Julian Wiemar

  • SURF Magazin
 • Publiziert vor 7 Jahren

Wer ist... Julian Weimar? Gerade mal 17 Jahre alt und schon das zweite Interview im surf Magazin. Julian Wiemar ist wohl einer der motiviertesten Freestyler in Deutschland. Schon als Zehnjähriger fiel er einem Trainer des surf Magazins beim JP Young Gun Camp auf. Jetzt steht er auf der Schwelle zum Profi.

Julian Wiemar - Auf der boot-Düsseldorf 2014 holte er sich den Titel "Windsurftalent des Jahres" – Grund genug, um euch den sympathischen Rheinländer hier vorzustellen.

Julian, Glückwunsch erst einmal zum Titel "Windsurf-Talent des Jahres"! Du hast auf der boot Düsseldorf 2014 Euro Preisgeld abgeräumt. Wieviel Prozent davon hast du auf der berüchtigten surf-Party gelassen und was machst du mit dem Rest? Erstmal vielen Dank für die Glückwünsche! Ich habe mich wirklich riesig über die Auszeichnung gefreut. Da Mathe aber noch nie so meine Stärke war, kann ich dir den Prozentsatz jetzt auf die Schnelle nicht berechnen (lacht), aber sagen wir es so:  Die Betreiber der Nachtresidenz in Düsseldorf haben sich sicherlich gefreut, dass wir da waren. Außerdem hat sich Marco Lufen gestern aus Kapstadt bei mir gemeldet und gefragt, was wir an Ostern starten: Bonaire oder Südfrankreich-Roadtrip? Für einen der beiden Trips wird ein erster Teil des Geldes auf jeden Fall schon im Frühling draufgehen. Egal auf was es hinauslaufen wird, ich freu mich schon!

Bis zu den Osterferien ist es noch ein Weilchen hin. Wie überbrückst du die Zeit im kalten Deutschland? Ich versuche trotzdem so oft wie möglich surfen zu gehen. Erst letztes Wochenende war ich in Holland. Das war zwar super kalt, aber wenn man im Winter auch hier aufs Wasser will, muss man da durch. Für eine gute Stunde macht’s mir immer Spaß! Trotzdem war das Klima in meinen Weihnachtsferien, die ich vor ein paar Wochen in Tarifa verbracht habe, deutlich angenehmer.

Julian Wiemar, 17 Jahre und schon eine Windsurf-Berühmtheit

Du erzähltest uns mal, dass du in der Vergangenheit versuchen wolltest, dich an windigen Tagen offiziell vom Schulbesuch freistellen zu lassen. Hat das geklappt? Ein paar Tage, um meine Ferien zu verlängern, konnte ich hin und wieder heraus handeln, aber nicht allzu viele. Somit hatte ich auch letztes Schuljahr weiterhin oft Kopfschmerzen, besonders an windigen Tagen. Doch das Blöde ist: Mein Sportlehrer war selber mal Windsurfer und hat auf einmal diesen merkwürdigen Zusammenhang zwischen Windstärke und Kopfschmerzen bei mir festgestellt (lacht).

Was ist dein Masterplan für die Zeit nach der Schule? Windsurfen und Profileben? Wie verkauft man sowas seinen Eltern? Steht ein Wohnortwechsel an?  Wohnortwechsel? Ja klar: Erstmal an die schönsten Spots der Welt! (lacht) . Seit meiner Grundschulzeit träume ich davon, nach dem Abitur auf Surf-Weltreise zu gehen. Meine Eltern haben sich wohl inzwischen an den Gedanken gewöhnt. Ihre Bedingung vor ein paar Jahren war: erst Abitur, dann Reise – und deshalb laufe ich ja überhaupt nur jeden Morgen in die Schule. Anschließend ist die Teilnahme an so vielen PWA Events wie möglich geplant. Ziel ist es, erst einmal bei einem Worldcup unter die 15 Besten zu fahren! Ob dies auf ein Profileben hinausläuft, wird sich zeigen… Es wäre auf jeden Fall ein großer Traum; aber irgendwann – auf einen genaueren Zeitpunkt möchte ich mich jetzt noch nicht festlegen – möchte ich auf jeden Fall noch studieren. Was genau weiß ich noch nicht, das hängt davon ab, was die Unis in Küstennähe so anbieten (lacht). Nee, war ein Witz. Richtung Medien & Kommunikation interessiert mich – aber ein Studienplatz im Landesinneren kommt nicht in Frage.

