Marco Wedele

  • SURF Magazin
 • Publiziert vor 7 Jahren

Schulungsprofi Marco Wedele geht 2013, gemeinsam mit Kollege Colin Dixon, mit seinem neuen Schulungskonzept für Freerider, „Head Zone Coaching“ auf Europa-Tour. Im Interview erzählt Marco, was es damit auf sich hat.

Marco Wedele in Aktion

Jeder, der schon mal selbst Surfunterricht genommen hat weiß, womit man oft zu kämpfen hat: Bei viel Wind und im Eifer des Gefechts gehen die Tipps des Surflehrers – wenn er nicht sowieso gerade mit einem anderen Gruppenteilnehmer beschäftigt ist – schnell unter, Feedback kommt entsprechend verzögert. Marco Wedele hat dies lange Jahre selbst, als Surflehrer in El Yaque und Dahab, erlebt und sich Gedanken gemacht, wie man Surfern entspannter und besser neue Manöver beibringen könnte. Den entscheidenden Anstoß dazu gaben die Kitesurfer...

Marco, erzähl uns inwiefern sich euer Schulungskonzept "Head Zone Coaching" von anderen unterscheidet.

Das Unterrichten bei viel Wind hat mich oft unzufrieden gemacht. Man selbst muss sehr laut schreien, trotzdem hören die Schüler/-innen oft kaum etwas. Auch in kleinen Gruppen hat man zudem oft das Problem, dass man sich nicht um alle gleichzeitig kümmern kann. Deshalb verwenden wir zum Unterrichten seit einiger Zeit mit Mikrofonen ausgestattete Helme, über die ich den Schülern unmittelbare Hilfestellung geben kann. Diese werden in der Kiteschulung seit langem eingesetzt. Der Vorteil ist, dass meine Schüler/-innen mich jederzeit hören können und ich punktgenau – beispielsweise während der einzelnen Schritte einer Powerhalse – helfen kann, auch wenn ich mal nicht in Rufdistanz bin. Auch Feedback kann ich nach einem missglückten Versuch viel direkter geben.

Kann man dich bei Wind überhaupt richtig hören?

Die Tonqualität ist wirklich gut, was die Sache sehr entspannt. Die akustische Barriere, die jeder Surflehrer, der schon mal bei viel Wind unterrichtet hat, kennt, entfällt komplett. Ich kann ruhig und direkt mit den Lernenden kommunizieren. Diese Ruhe überträgt sich auf die Schüler und lässt sie viel entspannter sein, als wenn ich schreiend hinterher- fahre und Kommandos gebe. Ich würde daher eher von Windsurf-Therapie sprechen, als von Windsurf-Unterricht. Zudem kann ich jederzeit zwischen verschiedenen Schülern hin-  und herschalten. Auf diese Weise bin ich nicht nur bei einem Gruppenteilnehmer, sondern bei allen.

Surfen mit Helm ist nicht jedermanns Sache. Schreckt das nicht manche Surfer auch ab?

Zu Beginn sind manche Leute etwas skeptisch. Nach zehn Minuten auf dem Wasser haben die meisten den Helm aber schon vergessen, weil sie sehen wie es ihnen hilft und wie sie besser werden. Hinterher zählt nur, ob man was gelernt hat und Spaß hatte.

Ihr geht jetzt mit euren Clinics auf ­Europa-Tour...

Das ist richtig. Statt die Leute zu uns zu holen, reise ich mit meinem Kollegen Colin Dixon ab März mit unserem Tourbus zu deren Homespots nach Spanien, Holland, Griechenland, Österreich, Italien und England und bieten dort Wochenend-Seminare an. Dabei decken wir alle Fahrlevel vom Wasserstart bis hin zu ersten Freestyletricks wie Vulcan oder Spinloop ab. Hauptschwerpunkt sind jedoch die typischen Freeridemanöver wie Halsen, Wenden und Chop Hop. Die ersten Termine in Tarifa sind schon bestätigt und das Interesse ist bisher sehr gut.

Woher weiß man wann ihr an welchem Spot seid und was kostet der Spaß?

Auf unserer Seite windsurfcoaching.com wird ein Tourplan veröffentlicht. Eine Wochenend-Clinic kostet 200 Pfund, etwa 230 Euro. Dazu gehören täglich zwei Schulungseinheiten von jeweils zwei bis drei Stunden. Diese ergänzen wir durch Videoanalysen und entsprechende Vorübungen an Land. Außerdem wollen wir auch die Abendgestaltung übernehmen, beispielsweise in Form eines netten BBQs am Strand.

Ihr habt vor kurzem eure neue Fahrtechnik-DVD "Go Pro with Colin and Marco" auf den Markt gebracht. Was steht hinter dem Titel?

Wir bieten neben der klassischen Videoperspektive, die man aus zahlreichen Lehrvideos kennt, einige neuartige Detailansichten. Die filmen wir über GoPro-Kameras, welche an Spezialhalterungen und Auslegern am Segeltopp, Gabelbaumende und Heck befestigt wurden. Dadurch kann man jedes einzelne Bewegungselement eines Manövers, beispielsweise den Hand- oder Fußwechsel oder die Segelführung, getrennt analysieren und somit besser nachvollziehen.  

Marco Wedele und sein Material

Profil Marco Wedele

Alter: 30 Jahre Geboren: 6.10. 1982 Wohnort: Insel Reichenau, Bodensee (in nächster Zeit überall und nirgendwo) Beruf: Windsurfcoach Surft seit: 1998 Regattadebüt: 2008

Erfolge: Top 30 2008 EFPT Vassiliki und Milos 3. Platz 2008 Watersweets Festival Vassiliki 2. Platz 2008 Lightstyle Competition Dahab Top 30 2011 PWA Fuerteventura Top 30 2012 PWA Podersdorf, Austria Um ehrlich zu sein weiss ich nicht, ob man auf diesen Abschnitt wert legen sollte (haha)!

Best Moves: Shaka Flaka, Air Funnel, Loop Lebensmotto: Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum! Hobbies: Tanzen, SUP, Schwimmen Sponsoren: Starboard, Sailloft Hamburg, club vass, mb-fins, smith optics, Globalshots, boardwise, DWARF 8 Webpage: www.windsurfcoaching.com

Themen: InterviewMarco WedelePeopleTypenWer ist


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