Philip Köster - Interview

  • Andreas Erbe
 • Publiziert vor 9 Jahren

Im März wurde der Weltmeister volljährig. Nun machte er in einem Crashkurs in Hamburg seinen Führerschein. Mit dem Freifahrtschein wird nicht nur für Weltmeister, sondern für alle jungen Surfer der Traum von der großen Freiheit wahr.

In Australien beim Starboard Fotoshooting musste Philip auf die Muskelkraft vertrauen.

Du warst im Mai gut zwei Wochen in Hamburg. Warst du jemals so lange in einer Großstadt?

Da muss ich mal überlegen. Nein, war ich tatsächlich nicht, diesmal hatte meine Reise ja auch nicht viel mit Windsurfen zu tun. Außer natürlich der Besuch beim surf-Festival, was mal wieder super war!

Wie hat dir das Stadtleben gefallen?

Mir gefällt Hamburg sehr gut, abends ist einfach viel mehr los, man kann viel mehr unternehmen und auswählen, wonach einem der Sinn steht. Aber nicht nur in der Stadt, sondern auch außerhalb im Umland oder etwas weiter weg wird viel angeboten, um Action zu haben. Ich war kürzlich wieder im Snow Dome in Bispingen, da war ich nun schon öfter zum Snowboarden, auch zusammen mit meiner Schwester Kyra. Geht schon ganz locker, obwohl die ersten Stürze echt weh taten. Diesen Winter hatte es ja wieder nicht geklappt mit einem Snowboardurlaub, und so ist es echt cool.

In der kurzen Zeit hast du deinen Führerschein gemacht. Was waren die größten Probleme?

Eigentlich hatte ich keine großen Probleme mit dem Führerschein, meine Fahrschule Fahrzination hat einen absoluten Intensivkurs speziell für mich zusammengebastelt. Natürlich habe ich gefühlte 24 Stunden am Tag lernen müssen, aber das war nicht so schlimm. Ich hatte während meines Aufenthaltes in Hamburg eher zeitliche Probleme, Promotion und Fahrschulzeiten unter einen Hut zu bringen. So hatte ich zum Beispiel einen Auftritt bei der Shoppingnacht im Alsterhaus mit VW sowie Filmaufnahmen in Berlin und in Hamburg für den Red Bull Soulwave in Klitmøller. Und natürlich das surf-Festival, das ich auf keinen Fall verpassen wollte.

Wie war das Fahren in der Großstadt?

Der Autoverkehr in Hamburg ist ganz klar komplett anders als auf Gran Canaria, Berufsverkehr, Stau, Radfahrer, viel mehr Kreuzungen, das war neu für mich. Aber ich bin da locker rangegangen und es hat super geklappt. Las Palmas ist ja eher klein, aber ich denke dafür ziemlich chaotisch für mich als Fahranfänger, aber auch das geht dann irgendwann easy.

Zur gleichen Zeit war Wave-DWC auf Sylt. Du warst zwar wegen deiner Führerscheinprüfung nicht persönlich dort, aber auf einigen Presseshots sah man Bilder von dir mit dem Sponsorlogo vom Event im Segel. Wie kam das und wie fandest du das?

Es war klar, dass ich diesmal beim DWC nicht dabei sein kann. Denn der Cup begann ja bereits am Mittwoch und ich war noch voll mit meinen Fahrstunden beschäftigt und in andere Termine eingebunden. Die Veranstalter hätten mich natürlich gerne auf Sylt gehabt, weil es wichtig für die PR des Cups gewesen wäre und haben mich schon sehr gedrängt zu kommen. Wer mich kennt, weiß, dass ich wirklich gerne bei Wettkämpfen fahre, und ich war schon dreimal, sogar mit Slalommaterial, beim DWC, aber diesmal ging’s einfach nicht. Leider sind dann in der Presse trotzdem Fotos von mir mit dem Eventlogo erschienen, das ist natürlich nicht so toll und auch rechtlich nicht in Ordnung. Der Veranstalter hat sich dafür auch entschuldigt. Aber nun ist das Thema durch, ich denke, im nächsten Jahr wird alles prima laufen, und ich werde wieder hochmotiviert mitmachen – sollte ich Zeit haben.

Auf dem surf-Festival kursierten wieder Gerüchte, dass du mittlerweile den Triple geschafft hast. Stimmt das oder wie ist da der Stand der Dinge?

Nein, das ist nach wie vor ein Gerücht. Ich hatte leider nicht oft optimale Trainingsbedingungen für den Triple, der Winter auf Gran Canaria war eher windlos und in Australien bin ich zwar in Gnaraloo täglich viele Stunden bei traumhaften Wind- und Wellenbedingungen gesurft. Aber auch da war nicht daran zu denken, naja vielleicht schon, aber ich glaube Svein (Boss von Starboard) hätte echt was dagegen gehabt, wenn ich ein Fotoshoot-Board crashe, wo wir zirka 27 Stunden gefahren sind, um an den Ort zu kommen. Ich hab’s im Kopf und das Manöver reizt mich sehr, aber es geht nur mit absolut optimalen Voraussetzungen.

Ganz aktuell steht in den Läden eine Red Bull Philip Köster und eine Sebastian Vettel Edition. Was ist das für ein Gefühl, neben dem Formel-1-Weltmeister im Regal zu stehen?

Ehrlich gesagt bin ich schon stolz drauf. Es gefällt mir wirklich gut, aber außerdem finde ich die Idee von Red Bull super.

Gibt es neue Manöver, die du in dieser Saison in der Welle präsentieren willst? Auf einigen Videos deiner Hauptkonkurrenten sah man, dass sie im Winter viele von deinen Special Moves wie One Handed Goiter trainiert haben. Hast du was Neues auf Lager?

Ich habe so einiges im Kopf, wird aber nicht verraten...

Du bist in den letzten Monaten viel rumgekommen und hast wahrscheinlich viele junge Fahrer (auch auf Gran Canaria) gesehen. Gibt es Youngster, die dich besonders beeindruckt haben?

Da gibt es sicher unglaulich viele, die in ihren Bedingungen zweifelsfrei super sind! Ich weiß jetzt keinen Namen, aber man sieht sie schon, und ich hoffe auch, dass es immer mehr werden! Wie ist dein Plan bis zum ersten Wave- Worldcup in Pozo.

Trainierst du jetzt erstmal Zuhause oder gehst du noch mal auf Reisen?

Ich bleibe jetzt auf Gran Canaria, wobei ich noch den Soulwave in Klitmøller mitmachen möchte. Ich bin jetzt nicht der beste SUPer, dafür mache ich es viel zu selten, aber mir machen solche Events sehr viel Spaß und das sollte man wirklich nicht vergessen dabei – einfach mitmachen und sehen was geht

14 Tage pauken und im Großstadtdschungel Autofahren lernen, dann war’s geschafft – und Sponsor VW sorgte gleich für einen passenden Untersatz.

Beim Jever surf-Festival musste Philip bei der ION SUPChallenge auch auf die Muskelkraft vertrauen.

Themen: InterviewKösterPhilip


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