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surf-Test 2020 – Update 2

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Jahren

News vom Mega-Test in Südafrika. Diesmal: Tester-Schwund, Torte und ein Swell wie ein Rugby-Finale. Klickt euch rein in unseren Blog.

Es gibt nichts, was in Südafrika wichtiger ist, als Rugby. Außer vielleicht Cricket, aber das dürfte eher daran liegen, dass man im Laufe eines einzigen Spiels drei Tage Zeit zum Grillen hat und stundenlange Schläfchen halten kann, ohne dass man was Spannendes verpasst. Das bevorstehende Finale der Rugby-WM in Japan (Südafrika gegen England) war also DAS Gesprächsthema der Locals, uns interessierte eher die Windvorhersage der kommenden Tage. Als sich am Finaltag schon am frühen Morgen die Bars und Kneipen langsam füllten, schleppten wir unsere Freerideboards mit Foils bestückt ans Wasser. Weil viele Windsurfer den Doppelnutzen aus Windsurfen und Foilen besonders interessant finden und kein spezielles Foilequipment kaufen wollen, probieren wir diesmal aus, ob und wie gut sich normale Windsurf-Freeridebretter auch mit Foils nutzen lassen. Pünktlich zum Anpfiff um 11:00 Uhr glich Langebaan dann einer kleinen Geisterstadt, die Straßen leer, der Strand auch, das Wasser sowieso. Vermutlich war auch der Wind an diesem Tag Rugby-Fan, denn abgesehen von ein paar Böen zu Beginn, war auf dem diesmal nicht viel geboten. Auf diese Weise wurden wir dann auch noch Zeuge, wie Südafrika die favorisierten Engländer mit 32:12 nach Hause schickte.

Rugby – auch auf dem Wasser

Einen Tag später kehrte der South Easter mit ordentlich Power zurück, im Gepäck einen Swell, der so manches Tackling parat haben sollte. Bereits am Morgen nutzten wir die sauberen Lines in der Lagune von Langebaan für eine kleine Fotosession der 5,0er Wavesegel, deren Test bereits in der kommenden Ausgabe 1-2/2020 zu lesen sein wird.

Bei Swell geht auch Langebaan durchaus als Wavespot durch. Hier visiert Tester Christian Winderlich die Lippe mit dem NeilPryde Combat Pro an.

Weil der Wind aber immer weiter zunahm, war schnell klar: Auf nach Swartriet, unseren Wave-Homespot 20 Kilometer entfernt von Langebaan. Da dieser Spot ein Privatgelände ist, muss man sich eigentlich jedes Mal am Gate anmelden und einige Rand Eintritt abdrücken. Glücklicherweise wirkte das gestrige Finale auch heute noch nach: "We're world champions, today I don't want to work. The gate is open all day and it's for free", strahlte uns eine noch sichtlich beschwingte Mitarbeiterin an. Wie gesagt, Rugby ist hier ziemlich wichtig.

Nicht surfbar, aber beeindruckend anzusehen, waren die Wellen, die über einem Riff einige Kilometer vor der Küste Swartriets brachen.

Swartriet – wir schätzen diesen Spot, weil er einer der besten Südafrikas ist. Und leer. Komplett alleine reiten wir hier jedes Jahr Sahnewellen, wenn rund um Kapstadt schon mit harten Bandagen um Wellen gekämpft wird. Diesmal bescherte uns Swartriet absolute Sahnebedingungen mit masthohen, glatt gewehten Sets. Im Uferbereich merkt man schnell, ob ein Segel gute Power entfaltet, denn hier ist der Wind nur leicht und auch böig. Weiter draußen surft man dann voll angepowert, Schwächen bei Kontrolle und Fahrstabilität bleiben hier nicht verborgen. Und auf der Welle erfährt man schlussendlich, ob ein Segel eher mit Power durch den Turn zieht, oder sich mit perfektem Off in einen Hauch von Nichts verwandelt.

Tobi schnappt sich eine Swartriet-Schönheit mit dem Naish Force 5.

Viele Stunden später sind sechs Segel gesurft aber der dicke Swell hat auch zwei Riggs zusammengefaltet wie die südafrikanische Abwehr die Engländer am Vortag. Tester Tobi geht also bald Torte für alle kaufen – so wie immer, wenn jemand Testequipment auf dem Gewissen hat. Leider wächst auch die Belegung im Test-Lazarett. Unsere Fahrer Franky und Christian sind beide vorübregehend "out" mit Rücken.

Catch me if you can...

Die Torten-Regel beim Test gilt übrigens auch für den Chef. Und weil dieser beim Ausräumen des Autos eine Plastiktüte in der Mülltonne entsorgt, in der sich kein Müll, sondern Kontaktlinsen, Sonnenbrille, Kleidung und Tablet-Computer des Kollegen befinden, konnte auch er gleich mal loslaufen zum Bäcker.

Unsere abendliche Feedbackrunde zu den Testsegeln absolvierten wir also mit reichlich Zusatzkalorien im Tank. Das war auch nötig, denn schon am nächsten Tag brechen wir auf ans Kap. Rugby auf dem Wasser. Stay tuned!

Themen: LangebaanSüdafrikasurf-Test


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