Redaktion

surf-Test Südafrika – Update 2

  • Manuel Vogel
04.11.2018

Die erste Woche beim surf-Test in Südafrika stand ganz im Zeichen der Wavesegel. Was sonst noch alles so passiert ist, lest ihr in unserem Blog.

Einsames Swartriet

Weil auch heute noch ansehnliche Lines in die Lagune von Langebaan laufen, beschließen wir, trotz eher moderater Windvorhersage, den Test der Wavesegel voranzutreiben. Also Trailer packen und ab zu Checkers, Essen fassen. Während der 30-minütigen Fahrt hinüber zum Testspot Swartriet vermischt sich der Geruch von gebratenen Chicken Wings, Sushi, Humus-Sandwiches, Schoko-Donuts und alten Surfschuhen wieder zu einem unnachahmlichen "Duft".

Home sweet home

Swartriet, dieser Spot ist unser zweites Zuhause! Wie oft lachen wir uns hier in Fäustchen, vor allem wenn sich in Kapstadt Massen an Windsurfern um die besten Wellen prügeln und wir zeitgleich, völlig tiefenentspannt, alleine in Sahnewellen surfen. Doch die Exklusivität hat seinen Preis: Stolze zehn Rand (70 Cent) pro Person kostet der Eintritt zum Privatgelände, vor allem aber sollte man sich mit der resoluten Besitzerin gut stellen. Wer hier mit quietschenden Reifen und dicker Sonnenbrille auf der Nase vorfährt oder am "Slagboom" nicht brav anhält und seinen Beitrag abdrückt, wird kurze Zeit später mit vorgehaltener Schrotflinte (nein, das ist kein Scherz!) auf die Rückreise geschickt. Diskuttieren zwecklos.

Swartriet

Der Wind hat heute einen leichten Einschlag aus SSW, was bedeutet, dass dieser leicht sideonshore und ziemlich leicht weht. Dafür sind die Wellen mal wieder absolute Sahne – glatt geweht und mit 2,5 Metern auch durchaus amtlich. Unterschiede merkt man bei den Segeln heute vor allem beim Angleiten und der Art, wie Pumpzüge in Power umgewandelt werden. Teilweise reichen drei beherzte Züge, und das Segel lädt sich kraftvoll auf. Bei anderen Modellen verpufft das Engagement irgendwo. Wie auch bei Manöverrunden auf Flachwasser behält auch beim Wavesegel-Test jeder Tester sein eigenes Board, getauscht werden nur die Segel. Nach vier Stunden ist jeder Tester sechs Modelle gesurft, trotzdem ist klar: Diese Segel müssen auch bei mehr Wind nochmal ausgiebig aufs Wasser. Der soll morgen kommen.

Atomic Beach

Der Wind legt zu, der Swell verabschiedet sich langsam. Deshalb zieht es uns heute nach Melkbos bei Kapstadt, denn hier kommt auch dann noch eine surfbare Welle an, wenn es woanders schon so flach ist wie am Baggersee. Der Wind setzt früh ein und wir riggen die gleichen 5.0er des Vortages nochmal, um die Segel in unterschiedlichen Bedingungen auszuprobieren. Melkbos gleicht heute einer Spielwiese – bei jedem Run bekommt man einen kopfhohen Kicker vor die Flinte und nach den teilweise böigen Bedingungen des Vortages genießen wir es, mal angepowert vom Strand weg loszurasen. Unser Testleiter und Fotograf Stephan lässt die Fotodrohne von der Kette. Als die Drohne das erste Mal über uns kreist, macht der Wind – wie sollte es anders sein – eine kleine Verschnaufpause. Großartig. Wir pumpen uns die Lungen aus dem Leib, um zumindest den einen oder anderen Sprung vor die Linse zu bekommen, aber viel kommt dabei diesmal nicht rum. Kaum ist die Drohne weg, feuert der Wind wieder aus allen Rohren. Murphys Law. Nachdem wir fünf Segel fahren konnten, dreht der Wind durch. Jeder Tester sichert sich seine Ergebnisse als Sprachnachricht auf dem Smartphone, damit keine Feinheiten verloren gehen, bevor wir noch eine Runde mit den 4,2er Wavesegeln aufs Wasser gehen. Als am Abend die Sonne im Atlantik versinkt sind wir über zehn Segel gefahren. Auf der Heimfahrt herrrscht in unseren Teambus gespenstische Stille. Nach drei Tagen Surfen in der Welle sind alle völlig fertig und genehmigen sich schon auf der einstündigen Heimfahrt eine Mütze Schlaf. Morgen geht's weiter – mit Freeracematerial in der Lagune von Langebaan.

Die surf-Crew mit Tobias Holzner, Christian Winderlich, Chef-Redakteur Andreas Erbe, Manuel Vogel, Frank Lewisch & Nikolas Slijk (v.l.n.r.). Hinter der Kamera versteckt: Testleiter Stephan Gölnitz

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