Radikale Pozo-Girls

 • Publiziert vor 16 Jahren

Wer von windsurfenden Frauen in Pozo hört, denkt in erster Linie an die „Morenos“. Aber im Schatten der bekannten Zwillinge hat sich am Hardcore-Spot auf Gran Canaria eine Riege von „Giri“-Girls (blonden Ausländerinnen) etabliert, die mit hohen Sprüngen, radikalen Wellenritten und geilen Back- und Frontloops auf sich aufmerksam macht. Die österreichische Worldcupperin Claudia Vogt verrät, wer hinter den zarten aber zähen Geschöpfen steckt, und warum sie gerade einen der härtesten Spots der Welt zu ihrem liebsten Surfrevier auserkoren haben.

Abi ‘98 – gerade 18 und endlich frei. Mein einziges Ziel nach den bestandenen Prüfungen lautete: Nichts wie weg. Aber anstatt die obligatorische Reise mit Ex-Schulkameraden nach Ibiza oder auf eine der griechischen Inseln mitzumachen, buchte ich die Fähre nach Gran Canaria und landete in Pozo, einem Spot, der in der Windsurfszene als der Hardcore-Platz schlechthin bekannt ist. Gute acht Beaufort sind keine Ausnahme, sondern im Sommer die Regel. Als einziges Mädel, abgesehen von den beiden Local-Superstars Daida und Iballa Moreno, mühte ich mich damals ab, um nicht mit meinem 3,7er-Segel in Richtung Marokko auf und davon zu fliegen. Jedesmal, wenn ich ohne Surfschuhe und ohne die Halse zu beherrschen über die großen Kullersteine ins Wasser stolperte, begleiteten mich bewundernde Blicke der Männer. Aber trotz aufgeschnittener Füße und Platzwunden am Kopf wollte ich nirgendwo anders Windsurfen lernen als genau an diesem Ort.

Radikale Pozo-Girls

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