Spannendes Finale der Surf-Bundesliga

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Monat

Auch die Surf-Bundesliga wurde 2020 von Corona ordentlich durcheinander gewirbelt. Das Finale fand jetzt am Auesee in Wesel statt – mit 19 Teams und insgesamt knapp 70 Startern. Jenny Bender war (erfolgreich) mit von der Partie und berichtet.

Jenny: "Da unter den besonderen Umständen in diesem Jahr leider keine Vorläufe stattfinden konnten, bot das diesjährige Finale eine einmalige Chance! Bis zum Schluss konnten Teams gemeldet, gewechselt und optimiert werden, da aufgrund der fehlenden Qualifikationsregatten jedes Team startberechtigt war. Gemeldet war schließlich ein Starterfeld von ca. 70 Surfern, mit insgesamt 19 Teams. Austragungsort dieses Jahr der Auesee in Wesel, Gastgeberverein die RTGW.

Spannende Rennen gab's am Auesee, dem Homespot der RTGW

Auf zum Finale!

Bereits am Mittwoch hieß es nach einer letzten Trainingssession für mich, das Wohnmobil zu packen, damit es am Donnerstagabend, nach getaner Arbeit, zügig losgehen konnte.

Der Freitagmorgen begann dann mit einem ausgiebigen Frühstück, ein wenig Fachsimpelei, wie gut welches Material funktioniert, und einer kleinen Analyse der eigenen Chancen. Unser Ziel #sail4gold war bereits vor dem ersten Start etwas weniger realistisch geworden, weil der konkurrierende Verein DWSC Großenbrode die Teilnahme eines prominenten Teammitglieds vermelden konnte: Moritz Martin. Aber ein Ziel ist ein Ziel! Und wir wollten natürlich trotzdem alles daran setzten, dieses auch zu erreichen!

Der erste Startschuss erfolgte dann nach kurzer Startverschiebung gegen 14 Uhr. Bei uns im Norden würde man das "komplette Flaute" nennen. Aber das ist nun mal das Raceboard-Business – man muss die Bedingungen nehmen, wie sie kommen und Pumpen an der frischen Luft macht immer noch mehr Spaß, als in jedem Fitnessstudio.

Die Zwischenbilanz nach Tag 1, an dem drei Rennen gefahren werden konnten: Auf dem ersten Platz lag der DWSC Großenbrode, wir vom WCJ Wilhelmshaven lagen mit einer überschaubaren Punktedifferenz von sieben Punkten auf Platz 2. Es war also nach drei spaßigen Rennen noch alles drin!

Hindernisse, auch an Land

Nach dem Surfen erstmal duschen! Nach einwandfreier Navigation und einem Fußmarsch von zehn Minuten standen wir dann alle, nur mit Ponchos bekleidet, vor dem Sportverein, wo auch angeblich die Duschen sein sollten. Das Problem: Ein verschlossenes Tor. Die Lösung: Klettern! Die Schwierigkeit: Gemischte Gruppe an Personen, eigentlich alle nackt! Nach einer fantastischen heißen Dusche ging's dann auf dem Rückweg durch das offene Tor auf der anderen Seite des Vereinsheims viel einfacher zurück zum Regattagelände, wo ein gemütlicher Grillabend folgte.

Verstärkung im Anflug

Samstag um 6:45 Uhr klingelte er dann, der Wecker. Also mit unfassbarer Motivation das Plissee runtergeschoben. Blick auf den See: Kompletter Ententeich! Nach dem Skippers Meeting um 8:30 Uhr ging es dann auch verhältnismäßig schnell auf den Regattakurs, wo es dann auch tatsächlich den Tag über mit zehn bis 16 Knoten wehte und vier tolle Wettfahrten zustande kommen konnten. Was uns diesen Tag allerdings noch mehr versüßte, war, dass unser vierter Teamkollege, Fabian Aldinger, endlich da war und direkt in allen vier Wettfahrten souverän ablieferte.

Zwischenergebnis nach Tag 2: 1. Platz WCJ Wilhelmshaven, 2. Platz DWSC Großenbrode, punktgleich!

