Dany Bruch

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 8 Jahren

Der Weg Dany Bruch’s zum Profi war lang und steinig, auf das persönliche Glück musste er lange warten. Im surf-Interview spricht er über seine Kindheit im Dschungel, verlorene Jahre, die schwierige Beziehung zu seinem Vater und das Tabuthema Geld im Worldcup.

Dany, du bist Deutscher, lebst auf Teneriffa, bezeichnest die Jahre deiner Kindheit aber als "Paradies im Dschungel". Wie passt das zusammen? Ich wurde in Wilhelmshaven geboren, meine Familie stammt aus Deutschland. Allerdings hatte mein Vater schon damals einen Job im Minengeschäft in Liberia, weshalb ich mit nur einem Monat nach Afrika gezogen bin. Die Zeit dort war wirklich toll. Ich habe es wie im Garten Eden in Erinnerung: Der Dschungel begann direkt hinter dem Haus, am Wochenende fuhren wir manchmal ans Meer und gingen zum Hochseefischen. Doch dann begannen die Unruhen und es zeichnete sich ein nahender Bürgerkrieg ab. Mein Vater hatte damals glücklicherweise den richtigen Riecher, hat schnell Haus und Hof verkauft und wir konnten nach Teneriffa umsiedeln. Einige Freunde und Bekannte haben etwas zu lange gewartet und konnten nur noch flüchten mit dem was sie am Leib trugen. Dass wir von dort wegmussten, war hart für mich.

Trotzdem war der Ortswechsel auch der Start in deine Windsurfkarriere! Das stimmt. Mit 13 habe ich angefangen Wellenreiten zu gehen, mit 15 kam dann das Windsurfen. Ich habe sehr schnell gelernt, nach ein paar Wochen konnte ich wasserstarten und sechs Monate später bin ich in El Cabezo in der Welle gesurft. Vom ersten Schotstart bis hin zum ersten Pokal verging kein Jahr. Es ging rapide aufwärts. Der lokale Surfshop begann schnell mich zu unterstützen und mit 16, also gerade mal ein Jahr nachdem ich mit Windsurfen begonnen hatte, nahm ich an der Spanischen Meisterschaft teil und habe direkt gewonnen. Keiner kannte mich und alle fragten sich nur: "Wer ist der Typ?". Ein Jahr später wurde ich dann Jugendweltmeister und bin Zweiter bei den Erwachsenen geworden, obwohl ich immer noch Junior war – gegen Fahrer wie Stephan Etienne, Ivan Aguado, Eduardo Bellini und Daniel Parres. Ich fuhr damals auch die Slalom-Tour mit und beendete das Jahr als Fünfter und somit overall als Dritter. Ich war ziemlich stoked darüber!

Trotzdem bist du im Worldcup erst Jahre später in Erscheinung getreten. In deinem Leben gab es eine Zäsur und du bist vom Surf-Radar verschwunden. Was ist damals passiert? Nach unserem Weggang aus Liberia machte sich mein Dad auf Teneriffa selbstständig und betrieb ein Geschäft für Satellitenanlagen und deren Installation. Das war damals ein gutes Geschäft. Ich hatte mit 18 nur noch Windsurfen im Kopf, wollte Profi werden und die Worldcup-Tour mitfahren. Er war jedoch der Meinung, dass Windsurfen keine Branche ist, in der man seinen Lebensunterhalt bestreiten könne und hat mich dies auch täglich spüren lassen: "Was soll der Quatsch? Mach lieber was Ordentliches und arbeite in unserer Firma mit", sagte er. Und wenn dir dein eigener Vater lange genug einredet, dass du als Windsurfprofi auf die Fresse fliegst, glaubt man es mit 18 irgendwann.

Das gesamte Interview lest ihr unten als PDF-Download.

Themen: Daniel BruchInterviewPeople

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