Philip Köster

  • Andreas Erbe
 • Publiziert vor 8 Jahren

Sein Parkett ist nicht mehr nur der Ozean. Nach seinem Titelgewinn musste Philip Köster im Turbo-Tempo lernen, wie man eine Fliege bindet und einen Premierminister begrüßt. Selten wurde einem Windsurfer so viel Aufmerksamkeit entgegen gebracht. Doch jetzt ist wieder Spaß auf dem Wasser angesagt, damit das Projekt Weltmeister 2.0 gelingt.

Philip Köster ist der jüngste und erste deutsche Weltmeister im Waveriding. Die alte Fußballweisheit besagt: Den Titel zu gewinnen ist einfach, ihn zu verteidigen verdammt schwer. Doch wie Borussia Dortmund versucht Philip das Double mit Spaß zu sichern. Wir begleiten den 18-Jährigen in den nächsten Monaten bei der Mission Titelverteidigung.

Der Titelgewinn ist nun etwa ein halbes Jahr her, wie hat sich seither dein Leben verändert?

Mein Leben hat sich seitdem nicht sehr verändert, wenn ich am Strand bin, bitten mich ab und zu mal welche um ein Autogramm oder ein Foto und wollen, dass ich ihnen Tipps gebe.

Wievielmal musstest du den schwarzen Boss-Anzug anstatt des schwarzen Neos tragen?

Eigentlich nur dreimal , bei der Verleihung des GQ Man of the Year in Berlin, in Baden-Baden bei der Gala zum Sportler des Jahres, und in London beim Laureus Sports Award.

Was war der beeindruckendste Auftritt für dich?

Das kann ich nicht sagen, die Nominierung zum GQ Man of the Year hat mich wirklich total überrascht, erst wusste ich gar nicht, was das sein sollte, und dann war es wirklich unglaublich schön und der Bühnenauftritt ging ziemlich gut. In Baden-Baden habe ich so tolle Sportler kennen gelernt aus so vielen verschiedenen Sportarten und alle sind irgendwie lässig und “normal”. So habe ich einen Einblick in verschiedene Sportarten bekommen. Und in London hatte ich eine riesige Suite für mich alleine, ich war in der Downing Street und habe Tony Hawk kennen gelernt und festgestellt, dass die Behauptung stimmt, die Engländer könnten kein besonders gutes Frühstück machen :-) Das waren alles Spitzenerlebnisse! Außerdem war ich vorher noch nie in Berlin, Baden-Baden und London.

Jetzt zum Windsurfen: Welche Spots hast du im Winter besucht?

Ich war auf Maui zum Segeltesten, dann in Australien zum Fotoshoot für meinen Boardsponsor Starboard und dann wieder auf Maui zum Trainieren und photoshooten.

Verhalten sich jetzt zum Beispiel die Locals auf Maui dir gegenüber anders als vor dem Titelgewinn?

Ne, die Locals verhalten sich immer noch gleich, was ich auch gut finde, da sind ja auch genug Windsurfer, die super sind, und nun gehöre ich auch zu denen, die einen Titel haben, mehr nicht. Ziemlich relaxt alles, allerdings spreche ich jetzt öfter mit Mark Angulo, Kai Katchadorian, Cisco Goya und Levi Siver, die sind einfach interessant und haben’s drauf.

Hattest du die Gelegenheit, in Jaws zu surfen?

Nein, dieses Mal ist die Welle in Jaws nicht gebrochen als ich da war, aber wenn’s klappt, habe ich schon noch vor, in Jaws zu surfen, man muss ein wenig vororganisieren, Jetski etc.

Wir haben im Internet ein paar Fotos gesehen, auf denen du in Hookipa einen Doppelloop beim Wellenabreiten machst. War das geplant und wird das nun dein neuer Signature Move?

Dieses Jahr hatten wir schon einige Tage mit sehr extremen Bedingungen in Hookipa. Das war so ein Tag und da passte der Doppelloop gut dazu, ich plane so etwas nicht, das war spontan aus der Freude heraus. Es lief alles recht gut an diesem Tag und so hatte ich einfach nur Spaß, auf Maui und in Hookipa zu sein. Ich springe ja sowieso immer irgendwie und irgendwas, auch mit dem Freeridematerial beim Shooting.

Die Zeit zwischen dem letzten Contest in Klitmøller und dem nächsten (hoffentlich in Pozo) ist extrem lang. Wie hältst du die Spannung hoch, fährst du andere Wettkämpfe und wie bereitest du dich vor?

Ich mache vielleicht bei ein paar lokalen Slalomevents mit, aber sonst teste ich viel Boards, surfe für mich und versuche die ganzen Manöver zu perfektionieren. Wenn dann mal kein Wind ist, geh’ ich auch sehr gerne Wellenreiten und Stand-up-Paddeln. Also meine Vorbereitung ist, Spaß auf dem Wasser zu haben.

Wer, glaubst du, sind deine härtesten Konkurrenten in diesem Jahr?

Ich glaube, meine stärksten Konkurrenten sind wie letztes Jahr Victor (Fernandez), Ricardo (Campello) und Kauli (Seadi). Die drei machen es einem echt schwer auf dem Wasser.

Wirst du versuchen, beim Red Bull Storm Chase mitzufahren?

Wenn es alles zeitlich gut hinkommt, werde ich es versuchen. Ich habe kürzlich gerade wieder den Film vom letzten Red Bull Storm Chase angeguckt und es hat mich sehr fasziniert.

Fotos: John Carter, Text: Andreas Erbe

Philip zeigt sein Potenzial auf Hookipa.

Wunderkinder unter sich: Boris Becker und Philip.


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