Mick Kleingarn

 • Publiziert vor 8 Jahren

Mick wuchs nicht an einem perfekten Spot auf Gran Canaria oder Hawaii auf. Er hat Frau und Kind zu Hause, ein eigenes Business und zum 19. Geburtstag gab es kein Ticket um die Welt, sondern einen dicken Schuldenberg. Nicht gerade ideale Voraussetzungen, um sich den Traum der Worldcup-Teilnahme zu erfüllen. Geschafft hat er es trotzdem.

Eleazar Alonso, einer der wildesten Fahrer im Worldcup-Zirkus, drückt Mick mit einem leicht gekränkt klingendem "Good job, buddy!" die Bewertungsbogen der Judges in die Hand und verschwindet. So richtig weiß Mick noch nicht, was Sache ist. Einige Sekunden lang überfliegt er die Ziffern und Zahlen auf den Papieren, bis sich auf seinem Gesicht schließlich ein breites Lächeln abzeichnet – ein Lächeln, so fröhlich wie das eines kleinen Jungen, dessen kühnster Kindheitstraum sich soeben erfüllt hat. Nun hat er die Gewissheit – den Judges gefielen seine Sprünge und Wellenritte besser als die des wilden Spaniers. Er hat es tatsächlich beim Worldcup auf Teneriffa in die dritte Runde geschafft. Mick kann es kaum glauben.

Als ich Mick etwa zwei Wochen zuvor zufällig am Hamburger Flughafen traf, konnte ich mich gerade noch daran erinnern, diesen großen Kerl mit den freundlichen Gesichtszügen vor kurzem schon einmal in Weißenhaus an der Ostsee gesehen zu haben. Dort mischte er die üblichen Verdächtigen ordentlich auf und beeindruckte mit perfekten Crazy Petes, Backloops und stylishen Wellenritten. Nur wusste niemand so recht, wer das wohl sei. Mein Interesse war geweckt, also fragte ich am Flughafen: "Hey, wo geht’s hin?" "Nach Gran Canaria." "Cool, da flieg ich auch hin. Könnte aber voll auf dem Wasser werden, weil übermorgen der PWA-Event in Pozo startet." "Ich weiß, ich hab‘ eine Wildcard und fahr mit! Cool, oder?" Auf dem fünfstündigen Flug quatschten wir weiter und in den nächsten Tagen erfuhr ich immer mehr darüber, weshalb es den 33-jährigen Familienvater plötzlich auf die Worldtour verschlägt. Denn aufgewachsen ist Mick weder auf Maui, den Kanaren oder sonst irgendeinem Windsurf-Paradies. Grömitz bei Fehmarn ist sein Heimatort und dort lebt Mick auch noch heute mit seiner Frau und seinem zweijährigen Sohn.

Das gesamte Portrait über Mick Kleingarn lest ihr als PDF-Download.

Text: Leon Jamaer Fotos: Comoceanmedia, John Carter

Themen: Mick KleingarnPortrait

  • 0,00 €
    Mick Kleingarn

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Portrait: Antoine Martin

    07.06.2016„Little Antoine” – doch so klein, wie der Spitzname des Franzosen von der Karibikinsel Guadeloupe vermuten lässt, ist er schon lange nicht mehr. Und was Mut und Kreativität ...

  • Interview: Caterina Stenta

    29.09.2016Es ist ein Elend für die Damen im Wave-Worldcup. Daida und Iballa Moreno stehlen dem Rest des Feldes regelmäßig die Show, die Titel und das Preisgeld. Trotzdem gibt es ab Platz ...

  • Mick Kleingarn

    26.04.2013Mick wuchs nicht an einem perfekten Spot auf Gran Canaria oder Hawaii auf. Er hat Frau und Kind zu Hause, ein eigenes Business und zum 19. Geburtstag gab es kein Ticket um die ...

  • Portrait: Morgan Noireaux

    19.10.2016Naish, Polakow, Angulo, Siver – sie alle haben Legendenstatus in Hookipa, dem Heiligen Gral des Wave-Windsurfens. Doch der 21-jährige Morgan Noireaux stahl den großen Namen nun ...

  • Interview: Julien Pockrandt

    20.10.2016Es tut sich was im Nachwuchsbereich. Deshalb wählen die boot Düsseldorf und das surf Magazin alljährlich das „Windsurftalent des Jahres”. 2016 fiel die Wahl auf den 17-jährigen ...

  • Simmer Boards - Interview mit Ola Halenius

    17.11.2015Als Segelhersteller ist Simmer altbekannt, dass die Marke auch eine, zugegeben recht spezielle Brettrange anbietet, wissen nur die wenigsten. Im Interview spricht Shaper Ola ...

  • Was macht eigentlich Kauli Seadi?

    19.07.2019Sechs Jahre ist es her, dass Kauli Seadi dem Worldcup den Rücken kehrte. Seitdem nimmt er sich die Freiheit, das zu tun, was er liebt: Reisen, einsame Wellen surfen und Bilder für ...

  • Julien Quentel

    27.10.2014Frankreich ist verrückt! Verrückt nach Slalom. Darum ist Weltmeister Antoine Albeau hier ein König. Doch mit Julien Quentel sägt nicht nur ein Konkurrent an seinem Thron, sondern ...