Redaktion

surf-Test 2020 – Update 1

  • Manuel Vogel
30.10.2019

Alle Jahre wieder bricht unsere Testcrew im Herbst auf, um in Südafrika die Boards und Segel der neuesten Generation zu testen. In unserem Test-Blog geben wir euch wieder ein Blick hinter die Kulissen des Testalltags.

Alle Jahre wieder...

...rauchen in der surf-Redaktion spätestens ab September wieder die Köpfe. Das Testkontingent für die neue Saison 2020 muss geplant werden. Und obwohl wir versuchen so viel wie möglich lokal an den Redaktionsstandorten zu testen, kommen wir um einen großen Test in Übersee (leider) nicht herum. Und weil die Kombination aus Windsicherheit im Herbst, erträglichen Temperaturen, guter Erreichbarkeit und Spotvielfalt hier im südafrikanischen Langebaan von einer Surfstation und Wohnmöglichkeiten direkt am Strand ergänzt werden, landen wir jedes Jahr aufs Neue hier – und das schon seit 23 Jahren.

Bis knapp 40 Boards und rund 50 Segel ihren Weg nach Südafrika gefunden haben, kommt bei den surf-Redakteuren aber so manches graue Haar dazu. Aus dem Dickicht der unzähligen Testprodukte die interessantesten herauszufiltern, ist die eine Sache. Sämtliche Verfügbarkeiten abzufragen und vor allem den Transport nach Südafrika zu organisieren, ungleich schwieriger. Teilweise wird das Material direkt aus der Fabrik zum Testspot nach Langebaan gesendet. Den "Rest" bringen wir selbst mit – diesmal ist das die Kleinigkeit von 27 Board- und Sailbags.

Reist nicht nur mit Handgepäck – die surf-Testcrew

Alleine die Anreisen zu unseren vielen Tests der letzten Jahre würden schon genügend Futter für ein dickes Buch liefern:

Auf den Kapverden buchten wir vor Jahren mal einen "big truck for airport transport at 9:00 in the morning", um unsere 23 Doppelboardbags zum Flughafen zu karren. "Pünktlich" um 10:00 Uhr kam dann ein ziemlich mickriger Transporter angerollt, weshalb alle Bags hochkant auf der Ladefläche stehend und von den Stoßgebeten der Redakteure begleitet den Weg zum Airport antraten. Beim Freeride-Test in Tobago kam unsere Testcrew vor Jahren vollzählig an. Leider fehlten 60 Prozent des Testequipments. Der Rest sollte dann eine Woche später, mit dem nächsten Flieger, nachgeliefert werden. Wurde er auch, allerdings nach Barbados. Und weil es die Check-in Crew am Hamburger Flughafen mit dem Gewicht der Surftaschen mal sehr genau nahm, mussten wir vor dem Sperrgepäckschalter auch mal einen Teil des Equipments auspacken und mit Frischhaltefolie aus dem Flughafen-Supermarkt zu neuen Bündeln verschnüren. Dass damals alles komplett und unbeschädigt ankam, kommt uns auch heute noch wie ein kleines Wunder vor.

Insofern verlief unsere jetzige Anreise nach Kapstadt wohltuend unspektakulär, beinahe langweilig. An dieser Stelle müssen wir mal ein dickes "Dankeschön" an Turkish Airlines für die unkomplizierte Abwicklung loswerden ;-)

Home sweet home

Langebaan, rund 90 Minuten nördlich von Kapstadt gelegen, ist für uns mittlerweile wie ein zweites Zuhause. Wir kennen hier jeden Stein und bereits einen Tag nach unserer Ankunft sind 27 Bags ausgepackt, alle Boards und Segel nach Testgruppen sortiert, gewogen und startklar verstaut in unserem Lagerraum des Cape Sports Centers. Der übliche "South-Easter" lässt allerdings derzeit noch etwas auf sich warten, stattdessen gibt's feinstes Nordsee-Frontenwetter mit starken Schauern, Sonne und kuscheligen Temperaturen um die 11 Grad. Weil die Lagune aber auch bei Nordwestwind passable Freeride- oder Bump & Jump-Bedingungen liefert, lässt die erste Testsession nicht lange auf sich warten.

Vom Wasser bis zu unserer Unterkunft sind es in Langebaan genau 50 Meter. Dadurch verpassen wir hier sicher keinen windigen Moment.

Mit Segeln um die 5,0 jagen wir die Freestyle-Waveboards mit 95 Litern für eine erste Manöverrunde übers Wasser. Dabei behält jeder Tester sein Segel, getauscht werden nur die Boards reihum. Besonders im Fokus stehen dabei Kriterien wie Gleiteigenschaften, Kontrolle, Halsenqualitäten, Springen und auch die Eignung für Basic-Freestyle-Moves in Freestyle und die Eignung für kleine Wellen. Nach der Session schreibt sich jeder der Tester seine Eindrücke in vorgefertigte Bewertungsbögen auf, am Abend treffen wir uns dann zum Erstellen der Rohmanuskripte und tragen alle Ergebnisse zusammen.

Die folgenden Fotos geben euch einen Eindruck über unsere Testbedingungen für die 95-Liter Freestyle-Waveboards und einige der gestesteten Produkte:

Tester Nik Slijk auf Rundflug mit dem neuen Goya One

Chop und kleine Sprungschanzen – unser Testspot in Langebaan verwandelt sich bei Nordwestwind in eine perfekte Spielwiese für Boards wie den I-99 Style Wave Pro.

Auch ein paar Freestyle-Moves gehören beim Testen der Brettgruppe Freestyle-Wave mit auf die To-do-Liste eines jeden Testers. Im Bild der RRD Freestyle-Wave.

Der JP Freestyle Wave im Einsatz.

Weil sich die Wetterlage hier so langsam stabilisiert und auch der Swell zunehmend größer wird, wird es in den kommenden Tagen hier mit viel Action weitergehen und auch ein erster Wave-Ausflug ans Kap der Guten Hoffnung ist geplant. Stay tunded!

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