Redaktion

Amado Vrieswijk

  • Chris Pressler
13.12.2013

Auf der Karibik-Insel Bonaire sprudelt eine nicht versiegende Quelle von Freestyle-Talenten. Der neuste Shooting-Star ist der strohblonde Amado Vrieswijk. Der 17-Jährige beeindruckt schon jetzt durch extreme Manöver – dabei ist Freestyle-Surfen längst nicht der einzige Adrenalin-Kick für ihn.

Amado Vrieswijk

Wann und warum hast du mit dem Windsurfen begonnen? Ich startete als ich sieben Jahre alt war. Mir haben schon immer Sportarten gefallen, die schnell sind, weil ich einfach sehr gerne schnell unterwegs bin. Erst sah ich Slalom-Windsurfen und danach traf ich Kiri Thode beim Freestylen und war infiziert. Von diesem Moment an war ich immer mit Kiri unterwegs. Er ist mein bester Freund. Mir gefiel die Sportart Windsurfen von Beginn an!

Haben dich deine Eltern von Anfang an unterstützt? Ja, mein Dad brachte mich 2002 zum PWA Event an den Strand von der Lac Bay. Dort sah ich, wie ein Freund von mir Windsurf­unterricht bekam. Ich wollte auch aufs Wasser. Mein Vater kaufte mir ein 2,3er Hot Sails Maui und ein Starboard Acid 62, ein reines Waveboard. Darauf hab’ ich dann die ersten Moves gelernt. Ich mochte  das Board, weil es rot war. Unterricht bekam ich nie.

Hast du schnell Fortschritte gemacht? Zu Beginn war ich viel mit meinem Dad am Wasser unterwegs, der damals auch viel am Wasser war. Er meinte, stell die Füße einfach in die Schlaufen und springe mit deinem Equipment. Das hab ich dann gemacht. Springen konnte ich sehr bald, vor allem auf Flachwasser. Mein Großvater brachte mich später immer zum Strand oder Kiri holte mich ab. Das brachte meinen Level voran.

Wann gingst du dann zum ersten Mal bei einer Competition an den Start? Das war 2004, bei einem lokalen Pro Kids Event. Wettkämpfe machten mir von Beginn an extrem viel Spaß.

Woher kommt deine Leidenschaft für Sport, du betreibst ja viele Sportarten? Ich besuche eine am Sport orientierte Schule in Kralendijk. Ich betreibe jeden Tag Sport. Mein Freund und Profi-Freestyler Björn Saragoza besucht ebenfalls diese Schule.

Welchen Move hast du zuletzt gelernt? Das war der Kabikuchi Culo, eine verdammt schwierige Kombination aus zwei Tricks.

Welcher Move fiel dir bisher am schwierigsten? Das war definitiv der Shaka. Ich benötigte drei Monate, bis ich diesen Move so halbwegs drauf hatte.

Welcher Move schwebt dir vor? Ich habe mit meinem Teamkollegen und Kumpel Dieter van der Eyken eine Wette laufen, dass ich bald den doppelten Vorwärts durchdrehe. Von diesem Move träume ich.

Welcher Move wird in naher Zukunft zu sehen sein? Ich denke, dass der Triple Airflaka gelandet wird. Das ist echt eine verrückte Rotation. Außerdem werden wir viele schwierige Combos aus schwierigen Einzel-Moves sehen. Ich mag am liebsten Freestyle-Moves, die ich mit Hilfe einer Welle springe. In Zukunft wird es viele Air-Moves zu sehen geben!

Amado Vrieswijk - Shooting-Star beim Freestyle-Nachwuchs

Hast du Idole im Windsurfen? Ja, Tonky, Taty Frans und Kiri Thode. Ich wuchs mit ihnen auf und die haben mich immer beeinflusst. Unterscheidet sich dein Stil auf dem Wasser dennoch von all den Jungs? Mein Stil unterscheidet sich ein wenig von den Jungs auf Bonaire, aber auch zu allen anderen Ridern auf der Tour. Ich versuche alle Moves sehr clean und komplett trocken zu landen.

Stört es dich, bei kalten Wetterbedingungen aufs Wasser zu gehen? Du bist es gewöhnt, auf Bonaire in Shorts zu surfen. Nein, überhaupt nicht. Nur mit Schuhen kann ich noch nicht windsurfen. Ich will einfach nur aufs Wasser, egal ob es warm ist wie bei uns in der Karibik oder kalt wie in Holland oder auf Sylt!

