surf-Test Südafrika – Update 4 surf-Test Südafrika – Update 4 surf-Test Südafrika – Update 4

surf-Test Südafrika – Update 4

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 3 Jahren

Ein Drohnenpilot mit Orientierungsproblemen und Tester auf Klassenfahrt – beim Test in Langebaan ging nicht immer alles glatt. Aber irgendwie dann doch.

Freerideparadies Langebaan

Vogelwild

"Ich zitter' immer noch!" Testleiter Stephan Gölnitz, Vollzeit-Redakteur und offensichtlich Gelegenheits-Drohnenpilot hat gerade einen höheren Adrenalinspiegel als nach einem Ritt einer XXL-Walze am Kap. Dass sein kleiner Elektrovogel samt Kamera noch fröhlich piepsend und blinkend neben ihm steht, verdankt er einer großen Portion Dusel und natürlich der unglaublichen Reaktionsschnelligkeit seines Testpersonals. "Ihr fahrt zu dritt rein, schön nah beieinander, und ich setz mich mit der Drohne vor euch und mach Fotos und vielleicht einen kleinen Clip" – so lautete die simple Anweisung. Also riggten wir unsere 6,0er Freemovesegel, 95-Liter-Freemoveboards und los ging's. Die Fahrer unseres Teams haben mittlerweile eine gewisse Routine darin, das Material für Fotos entsprechend in Szene zu setzen. Bei Fotoruns mit mehreren Fahrern gilt das ungeschriebene Gesetz: Je enger beisammen, desto besser! Wenn in der Halse also das 7,8er "gefühlvoll" im Kreuz des Testkollegen abgelegt wird, freut sich unser Fotograf. Der besagte Arbeitsauftrag wurde von uns Testern ordungsgemäß ausgeführt, nur unser Drohnenpilot war mit dem Gashebel heute etwas, nun ja, sprunghaft – wie dieser Clip beweist:

Klassenfahrt

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass es schon seit einigen Tagen kein Update mehr gab. Sorry, aber wir waren "verhindert". Dass der Wind hier in Langebaan nach zehn Tagen Dauerbelüftung einen Tag schlapp machen sollte, konnten wir natürlich nicht hinnehmen. Also haben wir unseren Truppentransporter gepackt, knapp 20 Wavesegel auf der Trailer geladen und sind ans Kap der Guten Hoffnung aufgebrochen. Hier weht der abflauende "South-Easter" oft noch ein paar Tage länger weiter, wobei "abflauend" oft 30 bis 40 Knoten bedeutet. So auch diesmal und weil wir dort perfekte Testbedingungen vorfanden und im Hippie-Dorf Scarborough eine geniale Zweitbasis hatten, sind wir drei Tage dort geblieben. Am Kap hatten wir, sofern wir nicht gerade unser Hab und Gut gegen wild gewordene Paviane verteidigen mussten, reichlich Gelegenheit, die 4,2er und 5,0er Wavesegel ausgiebig zu surfen. Das mit den Pavianen ist übrigends kein Witz, unser Testfotograf Stephan kann ein Lied davon singen: Vor einigen Jahren musste er mit ausgefahrenem Carbonstativ Jagd auf einen "Baboon" machen, nachdem dieser die komplette Fototasche mit Objektiven und Kameras geklaut hatte und diese bei seiner Flucht großzügig über den felsigen Strand verteilte – ein Anblick der uns allen noch in guter Erinnerung ist. Auch hier am Kap testen wir nach unserem bewährten Schema: Brett behalten, Segel reihum tauschen. Unterschiede bei Gleiten, Kontrolle, Handling und natürlich der On-Off-Charakteristik werden hier sehr schnell deutlich.

