Alexa Escherich

25.05.2017 Andreas Erbe - Die smarte Schülerin aus München hat als Rookie of the Year schon ihren ersten PWA-Titel in der Tasche und erhielt nun von der boot Düsseldorf und dem surf Magazin den Preis für das „Windsurf-Talent des Jahres. Wir haben sie nach der Preisverleihung zum Interview getroffen.

© John Carter/PWA
Alexa Escherich
Alexa Escherich

Du bis 15 Jahre alt, gehst in die achte Klasse im Gymnasium, bist in diesem Jahr bei der Dunkerbeck Speed Challenge, beim Freestyle-Worldcup auf Fuerte und beim Wave-Worldcup auf Teneriffa mitgefahren. Wie geht das?
Ich habe sehr viel Glück, da mich meine Schule in dieser Richtung sehr unterstützt. Für Wettkämpfe bekomme ich frei, sofern für dieser Zeit keine Tests angesagt sind.

Wann und wo hast du angefangen?
2006 habe ich mein erstes Young Gun Board 115 von JP-Australia bekommen, und damit bin ich in der Lagune von Risco del Paso  zwischen meinen Eltern hin und her getuckert. Mein Papa hat uns alle mit dem Surf-Virus angesteckt.

Was hat dich am Anfang beim Surfen fasziniert?
Ich kann nicht genau sagen, was mich zuerst so begeistert hat. Ich weiß nur, dass ich nie freiwillig von meinem Board runter wollte.

Du fährst sowohl mit Racesegeln als auch im Freestyle und nun auch in der Welle. Gibt es eine Lieblingsdisziplin?
Ich bevorzuge Freestyle. In der Welle bin ich noch eine Anfängerin. Aber eine wirkliche Lieblingsdisziplin habe ich nicht. Am Ende zählt nur, auf dem Wasser zu sein.

München ist nicht unbedingt die beste Basis. Wie schaffst du es so häufig zum Windsurfen zu kommen ?
Da meine Familie ein Haus auf Fuerteventura hat, habe ich so gut wie alle Ferien dort verbracht. Jetzt möchte ich aber unbedingt im Wellenreiten besser werden, darum werde ich öfters an Wavespots wie Pozo surfen. Letztendlich bin ich pro Jahr etwa vier Monate am Meer.

Was treibt dich an – bist du sehr ehrgeizig, setzt du dir konkrete Ziele?
Ja, ich würde schon sagen, dass ich sehr ehrgeizig bin. Wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe, dann möchte ich das so schnell wie möglich in die Tat umsetzen. Ich habe eine Liste, auf der ich alle meine Tricks, sowohl die, die ich kann, als auch die, die ich erlernen möchte, aufschreibe. Aber mein Antrieb, und ich glaube da bin ich nicht die Einzige, ist immer noch die Konkurrenz.

Wirst du in der Schule unterstützt? Wie finden deine Mitschüler deine Leidenschaft?
Es gibt Lehrer, die meine Sportleidenschaft toll finden, von ihnen werde ich auch unterstützt. Ich bin sehr froh darüber. Doch andere Lehrer haben überhaupt kein Verständnis dafür und bezeichnen es leider als Surfurlaub. Bei den Mitschülern sind die Reaktionen auch sehr gemischt.

Du denkst darüber nach, auf Gran Canaria zur Schule zu gehen.
Ich war 2015 für ein paar Monate auf Fuerteventura in einem spanischen Gymnasium. Im nächsten Schuljahr würde ich gerne nach Gran Canaria gehen. Da lassen sich meine Eltern aber noch nicht so richtig drauf ein.

© John Carter/PWA
Alexa Escherich
Alexa Escherich

Ohne die Unterstützung deiner Eltern wäre das sicher nicht möglich.
Sie haben mich bis jetzt immer unterstützt, egal ob es um Material, Trainer oder um Reisen ging. Ich hoffe, dass mein Projekt "Schule auf Gran Canaria" nicht die erste Enttäuschung sein wird. Sollte es tatsächlich nicht klappen, möchte ich nach dem Abitur ein Trainingsjahr einlegen.

Hast du schon Materialsponsoren?
Ja, das Team von René Egli unterstützt mich zusammen mit JP-Australia und NeilPryde sehr viel. Auch von Maui Ultra Fins werde ich sehr unkompliziert und wahnsinnig großzügig gesponsert. Zur-zeit versuche ich mich bei Sportmarken für Bekleidung zu bewerben, es wäre toll, wenn das auch klappen würde.

Was bedeutet es dir, "Windsurf-Talent des Jahres" geworden zu sein und was machst du mit der Fördersumme?
In erster Linie ist für mich die Auszeichnung die Anerkennung meiner bisherigen Leistungen, aber auch viel mehr die Bestätigung, sportlich auf dem richtigen Weg zu sein. Von dem Geld werde ich mir zuerst ein Surfboard für die Eisbachwelle in München kaufen. Davon träume ich schon länger. Mit dem Rest finanziere ich meinen Führerschein. Es dauert zwar noch eine Weile bis es so weit ist, aber dann komme ich auch selbständig mit meinem Material an verschiedene Spots.

Wie haben dich die Profis beim ersten Worldcup aufgenommen?
Ich kannte einen Großteil der Profis schon länger. Sie sind alle ausnahmslos sehr nett. Vor und während dem Worldcup auf Fuerteventura haben mir Arrianne (Aukes) und Maaike (Huverman) sehr viel geholfen. In El Medano auf Teneriffa war ich froh, Caro Weber an meiner Seite zu haben.

Sarah-Quita Offringa ist im Moment vielleicht die kompletteste Windsurferin. Ist sie dein Vorbild?
Sarah-Quita ist mein absolutes Vorbild, aber­ auch Maaike bewundere ich sehr. Während der Worldcups habe ich Sarah-Quita Offringa  auch etwas besser kennengelernt.

Was glaubst du, was du in zehn Jahren machen wirst?
Ich werde auf jeden Fall weiterhin windsurfen. Sehr wichtig ist mir aber auch eine gute Ausbildung. Es wäre sehr schön, beides unter einen Hut zu bringen. Es gibt zurzeit einige Surfprofis, die Sport und Studium parallel machen.

© John Carter/PWA
Alexa Escherich
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INFO ALEXA ESCHERICH

Alter: 15 Jahre
Geboren: 23.11.2001
Wohnort: München
Beruf: Schülerin
Größe/Gewicht: 1,66m/53 Kilo
Surft seit: 2006

© John Carter/PWA
Alexa Escherich
Alexa Escherich

Erfolge: 2016 PWA Youth World Champion, Freestyle; 2. Platz Dunkerbeck GPS Speed Challenge World Championship Youth; 3. Platz German Freestyle Battle Fehmarn; 2015 3. Platz Dunkerbeck GPS Speed Challenge European Championship Junior

Lieblingsspots: Fuerteventura, Risco del Paso
Lieblingsdisziplin: Freestyle
Liebste Materialkombi: JP-Australia Freestyle 85, NeilPryde Wizard 3,8
Hobbies: Surfen, Wakeboarden, Snowboarden, Klavier spielen
Lieblingsfilm: Soul Surfer
Musikstyle: Spanische Charts
Vorbilder: Sarah-Quita Offringa
Ziel 2017: Bei der PWA besser abschneiden
Sponsoren: René Egli, JP-Australia, NeilPryde, Maui Ultra Fins
Website: Das ist ein Punkt, den ich vernachlässigt habe, ich werde mich darum kümmern.


© Fish Bowl Diaries
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