Redaktion

Peter Munzlinger

  • Christl Borst-Friebe
29.03.2012

Der Kreis schließt sich: Peter Munzlinger, geboren in Köln, aufgewachsen an der italienischen Küste, Karriere gemacht am Gardasee und auf Sardinien, kehrt nun zu einer Kölner Firma zurück: Für Gaastra entwickelt und schneidert er seit Ende 2010 die Segel und kreierte gleich in der ersten Saison ein Weltmeister-Segel.

Während die Shaper vieler Boardmarken oft wie Stars gefeiert und entsprechend vermarktet werden, führen die Segelmacher meist ein Schattendasein. Stell dich unseren Lesern doch bitte mal ein wenig genauer vor.

Munzlinger: Ich bin 1962 in Deutschland, in Köln geboren. Insofern ist es ganz lustig, dass ich jetzt wieder für Gaastra, deren Firmensitz ja jetzt bei Knut Budig in Köln ist, arbeite. Mit vier Jahren bin ich mit meinen Eltern nach Italien und in der Toskana aufgewachsen. Da habe ich dann erst mal mit dem Segeln angefangen, auf einem Katamaran, so ähnlich wie ein Hobbie Cat. Als die ersten Windsurfer kamen, damals noch mit dem Ten Cate und Holzgabelbaum, haben wir die erst einmal ein bisschen belächelt. Im Vergleich zum Cat waren die so langsam. Aber dann habe ich die ersten Windsurfer in der Welle gesehen, auch noch mit den alten Brettern, aber das sah schon besser aus. Ich bin dann in eine Surfschule gegangen und habe es selbst versucht und danach war ich infiziert. Damals war ich so 16 Jahre. Ich habe mir sofort ein Ten Cate-Brett gekauft und den Rest der Schulferien in dem Jahr am Strand verbracht. Den ganzen Winter bin auch gesurft und habe im nächsten Frühjahr gleich angefangen Regatten zu fahren. Ich habe dann noch meine Schule fertig gemacht und kurz angefangen zu studieren. Aber dann bekam ich ein Angebot, im Surfshop Oradini am Gardasee zu arbeiten – und das habe ich angenommen.

Wie bist du Segelmacher geworden?

Viele Surfer wollten damals immer Boards bauen. Das hat mich aber nicht so interessiert. Mich haben Segel immer mehr interessiert. Bevor ich zum Gardasee ging, habe ich schon mit einem Freund unsere Regattasegel der Division II, die ja nicht durchgelattet waren, umgeschneidert für unsere Shortboards. Zu der Zeit schwappte die Revolution der kurzen Boards von Hawaii herüber. Da wart ihr als Magazin ja nicht ganz unschuldig, indem ihr die tollen Fotos mit den ersten “Sprungbrettern” gezeigt habt. Und das wollte auch jeder hier haben, erst recht, nachdem Robby Naish das erste Mal am Gardasee war. Und so haben wir unsere Segel umgebastelt. Bei Oradini habe ich angefangen, für North die Reparaturen durchzuführen. Ich war dann kurz in der Firmenzentrale in Penzberg beim damaligen Boss Eckart Wagner. Dort standen zwei  professionelle Nähmaschinen, die man mir kurz erklärt hat.

Das gesamte Interview mit Peter Munzlinger lest ihr als PDF-Download.

Input gefragt: 2011 hatte Gaastra das stärkste Freestyle-Team im Worldcup. Peter (l.) profitierte vom Input von Fahrern wie Davy Scheffers (l.), Tonky Frans (2.v.r.) und Ssteven van Brockhoven.

Auf Sardinien testet Peter auch selbst die Prototypen. Bis vor einigen Jahren fuhr er selbst erfolgreich Regatten. „Da lernst du, ans Limit zu gehen. Das ist bei der Segelentwicklung sehr wichtig.“

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