Wie viel Windsurf-Equipment hast du dabei, wenn du um die Welt reist? Ich reise mit vier Segeln, zwei Gabeln und vier Masten zu den Events.

Und hattest du schon Mal Heimweh? Ja, wenn ich lang unterwegs war. Aber Kiri ist immer bei mir und dann ist es nicht so hart für mich. Er hilft mir sehr!

Deine absoluten Lieblings-Conditions? Am liebsten bin ich mit dem 5,2er oder 4,8er Freek unterwegs. Wenn es für 4,0 bläst, mag ich es nicht mehr so sehr.

Wie sieht ein guter Heat von dir aus? Mono, Poncho, Airkabikuchi, Skopu und alles auf beide Seiten.

Wenn du nicht windsurfst hast du eine andere Leidenschaft. Du bist auf ATVs oder Scootern unterwegs. Ja, genau. Ich mache Stunts auf den Quads, Wheelies, 360er. Ich fahre auf den Hinterreifen, lade mir ein paar andere Mitfahrer auf. Fünf zusätzliche Passagiere sind möglich.

Ist das nicht gefährlich, du fährst ja auch nur in Shorts? Ja und nein. Ich bin mit dem Scooter bereits 140 Sachen auf den Hinterrädern gefahren. Aktuell haben wir aber Probleme mit der Polizei, weil wir unsere Stunts ja auf öffentlichen asphaltierten Straßen machen. Es wäre super, wenn sie uns etwas anbieten würden, wo wir unsere Stunts üben können.

Wirst du später ins Drag Racing wechseln? Kiri hat in dieser Disziplin bereits große Erfolge gefeiert. Ja, das überlege ich durchaus, aber mit dem ATV oder dem Bike. Aber der Hauptsport bleibt immer Windsurfen.

Bist du auf Bonaire als Windsurfer bekannt? Die Insel ist nicht besonders groß. Hier kennen mich fast alle.

Bist du auch in Zukunft auf Bonaire, wenn du als Profi voll durchstartest? Ja, ich werde auf der Insel bleiben. Ich wurde hier geboren und werde immer auf Bonaire leben. Hier ist ein perfekter Platz, neue Moves zu lernen. Es gibt genügend Wind und unterschiedliche Spots mit Sandstrand. Direkt vor unserem neuen Haus geh’ ich auch oft aufs Wasser, um Slalom zu fahren und mache auch oft Langschläge bis Sorobon  Bay. 

Muss man als Freestyler am Wasser wohnen, um vorne mitzuhalten? Gollito, Tonky, Kiri leben direkt am Wasser. Es ist nicht verpflichtend. Du kannst auch zum Spot fahren. Es geht einzig und allein ums Training.

Wünscht du dir etwas für die Zukunft? Ich hätte gerne Bonaire zurück auf der Tour. Und wenn ich einen zweiten Wunsch frei hätte, würde ich mir einen Freestyle-Event in Alaçati wünschen.

PROFIL

Alter: 17 Jahre, auf Bonaire geboren, Mutter aus Holland, Vater aus Bonaire (Auto Business), Schwester Chanel Wohnort: Kralendijk, Bonaire, Karibik direkt am Meer mit guten Slalombedingungen Ausbildung: Sport orientierte Schule (2 Jahre fehlen zum Abschluss) Lieblingsfilm: Wet & Salty von André Paskowski, Action-Filme Sponsoren: Starboard, Severne, Carribean Yacht Club, Albert Hein Aktuelles PWA Ranking: 11ter im Freestyle, drittes Jahr auf der PWA Tour Segelnummer: NB-20 Musik: Rap, House, Local Rap Lieblingsspots: Bonaire ist die klare Nummer 1, Fuerteventura, Alaçati, komplettes Flachwasser mag ich nicht so Erfolge: 9 Weltmeistertitel in Pro Kids Worlds und IFCA Slaloms, 7. Rang PWA Freestyle-Worldcup Fuerteventura 2013 Lieblingsmoves: Kono, Kabikuchi, eigentlich mag ich alle Moves Lieblingsspeise: Spareribs, Wiener Schnitzel, viel Fleisch Hobbies: Dirt Bike Scooters, Racing, Tennis, diverse Sportarten Ziel im Windsurfen: Einen Podium-Platz auf der PWA Tour in der Disziplin Freestyle Freestyle-Windsurfen mag ich so sehr: Weil ich das Spiel mit der Balance und ausgefallene Tricks liebe Schwäche für: Candis, ATVs Quads Mag ich nicht: In der Schule sitzen, wenn es windig ist. Amado bekommt dann Konzentrationsprobleme

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