Das Level auf der PWA-Worldcup-Tour ist extrem hoch, täglich gibt’s neue Manöver und an den Top-Spots der Welt wachsen neue Freestyle-Maschinen im Zeitraffer heran. Siehst du die große Konkurrenz eher entspannt oder denkt man da manchmal, dass man es als deutscher Fahrer ohnehin nicht nach vorne schaffen kann? Ich liebe neue Windsurfvideos, ich finde sie so etwas von inspirierend und motivierend. Ich glaube, wenn ich dir sagen würde wie oft ich mir letzten Monat den neuen Freestyle Clip "W A S" von Michael Sumereder angeschaut habe, würdest du mich für verrückt erklären. In einer gewissen Weise macht mich das explodierende Level schon fertig, aber andererseits spornt es  mich auch irgendwie an.

Schon als zehnjähriger fiel Julian Wiemar beim JP Young Gun Camp positv auf.

Was sind momentan deine Baustellen auf dem Wasser? Ganz klar: Manöver beidseitig zu springen. In Tarifa habe ich zum Beispiel angefangenn den Kono in die andere Richtung zu üben. Der Grund dafür jetzt damit anzufangen, war Steven van Broeckhoven, als wir in Arte Vida auf dem Wasser waren und er beidseitig mit mega hohen Kabikuchis an mir vorbei flog. Unglaublich der Junge…so will ich das irgendwann auch können!

Du hast in deiner Bewerbung zum "Windsurf-Talent des Jahres" geschrieben, dass du auch an Land viel trainierst. Was machst du genau und gibt es einen speziellen Grund dafür? Hattest du Verletzungen oder andere Probleme? Früher bin ich manchmal mit viel zu großen Segeln von meinem Vater aufs Wasser gegangen, weil ich auch bei nur zwei Windstärken surfen wollte, da ich damals mit meinen 43,5 Kilogramm immer als erster am Spot ins Rutschen kam. (lacht) Das hat mir auf Dauer Rückenschmerzen verschafft, aber bis auf dieses kleine "7,5er-Segel-Syndrom" und einen gebrochenen Fuß hatte ich zum Glück noch nie größere Probleme oder Verletzungen. Für mich ist es einfach momentan super wichtig, dass ich mich fürs Windsurfen neben dem vielen Rumsitzen in der Schule und den Abi-Partys (lacht) fit halte. Seitdem ich regelmäßig Übungen mache, die meine Kraft, Beweglichkeit und Koordination schulen, fühle ich mich zum Beispiel auch nach einer windstillen Woche anschließend fit auf dem Wasser.

Du hast ja auf deinen Reisen schon einige Freestyle-Pros kennengelernt, oder? Wer sind die besten Typen und wen magst du eher weniger? Warum? Du hast Recht, inzwischen habe ich wirklich viele Freestyle-Pros und Windsurfer kennengelernt. Und alle, das muss ich jetzt wirklich so sagen, sind nette, coole und natürlich gebliebene Typen… Man fühlt sich irgendwie zusammen mit allen Windsurfern wie eine große Familie!

PROFIL

Julian Wiemar – ein sympathischer junger Mann auf der Schwelle zum Profi.

Alter: 17 Jahre Geboren: 10.9.1996 Wohnort: Erftstadt Beruf: Gymnasiast Surft seit: 2004 Erfolge: German Freestyle Battle 2012: Platz 9 und 5; German Freestyle Battle 2013 Lemkenhafen: Platz 4 Lieblingsspots: Blue Lagoon/Ägypten Lieblingsmoves: Kono und Skopu Sponsoren: Starboard, Severne, ProLimit, Maui Ulta Fins, Björkvin Webpage: www.julian-wiemar.com

 

Themen: Julian Wiemar


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