Redaktion

surf-Test Südafrika – Update 1

  • Manuel Vogel
30.10.2018

"Ist das die Ostsee, oder was?" Der Test-Auftakt auf dem Wasser war, nun ja, Südafrika-untypisch. Doch scheinbar haben wir bei Nieselregen und Kabbelwasser nicht nur richtig gute Testbedingungen für die Freestyle-Waveboards erwischt, sondern auch jede Menge Karma-Punkte gesammelt. Anders lässt sich das, was danach kam, wohl kaum erklären...

Bump & Jump zum Auftakt

"Ah geh, woos isn dees?", schallt es beim morgendlichen Wettercheck – dieser ist gleichbedeutend mit dem Zurückziehen der Gardine und einem Blick vom Bett aus dem Fenster – in breitem Wiener Schmäh durch unser Domizil. Tester Frank Lewisch ist das Entsetzen über die Wettersituation deutlich anzusehen: 14 Grad, Nieselregen und"Wind von da foischn Saite". "I glaab ih geh Snowboarden". Hilft aber alles nix, schließlich sind wir ja nicht zum Spaß hier. Bevor es los gehen kann, wiegen wir noch alle Boards, Segel und Masten. Erstens, weil wir den Herstellerangaben nur begrenztes Vertrauen schenken, zweitens, um zu verhindern, dass uns leichtere Test-Dummies untergejubelt werden.

Die FSW-Boards testen wir auf Kriterien wie Gleiten, Kontrolle, Halsen und Springen.

Bei knapp 20 Knoten machen wir uns die Freestyle-Waveboards mit 95 Liter fertig für einen ersten Ausritt. Um die verschiedenen Schlaufenoptionen der Boards auszuprobieren, montieren wie eine Seite jeweils in Innen, die andere Seite in Außenposition – eine Methode, das sich in der Vergangenheit bewährt hat. Auf diese Weise können wir die Bretter in beiden Setups ausprobieren. Auf dem Wasser beginnen wir mit einer "Manöverrunde". Will heißen: Jeder Tester schnappt sich ein passendes Segel, welches er behält, getauscht werden nur die Boards. Auf diese Weise werden die Unterschiede bei Kriterien wie Angleiten, Springen, Kontrolle oder Powerhalsen besonders deutlich. Ihr wollt wissen, welche Allrounder wir für euch ausprobieren? Dann checkt unsere Bilderstrecke:

Wie immer nach einer Manöverrunde sitzen wir anschließend noch zusammen und tragen die Eindrücke eines jeden Testers zusammen. Wo liegen die Stärken des Bretts? Was kann es weniger gut? Wer dürfte zur Zielgruppe gehören? Auf welche Aspekte wollen wir beim nächsten Surfen besonders achten? Auch beachtenswert: Die Wettervorhersage für die kommenden Tage! Morgen kommt Swell der Kategorie "Seebestattung". 6,4 Meter mit 13 Sekunden Periode. Ein Auge lacht ob der hoffentlich fetten Bedingungen. Ein Auge weint, weil die Gefahr hinterher einen gewissen Schwund im Testlager feststellen zu müssen nicht von der Hand zu weisen ist. Fingers crossed.

Paternoster-Lines

"Ah geh, woos isn dees? Bist du deppert?!" Im Gegensatz zu gestern intoniert besagter Tester dies diesmal aber mit deutlich freudigerem Unterton. Die Gründe: Sonne statt Nieselregen und fette Sets statt Kabbelbrühe. Der Swell ist da! Wir packen 14 Segel der Testgruppen 5,0 und 4,2 auf unseren treuen Trailer, der uns schon an so viele tolle Spots begleitet hat, und los geht's. Noch ein kurzer Zwischenstopp beim örtlichen Supermarkt, eine XXL-Platte "Sushi to go" reingedrückt und rüber geht's nach Paternoster. Dieser Spot geht eigentlich nur, wenn XXL-Swell unterwegs ist und der Wind aus Südwesten weht – beides ist heute der Fall. Während in Kapstadt und anderswo dann Flaute herrscht und Monsterwellen an die Strände rollen, kann man hier in den Genuss von großartigen Down-the-Line-Bedingungen kommen. Der Anblick der ersten Setwellen nötigt unseren Testleiter Stephan Gölnitz nochmal zu einem freundlichen Hinweis: "Also Jungs, heute ist der erste Tag in der Welle. Vielleicht könnt ihr ja so surfen, dass auch die anderen Tester noch in den Genuss des Materials kommen, ok?!" Heißt übersetzt: Reißt euch am Riemen und passt gefälligst auf, dass heute Abend nicht alles in Trümmern liegt!

Wie sparen uns die Mühe zu erzählen, wie der Tag letztlich auf dem Wasser war. Klickt euch einfach durch die Bilderstrecke und urteilt selbst. Unser Fazit: Testleiter happy (alles heil), Fotograf happy (siehe Bilderstrecke), Tester happy (siehe Bilderstrecke) – und alle völlig fertig. Jetzt noch Testeindrücke aufschreiben und die Spreisekarte der nächsten Kneipe auf Kohlenhydrat-haltigen Speisen checken. Morgen geht's weiter mit Wind und Welle, bis zum nächsten Update.

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