem Sandwich-Spezialisten aus der Flugzeug-Industrie zusammengetan und einige Labortests gemeinsam gemacht. Eine Versuchsreihe lieferte dann diese erstaunlichen Ergebnisse. Das Problem war nur, das Material in ausreichender Menge für den Brettbau herzustellen, denn niemand hatte es zuvor industriell verwendet. Für die 2017er Produktion haben wir es zusammenbekommen, was 2018 passiert, steht noch in den Sternen. Ein weiterer Faktor der geringeren Brettgewichte sind die Mastspuren und Finnenboxen, die wir nun selbst bei Starboard herstellen. Diese sind 40 Prozent leichter, bei einem Waveboard mit fünf Boxen kommt da einiges zusammen.

© Manuel Vogel

In der Vergangenheit war es leider oft so, dass der Endkunde vermeintliche Innovationen mit höheren Preisen bezahlt hat. Wie sieht’s diesmal aus?

Wir haben uns darüber viele Gedanken gemacht und verbauen das neue Ultracore Sandwich – welches etwa doppelt so viel kostet wie herkömmliches Sandwich-Material – bei Freeridebrettern im Deck und Unterwasserschiff sowie Carbon in den Rails, ohne die Preise zu erhöhen. Eine bessere Qualität zum gleichen Preis anzubieten geht nur, wenn man seine eigene Gewinnmarge senkt, das haben wir bei den Freeridebrettern gemacht. Andere Marken haben in der Vergangenheit durch die Verwendung eines billigeren Schaums oder durch den kompletten Verzicht auf Sandwichmaterial versucht, die Margen unverändert zu halten. Ich will keineswegs über die Produkte anderer Marken lästern, auch die bauen großartige Bretter und ich fahre sie regelmäßig – bevor ich sie auseinandersäge, um zu sehen was drin ist (lacht).

Das ist trotzdem nur die halbe Wahrheit. Die Performancebretter wie das Waveboard Reactor oder der Freeracer Futura sind in der leichten UltraCore Reflex Carbon Bauweise sehr wohl teurer geworden!

Das ist richtig. Wir versuchen die Preise für die Masse stabil zu halten, daher der konstante Preis im Freeridesegment. Für die ganze Range lässt sich das leider nicht umsetzen.

Als Hersteller muss man immer den Spagat zwischen Gewicht und Haltbarkeit hinbekommen. Bedeutet leichter nicht oft auch weniger lange haltbar?

Wie gesagt, das neue Material ist deutlich stabiler wenn man es genauso dimensioniert. Man kann damit also entweder Boards mit unverändertem Gewicht bauen, die viel stabiler sind oder eben die Stabilität konstant lassen und dafür das Gewicht reduzieren. Wir waren mit der Haltbarkeit unserer Boards sehr zufrieden, daher war unsere Entscheidung, die Boards leichter zu machen.

© Stephan Goelnitz
Starboard-Shaper Tiesda You (rechts) beim surf-Interview
Starboard-Shaper Tiesda You (rechts) beim surf-Interview

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