Daniell Bonhof

  • bsp Media GmbH
 • Publiziert vor 8 Jahren

Er ist das Windsurf-Gesicht der boot Düsseldorf. Die Messe ernannte ihn zum Windsurf-Botschafter. Doch er ist nicht irgendein Modell, sondern vielmehr Multitalent. Der begnadete Surfer, talentierte Fotograf und Segelmacher lebt auf Gran Canaria.

Daniell, wieso hast du dich aus Deutschland verabschiedet? Naja, in erster Linie ist da natürlich das Windsurfen "schuld" daran. Ich wollte einfach das ganze Jahr über mit warmen Temperaturen an guten Spots surfen. In Deutschland war mir die Saison einfach immer zu kurz und mit Wintersurfen konnte ich mich einfach nie anfreunden. Durch meinen Job als Segelmacher hatte ich im Sommer so gut wie keine Zeit, um aufs Wasser zu kommen, wir hatten da einfach richtig viel Arbeit. Wenn ich dann im Winter weniger Arbeit hatte, habe ich einfach meinen Bulli gepackt und bin ab nach Sardinien. Ein paar Jahre war das ok, aber irgendwann wollte ich mehr. Ich wollte einfach viel mehr aufs Wasser und das mit der Arbeit vereinbaren. Außerdem hatte ich die Nase ein wenig voll von der vielen Autofahrerei, mein Traum war es einfach, gute Bedingungen vor der Türe zu haben. Das ist hier in Pozo jetzt einfach perfekt.

Daniell Bonhof kann seine Leidenschaften und den Job perfekt verbinden – windsurfen, fotografieren und Segel reparieren.

Wie finanzierst du deinen Lebensunterhalt? Zum einen als Segelmacher beim Pozo Winds Surfshop. Da bin ich im Sommer komplett eingespannt, von Juni bis September stehe ich da sieben Tage die Woche in der Loft, während dieser Zeit nimmt die Arbeit kaum ein Ende. Nebenbei habe ich zusammen mit meinem in Deutschland lebenden Cousin und Segelmacher das Label "Hookahii" gegründet. Dafür produzieren wir Taschen, Gürtel, Geldbeutel und sonstige Accessories aus alten Segeln. Das macht mir Spaß und läuft schon ziemlich gut. Mit der Fotografie habe ich dann noch ein weiteres Hobby zu einem Job gemacht. Vor einiger Zeit habe ich zum Beispiel für RedBull ein schwedisches Profi-Rennradteam oder auch für NP mit Philip Köster geshootet. Im Moment habe ich da meinen Hauptfokus noch auf Sport, aber ich würde gerne mehr in die Richtung Fashion und Portrait gehen. Mal sehen was da die Zeit bringt. Ich arbeite bei der größten Film- und Fotoproduktionsfirma als Locationmanager und Fotograf und kümmere mich unter anderem darum, spezielle Spots für Shootings zu finden.

Wie bist du zum Segelmachen gekommen, wo hast du das gelernt? Mein Onkel hat mir, als ich noch Schüler war, das Surfen beigebracht. Ich war sofort infiziert und dem Surfvirus verfallen. Mir war eigentlich sofort klar, dass ich nach der Schule von Berlin weg an die Küste ziehen wollte. Ich habe mir überlegt, einen Beruf zu machen, der irgendwie mit Wassersport zu tun hat. Dann habe ich mich einfach mal bei mehreren Segelmachern beworben und prompt hat einer in Lübeck zugesagt. Nach zwei Wochen Praktikum hatte ich die Stelle. Irgendwann habe ich dann mal auf der Website vom Surfshop in Pozo gelesen, dass die einen Segelmacher suchen. Ich habe da mal auf gut Glück eine Mail hingeschickt. Der Besitzer hat mich innerhalb von zehn Minuten angerufen und mich gefragt, wann ich anfangen kann. Das war im März 2004, im Mai war ich dann schon in Pozo. Ich habe meinen VW Bus gepackt und bin los.