Taktik: Bloß kein Druck!

Spannender hätte wohl kein Krimi sein können. Abends hieß es deshalb bei uns: Taktik-Planung, Taktik-Planung, Taktik-Planung! Mit anderen Worten: Bier, Grillfleisch, Salat – Hauptsache wir haben Spaß.

Sonntag 6:45 Uhr: Täglich grüßt das Murmeltier. Ähnlich wenig Wind, aber viel Motivation bei uns im Team. Keiner von uns hatte den Titel bisher in seiner Karriere geholt, aber jeder hatte zum Start seines Regattalebens, mit etwa 12 oder 13 Jahren, zu den Großen der Surf-Bundesliga aufgeblickt und gedacht: „Wow, da will ich auch mal hin – Deutscher Meister der Windsurf-Bundesliga“. Nun also lagen wir am letzten Tag der Regatta in Führung, bei Punktegleichstand. "Aber nur Kein Druck, Hauptsache wir haben Spaß!“

Es folgte Rennen 1. Beide Teams lagen dicht beieinander, am Ende dominierte jedoch Großenbrode und ging mit vier Punkten in Führung. Unter unsere Maxime „kein Druck, Hauptsache wir haben Spaß!“ mischte sich ein „verdammt, wir können das schaffen, noch ist alles drin“. Rennen 2 folgte mit einem fantastischen Ergebnis für uns, wir konnten neun Punkte gut machen und gingen somit mit einem kleinen Punktevorsprung ins dritte und letzte Rennen der Veranstaltung. „Kein Druck, Hauptsache wir haben Spaß“! Bereits an der ersten Tonne war klar, das Rennen wird hart. Platz 1-6, aufgeteilt auf 3x Wilhelmshaven, 3x Großenbrode – mehr Krimi ging nun wirklich nicht! Alle Sechs pumpten sich die Lunge aus dem Leib, es folgte Überholmanöver auf Überholmanöver, bis zum letzten Meter wurde Alles gegeben. Zieldurchfahrt. Schreie der Erlösung und der Freude! Wir konnten den hauchdünnen Vorsprung halten und um einen weiteren Punkt ausbauen. So richtig kapieren konnte das in diesem Moment niemand, aber bald wurde so manches Augen dann schon etwas feucht!

Knapp 70 Starter/-innen waren beim Bundesliga-Finale am Auesee dabei

Zum krönenden Abschluss konnten wir dann noch zu viert mit einer Böe zusammen an Land gleiten. Was ein geiles Feeling, gefolgt von einer Siegerehrung im strahlenden Sonnenschein.

In diesem Sinne, danke an die Organisatoren, die unter den gegebenen Umständen ein herausragendes Finale organisiert haben! Danke an alle, die dabei waren und danke für alle Fights um jeden Punkt. Wir freuen uns aufs nächste Jahr und planen natürlich die Titelverteidigung. #sail4gold

Das Team des WCJ Wilhelmshafen

Ergebnisse:

  • 1. WCJ Wilhelmshaven 1 (70 Punkte; Jennifer Bender, Lasse Brudek, Fabian Aldinger, Markus Bouhier)
  • 2. DWSC Großenbrode 1 (76 Punkte; Lars Deiterding, Moritz Martin, Andre Hartung, Walter Radecke)
  • 3. RSC Chiemsee 1 (204 Punkte; Toni Stadler, Felix Huber)
  • 4. JW Paderborn 2 (204 Punkte; Matthias Reinmann, Philipp Oesterle, Heiner Homrighausen)

Schlagwörter: Surf-Bundesliga


Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Surf-Bundesliga: Raceboard DM 2016

    06.09.2016

  • Spannendes Finale der Surf-Bundesliga

    17.09.2020

  • Surf-Bundesliga 2014: Deutsche Meisterschaft und German Masters

    18.07.2014

  • Deutsches Mega-Surf-Event am Dümmersee 2019

    20.08.2019

  • Surf-Bundesliga: NRW-Finale 2014

    08.09.2014

  • SURF Bundesliga 2014: Viel Action am Zülpich See

    22.08.2014