André Paskowski

  • Jeanette Borchers
 • Publiziert vor 8 Jahren

Seit zwei Jahren lebt André Paskowski mit dem Krebs. Jetzt spricht er über Ängste, Hoffnungen, Leiden und die Leidenschaft zum Windsurfen, die ihn immer wieder aufbaut. Ein sehr persönliches Interview.

André Paskowski (Foto: Ingo Paskowski)

Wind, Sonne, Meer und das schöne Leben – die meisten Stories über Surfprofis spielen in der heilen Welt. Doch die ist für Andrè Paskowski vor zwei Jahren zusammengebrochen. Diagnose: Hodenkrebs. Was seither folgte, ist ein Martyrium für Körper und Geist. Doch André hat den Lebensmut und seinen Kampfgeist nicht verloren.

Mai 2010 – surf-Festival in Pelzerhaken. Sonne, gute Stimmung, die ganze Szene mit bester Laune vor Ort. Doch plötzlich macht ein Gerücht die Runde: André Paskowski hat Krebs. Wie ein Hammer trifft uns alle diese Hiobsbotschaft. Urplötzlich ist die gute Laune verflogen, eine tiefschwarze Wolke legt sich aufs Gemüt. Sprachlosigkeit, Hilflosigkeit, Entsetzen, Betroffenheit machen sich breit. Wenig später taucht auch André selbst auf dem Festival auf und beseitigt jeden Zweifel. “Ja, ich habe Hodenkrebs.” Natürlich zeigt auch er sich geschockt, doch macht auch gleichzeitig wieder Mut – sich selbst und allen anderen. Die Krankheit sei gut therapierbar, Lance Amstrong habe das ja auch gehabt und hat ein paar Jahre nach der Diagnose wieder die Tour de France gewonnen.

Doch die nächsten Wochen und Monate erfüllten die Hoffnung nicht. Der Tumor hatte bereits Metastasen in der Lunge gebildet. Es folgten auwändigste Operationen, Chemo-Therapien, Stammzellen- Behandlungen. Während dessen produzierte André aber auch, teilweise vom Krankenhausbett aus, in einem riesigen Kraftakt seine zweite große DVD “Minds Wide Open”. Dafür flog er, wann immer es die Therapien oder seine Operationen zuließen, selbst zu Spots, filmte und koordinierte die Dreharbeiten. Immer wieder gab es positive Nachrichten, dann wieder herbe Rückschläge. Und noch immer ist die Krankheit nicht besiegt.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der Diagnose treffen André und ich uns in Hamburg und haben beide einmal richtig viel Zeit zu reden. Im Laufe des Gespräches wird immer klarer, dass das was André zu erzählen hat, viel zu interessant ist und zum Nachdenken anregt, als dass es nur ich erfahre. Deshalb haben wir uns entschlossen, es als Interview im Magazin zu bringen. Mir gegenüber sitzt ein junger Mann, gerade 30 geworden, dem man nicht ansieht, was er in den letzten Jahren durchgemacht hat, etwas bleich vielleicht – aber André war noch nie der braungebrannte Sonnentyp. Die wenigen Haare auf dem Kopf könnten auch als aktueller Style durchgehen. Keine Spur davon zu sehen, dass er gerade wieder mitten in einer Chemo steckt und morgen den nächsten Giftcocktail gegen die mörderischen Krebszellen eingetrichtert bekommt. Meine erste Frage an André ist eine, die einem sonst als lapidare Begrüßungsfloskel ohne große Erwartung auf eine ausführliche Antwort über die Lippen kommt. Diesmal ist das anders. Es ist der Beginn eines langen, beeindruckend offenen Gespräches.

Das Interview mit André Paskowski findet Ihr unten als gratis PDF-Download.

Fotos: Michael Sumereder

Nicht nur als Freestyler steckt André trotz seiner schweren Krankheit 90 Prozent aller Windsurfer auf der Welt in die Tasche. (Foto: Michael Sumereder)

André genießt die Zeit mit Freunden, die er vor allem bei den Surfern hat, wie hier beim südafrikanischen Braii am Sunset Beach in Kapstadt. (Foto: Ingo Paskowski)

Themen: AndrePaskowski

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