Redaktion

Max Matissek

20.08.2008

Max Matissek zählt zu den heißesten Freestylern am Neusiedler See. Und er ist ein echter Local, der stetig seinen Weg geht. Fernab von Mainstream will er jedem klarmachen: ein guter Tag am See kann der beste Windsurftag des Jahres werden. Trotz aller Heimatverbundenheit träumt der 21-Jährige insgeheim von Mauritius.

Erzähl uns deine Windsurfkarriere im Schnelldurchlauf?

Ich hatte einen Grundkurs am Nordstrand in Podersdorf absolviert und kurz danach mein erstes eigenes Board geschrottet. Ich war 13 und sah im Windsurf-Szenelokal „Podo“ ein Video mit Action in Pozo. Mir wurde sehr schnell klar, dass ich diese Sportart so richtig erlernen möchte. Das kaputte Board tauschte ich gegen einen Freestyler und hatte dazu ein 5,4er- Segel. Das war’s für den Anfang. Ich windsurfte nur am Neusiedler See, zusammen mit den Jungs aus Weiden und vor allem mit Tom Fuhrmann. Nach einem Jahr stand ich Air Jibes und einige vom Windsurfclub Weiden meinten: „Max, lern’ erst einmal halsen, bevor du die Air Jibe übst.“ Und du bliebst am Freestylen dran? Ja. Das surf Magazin war das erste Windsurf-Magazin, das ich in die Hände bekam. Tom hatte es gekauft und zeigte mir eine abgebildete Spock-Sequenz. Dann gab es da noch ein Cool Moves-Video mit Josh Stone, glaube ich. Diese Kombination reichte völlig aus, damit ich wusste, wo es im Freestyle langgeht. Und da gab es noch Rob und Reini, meine Idole vom Surfclub Weiden. Rob war schon über 35 Jahre alt. Er stellte mich Chris Sammer, dem österreichischen Superstar, beim Soul Classic Event vor. Wann warst du zum ersten Mal bei einem Freestyle Contest dabei?

