Moritz Schoentag

 • Publiziert vor 13 Jahren

Der 16-Jährige enttäuschte seine Förderer nicht. Souverän gewann der Schüler alle fünf Wettfahrten bei der Jugend-Meisterschaft. Jetzt wagt das Talent vom Regatta Surf Club Chiemsee (RSCC) den Umstieg auf das breitere Olympiaboard RS:X.

Die Mama spielte unterm Jahr den Driver bei den Fahrten zu den Regatten, Co-Trainer Toni Stadler gab ihm am Olympia-Stützpunkt in Prien-Harras den letzten Schliff und BSV-Coach Dr. Thomas Reulein stellte Moritz Schoentag taktisch auf die Jugend- Meisterschaft mit dem Nachwuchs-Brett Bic Techno 293 ein. Da musste beim Heimspiel auf seinem Chiemsee der Titel her. Und der 16-Jährige enttäuschte seine Förderer nicht. Souverän gewann der Schüler alle fünf Wettfahrten. Jetzt wagt das Talent vom Regatta Surf Club Chiemsee (RSCC) den Umstieg auf das breitere Olympiaboard RS:X. Du hast direkt nach der RS:X-Meisterschaft von Deutschlands Spitzensurferin Romy Kinzl das Olympiabrett gekauft?

SCHOENTAG: Dafür musste ich auch gewaltig sparen, in den Ferien hab’ ich auf Baustellen gearbeitet. Von der Verwandtschaft gab’s auch noch Zuschuss. Aber ich will jetzt unbedingt eine Klasse höher surfen, mich vergleichen. Wie sieht der nächste Schritt dazu aus? Viel trainieren und mit guten Ergebnissen in den D/C-Landeskader des Bayerischen Segler-Verbandes aufrücken. Zweimal Meister auf dem Bic Techno 293. Dein Weg dorthin?

Los ging’s bei mir, weil ich mal einen Neopren-Anzug probieren wollte, meine Nachbarin hatte mir davon erzählt. Dann fing ich mit 12 Jahren auf einem Hifly Dino an, machte bei einem Ferienprogramm für Kinder weiter. Ab da war ich jeden Tag auf dem Wasser. Darauf folgte der erste Rookie-Cup. Ich war gleich an der ersten Boje vorne, surfte dann aber den falschen Kurs. Woran liegt für dich die Faszination beim Regattasurfen?

Surfen in der Gruppe, der Wettkampf, und Pokale für die vorderen Plätze abstauben. Wer hat dich entdeckt? BSV-Trainer Dr. Thomas Reulein, der auch den Stützpunkt am Chiemsee leitet, hat mich in die Nachwuchsgruppe geholt. Vor dem Techno bist du auch noch auf dem Mistral One Design Regatten gefahren, Wie empfandest du den Umstieg?

Am Anfang hat mir der Bic keinen Spaß gemacht, der war gegenüber dem One Design an der Kreuz zu langsam. Aber als das 7,8er-Segel erlaubt wurde, ging’s dann besser. Du hast die Bic Techno-Klasse ziemlich dominiert. Wo lagen deine Stärken?

Hab’ viel Boardspeed trainiert, und mit nur 60 Kilo und dem 7,8er komme ich ziemlich schnell ins Gleiten. Ich pumpe beim Start gleich ziemlich heftig los, damit ich freien Wind habe. Damit’s richtig abgeht, habe ich mir ein Segel von Tushingham gekauft, das soll sogar mal eine Weltmeisterschaft gewonnen haben. Viele Talente haben ein Vorbild, du auch? Klar, den Stadler Toni, der ist mal Neunter bei der Jugend-WM des Weltsegel-Verbandes ISAF geworden. Außerdem ist er mein Clubtrainer. Gibt’s neben Windsurfen für dich noch andere Action? Im Winter Eishockey, im Sommer noch Inline-Hockey. Und wenn richtig viel Wind ist, geh’ ich auch mit kurzen Brettern raus. Ich will auch im Freestyle noch einiges lernen. Slalom interessiert mich auch, am Gardasee bin ich mal einen Fun Slalom mitgesurft. Jetzt steht dein nächster Aufstieg an. Das Olympiabrett RS:X reizt dich?

Schon, da geht’s international richtig ab auf den großen Regatten. Mein Traum wäre natürlich eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016.

Weißt du, wo die stattfinden? Keine Ahnung. (die Red.: Wird am 9. Oktober 2009 vom IOC bestimmt) STECKBRIEFGeburtsdatum: 9.11.1991

Wohnort: Bernau Homespot: Chiemsee bei Prien-Harras Surf-Club: RSC Chiemsee Sponsoren: ATI Spedition Größte Erfolge: 1. Platz Bestenermittlung 2006 und 2007 Bic Techno 293 Ziele: Auf dem Olympiabrett RS:X in den D/C-Kader kommen, Olympische Spiele 2016

Interview: Alois Mühlegger, Fotos: Cornelia Thiele


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