Erfolgsstory JP

  • Andreas Erbe
 • Publiziert vor 13 Jahren

JP-Australia oder besser MB-Austria? Namensgeber Jason Polakow aus Australien verlieh der Brettmarke von Beginn an Glanz und Image, Marketingspezialist Martin Brandner aus Österreich machte sie zum Marktführer in Deutschland. Doch hinter dem Erfolg steckt mehr als kühle Marketingstrategie und ein kluger Kopf. Es ist der unbedingte Wille zum Erfolg – Power pur.

Alles begann mit einem Paukenschlag: Am 1. Juli 2000 erblickte JP-Australia als eigenständige Marke offiziell das Licht der Welt – und strahlte dabei gleich wie ein neuer Star am Bretthimmel. Der erste Auftritt ließ keinen Zweifel, hier will jemand mit aller Macht den Markt aufmischen: Eine komplette Range mit 13 Boards, ein hochdotiertes Pro Team um die damaligen Wave- und Freestylehelden Jason Polakow und Josh Stone, eine groß angelegte Werbekampagne, diverse Marketingaktionen und nicht zuletzt ein perfekt funktionierender Vertrieb. Von so einem Start können Newcomer auf dem hart umkämpften Brettmarkt sonst nur träumen. Dabei war dieser Traumstart eigentlich aus der Not geboren. Denn Jason Polakow war mit seiner eigenen Pro-Linie unterm Dach von F2 Ende der 90er-Jahre in die Wirren um den Verkauf der Marke F2 an die Mistral Sports Group von Klaus Jacobs geraten. Man wurde sich nicht recht einig mit Nick Polakow, dem geschäftstüchtigen Vater von Jason. Gleichzeitig bröckelte aber auch die Führungsriege bei F2. Es kam schließlich zur Trennung sowohl von JP als auch von F2/Arrows-Leuten wie Marketing-Chef Martin Brandner, Shaper Werner Gnigler und in deren Schlepptau auch Andy Pichler und Thomas Grundner. Was dann alles hinter verschlossenen Türen geredet, verhandelt und gerechnet wurde, lässt sich heute schwer nachvollziehen. Fakt ist: Nicht Mistral, sondern die Pryde Group schnappte sich Anfang 2000 die erfolgversprechende Nachwuchsmarke und nahm auch gleich die komplette abgewanderte F2/Arrows-Riege unter seine Fittiche. Einziges Problem: Die Vertriebsrechte für JP-Australia lagen noch bis Mitte des Jahres bei F2. Man hatte also eine fertige Boardrange, Mitarbeiter, Profis, einen Vertrieb – nur durfte man nicht verkaufen. Was im ersten Moment wie ein großes Manko aussah, entpuppte sich am Ende eher sogar als Vorteil für den Neustart – Manfred Rassweiler als Vertriebsboss in Deutschland konnte von Beginn an Vollgas geben und ist bis heute ein Garant für den Erfolg auf dem deutschen Markt. Von Null auf Eins in drei Jahren Der erste Auftritt blieb auch in der Szene nicht ohne Folgen: In der surf-Leserumfrage katapultierte sich JP bei der Frage nach der Kaufabsicht in nur einem Jahr von Platz sechs auf Platz drei. In Zahlen ausgedrückt hieß das, die Kaufabsicht stieg vom Jahr 2000 auf das Jahr 2001 von acht auf 21 Prozent. Im darauf folgenden Jahr stand die Marke dann schon auf dem zweiten Rang hinter F2 und 2003 überflügelte JP dann sogar seine alte Mutterfirma und hält sich seither bei der Kaufabsicht der surf-Leser ununterbrochen an der Spitze. Während viele Brettmarken in den vergangenen Jahren Federn lassen mussten, wuchsen der ehemaligen Nischenmarke Jahr für Jahr stolzere Pfauenfedern. Heute bietet der Radikalinski vergangener Tage, JP war bei F2 als Zweitmarke für den jungen, radikalen Individualisten gestartet, ein Board-Vollprogramm an: Vom Einsteigerbrett über Kinderboards bis zum rassigen Slalomrenner und superradikalen Waveboard findet jeder Surfertyp ein Board in der Palette. Nur vom breiten Formula-Racer ließ JP konsequent die Finger.

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