Gallery – Wavetest am Kap

9 Bilder

Nach drei Tagen, 15 Stunden Testzeit, 20 gesurften Segeln und knapp 1000 Fotos machen wir uns auf die Heimreise nach Langebaan – und gehen natürlich einer Polizeikontrolle ins Netz. Im Auto sitzen sechs haarige Kerle mit Vogelnestern auf dem Kopf, die letzte Dusche ist lange her. Füherschein? Ist in Langebaan. Ausweis? Ähh, auch in Langebaan. Bitte einmal aussteigen, das macht dann bitte 500 Rand Strafe. Im Auto werden fünf Smartphones von feixenden Typen gezückt. Geld? Keines mehr dabei. Wohnort in Langebaan? Tut mir leid, keine Ahnung wie die Straße heißt. Am Ende gibt's ein Kopfschütteln, viele Lacher und die Anweisung vom netten Supervisor die Sache einfach zu canceln. Wer hat gesagt, dass Unwissendheit nicht vor Strafe schützt.

"Just cancel it!" Wir geloben Besseru

Langebaan hängt derweil in der Nebelsuppe, das Thermometer ist auf den letzten Kilometern zur Lagune hinunter im Sinkflug. Schnell noch mit dem letzen Tageslicht den Trailer entladen und dann erstmal versuchen den Baboon im Spiegel wieder in etwas Homo-Sapiens-ähnliches zu verwandeln. Morgen früh steht Büroarbeit, Fotos sortieren und Wunden lecken auf dem Programm – und dann geht's weiter mit Testen, denn natürlich ist am Nachmittag schon wieder Wind. Bis bald!

Themen: LangebaanSüdafrikasurf-TestTest


Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Invalid date

  • Invalid date

  • surf-Test Südafrika – Update 3

    07.11.2018Bei Flaute haben surf-Tester frei?! Denkste! Stattdessen steht "Selbstfilettierung" auf dem Programm. Wer überlebt hat und was es sonst noch so an Schwund gab, lest ihr in unserem ...

  • Invalid date

  • Freerideboards 135 2013

    28.05.2013Aufstiegshilfe in die Gleitliga oder Leichtwindgeschoss für Hobby-Racer – die Freerider dieser Gruppe leisten oft beides und zählen damit zu den interessantesten Boards am Markt. ...

  • Test 2014: Vandal Enemy HD 5,3

    20.03.2014surf-Empfehlung: Das Enemy hat sich in jeder Hinsicht gemausert: Es ist leichter und gleitstärker geworden — das gelingt nicht häufig. Ein Segel für Freunde eher gedämpfter ...

  • Test 2014: Gun Sails Transwave 5,3

    20.03.2014surf-Empfehlung: Die Empfehlung für Gun-Sails-Käufer fällt leicht: Wer regelmäßig in ordentlichen Wellen surft (Wellen nach Lee abreitet) und nicht gerade 100 Kilo auf die Waage ...

  • Kurztest 2020: Naish Lift Freeride 6,0

    09.04.2020Das camberlose Naish Lift Freeride 6,0 wird auf einem 400er-Mast geriggt und kommt mit 22 Zentimeter Verlängerung auf eine eher kompakte Outline. Das Unterliek ist dabei durch die ...

  • surf-Test Südafrika – Update 3

    07.11.2018Bei Flaute haben surf-Tester frei?! Denkste! Stattdessen steht "Selbstfilettierung" auf dem Programm. Wer überlebt hat und was es sonst noch so an Schwund gab, lest ihr in unserem ...

  • Test 2014: Severne Turbo 7,5

    18.06.2014Das Turbo lässt sich mit einem gewaltigen, weit vorne liegenden Bauch aufbauen, dann zieht es deftig an, wirkt aber auch so filigran wie eine Kletterwand.

  • Test 2015: Freemoveboards 85

    30.04.2015Kleine Freemoveboards sind die Schweizer Taschenmesser unter den Windsurfboards. Je nach Bedingungen „klappst“ du einfach ein anderes Tool raus: zum Wellen zerlegen, zum ...

  • Tuning Test 2016: High-End-Finnen

    01.07.2016High-End-Finnen sind zickig, Seegrasfinnen funktionieren nicht. Das war zumindest mal die landläufige Meinung. Wir haben getestet, ob sich ein bereits gutes Freeride-Set-up durch ...

  • Test 2017 Power-Wavesegel: Neilpryde Atlas 5,0

    30.07.2017Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des Neilpryde Atlas 5,0.