Jon-Hendrik Frey

 • Publiziert vor 13 Jahren

Bei der Deutschen Meisterschaft Ende Juli auf Sylt war der 13-jährige Jon-Hendrik Frey neben einem blonden Holländer jüngster Teilnehmer, kam aber im Gegensatz zu manch deutlich älterem Fahrer gut durch den heftigen Shorebreak, ohne sein Material zu schrotten.

Mike Porter und Jon-Hendrik Frey (rechts)

 „Da dachte ich mir, ich schreib’ mal ’ne E-Mail an die PWA, ob sie mir eine Wildcard für den Sylter Worldcup geben könnten“, meinte der selbstbewusste Knirps einen Monat später. Gesagt, getan. „Nach einiger Zeit meldete sich die Professional Windsurfers Association, dass es O.K. geht und ich im Slalom starten darf“, freut sich jetzt Jon-Hendrik, der mit fünf Jahren zum Surfen anfing. „Mein Homespot ist am Nordseebad in Otterndorf, fast direkt vor meiner Haustüre, schreib das bitte auch, denn die sponsern mich.“ Dein schärfster Gegner auf Sylt wird nicht Björn Dunkerbeck oder Slalom-Weltmeister Antoine Albeau sein, sondern der 16-jährige Oliver-Tom Schliemann? Kennst du ihn?

Hab’ schon von ihm gehört, der ist ja schon mehrmals auf Sylt gestartet. Vielleicht kann ich auch von ihm noch was lernen. Du hast ja große Ziele, willst mal Top Ten im Worldcup werden?

Ich will von Jahr zu Jahr ein Stück weiterkommen, vielleicht geht der Traum in zehn Jahren mal in Erfüllung. Was fasziniert dich so am Regattafahren? Am meisten Spaß hab’ ich in der Disziplin Slalom – schnell fahren und dann mit Speed in die Halse. Aber auch Freestyle macht mir sehr viel Spaß. Ich kann zwar noch nicht viele Moves, da bin ich noch heftig am üben. Auch der Reiz, gegen andere Jugendliche anzutreten? Die Konkurrenz mit Gleichaltrigen fordert mich, leider sind oft bei den DWC-Regatten nur wenige am Start. Wenn ich mal älter bin, wird es mit Sicherheit spannender. Wie lange surfst du schon im Deutschen Windsurf-Cup?

Vor zwei Jahren bin ich auf Fehmarn zum ersten Mal angetreten, 2007 waren es dann, glaube ich, schon sechs Cups. Gibt es auch Vorbilder für dich? Einmal Bernd Flessner, mit dem habe ich auch schon mal geschnackt. Aber auch Yannick Oelke find ich gut, der ist selber noch Youngster. Du hast sicher ein Lieblingsbrett und ein Segel, das dir gut liegt?

Klar, mein F2, moment mal, ich guck’ gleich mal nach, der steht hier um die Ecke, gleich hab’ ich’s. Ach ja, ein Style. Mein bestes Segel, klare Sache, das 3,7er von Simmer. Was verbirgt sich denn hinter den Kürzeln deiner Sponsoren?

KSK ist die Kreissparkasse Wesermünde und VGH ist eine Versicherungsgesellschaft, aber mein Hauptsponsor ist das Nordseebad Otterndorf. Sag mal, wenn du mal Regattaleiter spielen dürftest, was würdest du anders machen?

Hmmm, da muss ich überlegen. Ach ja, ich würde keinen DWC auf dem Steinhuder Meer ansetzen, da ist nur Flachwasser. Gibt es für dich auch noch andere Hobbies oder Sportarten?

Außer Windsurfen wenig, vielleicht mal mit meinen Freunden zum Schwimmen gehen oder mit dem Rad fahren. Was macht die Schule? Ich bin zurzeit in der 7. Klasse einer Realschule. Bleibt neben dem Windsurfen noch Zeit für eine Freundin?

Im Moment nicht, ich konzentriere mich voll aufs Surfen. PS: Beim Colgate Worldcup Sylt 2007 Jon-Hendrik Frey 41ster.

Interview: Alois Mühlegger, Fotos: John Carter/PWA


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