Wie oft kommst du auf’s Wasser? Hmm, so 280 Tage im Jahr bin ich bestimmt auf dem Wasser unterwegs.

Als Pozo Local ist dein Level hoch, warum warst du noch nicht beim Worldcup am Start? Zum einen bin ich kein Regattatyp, für mich ist Windsurfen einfach nur Spaß, kein Wettkampf. Sobald ich einen Contest fahre, ist das für mich irgendwie kein Fun mehr. Ich kann mich auf dem Wasser extrem pushen und Gas geben. Wir haben hier ja ein sehr hohes Niveau, das macht mir dann schon richtig Spaß mich mit den Jungs hier zu messen und sich gegenseitig ein paar Moves vor den Latz zu knallen. Bei Contests in einem Heat in schlechten Bedingungen zwanghaft Sprünge und Wellenritte rauspressen müssen, das gefällt mir einfach nicht. Ich sehe mich eher als Soulrider. Das ist auch das Coole an meinen Sponsoren, die mich dennoch super unterstützen, da ich viel Feedback geben kann. Besonders ist da die enge Zusammenarbeit mit Jason, dem Segelmacher von Goya Sails auf Maui, der viel Wert für die Segelentwicklung auf die Kombo Segelmacher-Know-how und Pozo-Bedingungen legt.

Wie wirst du als Deutscher von den Locals und generell von den Menschen hier auf der Insel wahrgenommen? Unter den Locals beim Windsurfen ist die Anerkennung und das Miteinander super, Jungs wie Jonas Ceballos sind total nett, immer freundlich und cool. Da gab es nie Probleme. Windsurfen ist das eine. Wenn man dann aber mal aus Pozo rausgeht, ist die Sache ein wenig anders, die Kanarios sind nicht ganz so offen. Hier gibt es einfach so viele Touristen, da gibt es natürlich Vorurteile. Bei "normalen" Kanarios" kommt man nur sehr schwer in einen Freundschaftskreis mit rein. Da hat es sich eher so ergeben, dass sich die Ausländer untereinander zusammentun. Hier sind ja einige Zugereiste aus allen möglichen Ländern.

Willst du irgendwann wieder zurück nach Deutschland oder gar wo ganz anders hin? Auf Gran Canaria werde ich nicht für immer bleiben, das ist sicher. Eine Zeit lang ist es super, aber nicht mein ganzes Leben. Nach Deutschland möchte ich auch eher nicht wieder zurück.

Kommst du auch manchmal runter von der Insel? Durch den Job als Locationmanager bin ich viel auf den anderen Inseln unterwegs, aber so zweimal im Jahr versuche ich nach Deutschland zu kommen, um meine Familie und Freunde zu sehen. Im Januar war ich in Norwegen zum Snowboarden, ich brauche dann einfach den Gegensatz, Kälte, Schnee, einfach was anderes. Es gibt auch Zeiten, da nervt mich das Windsurfen richtig, da muss ich auch mal ein paar Tage aussetzen. Danach geht’s dann wieder weiter. Ich muss aber auf jeden Fall ab und zu runter.

INFO-BOXGeburtsdatum: 14.10.1982 Wohnort/Geburtsort: Pozo Izquierdo/Kyritz nähe Berlin Favourite Spot: Pozo Favourite Equipment: 3,7 Goya Eclipse & 75 Liter Quatro Quad LS Homespot: Pozo Best Trick: hoher Backloop Sponsoren: Quatro International, Goya Sails, IrieDaily, MFC, XCEL Segelnummer: G-1000 Musikrichtung: Indie Rock Lieblingsfilm: The Art of Flight Hobbys: Fotografieren, Stand-up-Paddle, Snowboarden, Mountainbiken Größte Erfolge: ausgewandert nach GC und in Pozo leben Website: www.daniellbohnhof.com

Text und Fotos: bsp media

Themen: Daniell BonhofPeople


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