Ich glaub’, das war der Soul Classic 2003, an meinem Homespot in Weiden. Bist du ein Wettkampf-Typ? Ich war nie so der Contest-Typ. 2007 schaffte ich aber den Sprung unter die Top Ten beim EFPT-Event in Podersdorf. Besser als einen „Stan (die Red.: Stein) am Schädel“, würd’ ich sagen. Und es wäre sogar ein besserer Platz drinnen gewesen. In den beiden Jahren zuvor ist mir zweimal beim ersten Heat eine Fußschlaufe ausgerissen. Dieses Jahr flog ich gegen Weltmeister Marcilio Browne raus, bin aber mit dem 17. Rang zufrieden. Es war ja doch ein PWA Worldcup! Wenn man ganz vorne dabei sein will, muss man viel mehr trainieren. Freestyle ist ein Leistungssport geworden. Was bist du dann, wenn du kein Contest-Typ bist? Ein Freifahrer. Ja, frei fahren taugt mir viel mehr. Ich ging schon immer oft alleine windsurfen, aber der Contest hat auch eine gute Seite. Da lerne ich extrem viel dazu, und es funktionieren plötzlich Manöver, die zuvor noch nicht geklappt haben. Trainierst du speziell für Wettbewerbe? Zwei Wochen davor packt mich stets das Trainingsfieber. Generell lerne ich lieber neue Moves, als dass ich hartnäckig in beide Richtungen an ein und demselben Move übe. Bevor ich überhaupt Contests fuhr, war ich auf Freestyle Camps, zusammen mit Tom, am Gardasee oder auf Fuerteventura. Danach trainierte ich im Jugendteam von Continentseven. Wie würdest du deinen Windsurfstil beschreiben? Ich hoffe, dass ich einen kraftvollen Stil habe. Dieser soll gegenüber dem technischen Stil überwiegen. Freestyle wurde generell radikaler. Welche Moves sind deine besten? Der Shaka. Den habe ich 2004 zum ersten Mal gestanden. Und übrigens hab’ ich seit einigen Tagen eine neue Finne. Mit dieser im Brett fühl’ ich mich extrem gut und viele Moves gelingen besser. Wirst du von jüngeren Ridern als Idol angehimmelt? Hoffentlich (lacht...). Aber in diesem Punkt bleib’ ich lieber bescheiden. Hast du selbst Idole? Ja, die Wellenwindsurfer sind meine Vorbilder und davon gibt es sehr viele, die mich beeindrucken. Ich möchte in der Welle und beim Springen auch gut werden. Aber mit der Teilnahme an Wave Competitions wird es wohl eher nichts. Es ist sehr hart, in der Welle sehr gut zu werden. Betreibst du auch andere Sportarten? Ja, Eishockey. Da kann ich meine Aggressionen rauslassen, mittlerweile geh’ ich auch wieder Laufen. Skaten möchte ich auch unbedingt mehr und im Winter natürlich Snowboarden. Wellenreiten taugt mir auch extrem – seit meinem Südafrikatrip im letzten Winter. Prompt hab’ ich mir einen Wellenreiter gekauft. Du stehst auf Musik! Machst du auch selbst welche? Ja, ich spielte Leadgitarre in unserer eigenen Hardcore Punkband. Ich war 15 oder 16. „Momento de la Muerte“ hieß die Band. Wir waren ein Gemisch aus Burgenländern. Ich hielt ein Jahr lang durch, verließ dann aber die Band. Schule und Windsurfen waren zu zeitintensiv. Ein wenig später zerfiel die Band dann sowieso. An ein Revival ist nicht mehr zu denken. Jetzt pushe ich mich mit Musik von anderen Bands vor dem  Windsurfen! Hast du Materialtipps auf Lager? Aufs Material soll man sich keinesfalls zuviel einbilden. Mein größtes Segel ist ein 5,3er. Aber ich wechsle nicht sofort auf eine kleinere Größe, denn mit mehr Druck ist der Adrenalinkick größer. Insgesamt habe ich fünf Segel und drei Boards. Deine absoluten Lieblingsspots? Mauritius und Südafrika. Zum Freestylen ist es am Neusiedler See auch ganz witzig, nur würde ich mir ein bisserl höhere Wellen wünschen. Wie sind deine Ziele ausgelegt? Ich hab’ die Matura in der Tasche, arbeite derzeit am See im Windsurf Center am Nordstrand von Podersdorf. Ich bin ein Mann für alles und wenn der Wind passt natürlich am Wasser. Auch nach acht Stunden Arbeit. Im Herbst will ich ein Studium beginnen und später an die Uni nach Mauritius wechseln. Was kickt dich so am Windsurfsport? Der Sport ist schnell und das System reagiert auf kleinste Bewegungen. Zudem musst du mit Händen und Füßen arbeiten. Sehr komplex also. Was taugt dir nicht so an diesem Sport? Die Windsurf-Industrie ist zu konservativ, vor allem in der Mode. Ich bin auch kein Fan von Sitztrapezen und würde mir einen gesunden Lokalismus am Neusiedler See wünschen (lacht). Außerdem würden Windsurf-Events nach meinem Geschmack etwas andere Bands vertragen....

STECKBRIEFGeburtsdatum: 9.10.1987 Lebt in: Weiden am Neusiedler See Windsurft seit: 2000 Sponsoren: Fanatic, North Sails, Ion, Rip Curl, Hangloose.at Lieblingsgetränk: es kommt auf die Tageszeit an, am Abend der „Nordstrandspritzer“, am Morgen Wasser Größter Erfolg: der kommt hoffentlich noch Ziel: „Gsund“ bleiben, viel windsurfen und als Masseur oder Hausmeister im Playboy Mansion in Los Angeles punkten Favorisierte Musik: Ignite, AFI, Darkest Hour, Raced Fist, Pete Murray und Dr. Ostbahn Kurti natürlich.

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