Alex Graw

  • Alois Mühlegger
 • Publiziert vor 13 Jahren

Er kam aus dem Nichts – als Local vom Ammersee. Und als Schützling von Freestyle-As Fabian Weber. Mit 23 Jahren auch kein Junior mehr. Alex Graw, man spricht Graf, platzte Mitte Mai 2007 beim DWC in Drankse auf Rügen wie eine Bombe ins Finale.

Platz zwei hinter seinem „Ziehvater“ Fabi, aber noch vor Könnern wie Thilo Eber und Flo Behringer. Graw sieht sich als Hobby-Trickser, denn das Studium Grafik-Design hat Priorität, auch wenn Alex „möglichst oft auf dem See präsent sein möchte.“ Plötzlich im Endlauf, gleich beim ersten Contest: Cool oder nervös?

GRAW: Ich war schon etwas aufgeregt, da Hektik im Heat herrschte. Mein Flaka klappt zwar immer, doch ein bisschen hippelig war ich schon. Wie das Ergebnis dann auch zeigte, war’s verdammt eng. Hast du mit dem zweiten Platz gerechnet? Nie und nimmer, war mir sicher, dass ich Vierter geworden bin. Warum plötzlich Wettbewerb, du bist doch ansonsten ein reiner Hobbytrickser?

Fabi Weber schwärmte mir von Drankse vor, er gewann ja auch 2006 dort. Dann wollte ich es einfach mal wissen. Wie ging’s bei dir mit dem Surfen los? So mit 14 auf dem österreichischen Zicksee, ganz normaler Surfkurs. Musste vorher lange mit meinen Eltern kämpfen, dass ich durfte. Die hatten Angst, ich ruinier’ mir mein Kreuz dabei. Du sollst ein ziemlicher Bastler sein. Is’ da was dran? Schon, hab’ vor sieben Jahren bei einem alten Brett die Außenhaut abgezogen, am Kern rumgeshapt, war aber nix. Später bin ich an die Jungs von Soul Session (die Red.: Custom-Made-Schmiede bei München) rangekommen, die haben mir viel gezeigt. Dann hab’ ich richtig losgelegt mit dem Shapen, zuhause in der Garage. Allmählich wurde es dann mit Unterstützung von Soul Session immer professioneller. Ich baute mal einen reinen Freestyler, mit gewagten Details. Gab es auf dem Wasser auch Fortschritte? Klar, die Moves wurden immer extremer. Nach dem Abi bin ich 2003 nach Südafrika, hab’ dort auf dem Rietvlei-See bei Kapstadt und in Langebaan trainiert und dort auch Fabi Weber kennen gelernt. Ab da ging‘s richtig voran, weil wir uns gegenseitig gepusht haben. Ammersee, Walchensee, welche Spots liegen noch an?

Wir waren in Südfrankreich, am Lago und letzten Sommer auf Fuerte. Da kam der absolute Kick – Ponch, Flaka, Grubby. Deine Boards sollen einen ganz eigenen Charakter haben. Was steckt dahinter?

Meine Ideen sind radikal – die Heckformen, hohe Rails, flaches Deck, wenig Scoop, also extreme Ansätze. Wenn was nicht funktioniert, baue ich es um. Jüngst war das Heck zu dick, dann geh’ ich mit dem Hobel nochmals ran. Allerdings, ich muss zugeben, die Schablonen sind von Soul Session. Was steht als nächster Move auf dem Programm? Mein Favorit ist der Shaka, aber den stehe ich noch nicht. Irgendeinen Hero als Vorbild? Nicht richtig, aber Kauli Seadi zeigt einen geilen Style. Freestyle in der Welle, das is’ es. Studieren oder Freestylen, oder beides? Wie geht‘s weiter?

Jetzt hab’ ich Contest-Luft geschnuppert, möchte schon noch den einen oder anderen DWC und vielleicht auch mal einen Wettbewerb in der EFPT mitfahren. Nach dem Studium will ich nach Kapstadt, ein Praktikum mit dem Surfen verbinden.

STECKBRIEFGeburtsdatum: 29.8.1983 Wohnort: Gilching bei München Homespot: Ammersee/am Kreuz Sponsoren: Soul Session (Boards), Naish (Segel), ProLimt (Neo) Größter Erfolg: 2. Platz Freestyle DWC Dranske 2007 Ziel: Studium und Surfen

 


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