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Sailloft Hamburg

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20.05.2011

Zahnmediziner und Jurist – Gerrit Maaß und Olaf Hamelmanns Eltern waren nach dem Studium sicher schon stolz auf ihre Sprösslinge, doch dann schlugen die beiden auf der Karriereleiter einen völlig anderen Weg ein. Sie gaben ihrer eigentlichen Leidenschaft nach und gründeten die Segelmarke Sailloft Hamburg – heute hat sich die kleine Custom- Made-Schneiderei zu einem respektierten, aufstrebenden Unternehmen entwickelt.

Gerrit Maaß und Olaf Hamelmann

1992 lernten sich Gerrit und Olaf durch einen Kunden kennen, der Custom-Segel von beiden hatte. Aus Mitbewerbern wurden Bekannte und aus Bekannten wurden Freunde. 1996 geben Gerrit und Olaf den Startschuss für Ihre gemeinsame Segelmarke Sailloft in Hamburg. Damit gehen die beiden mit eigenem Kapital und vollem Zeiteinsatz ein hohes Risiko ein, um gegen “die Großen” der Branche anzutreten. In den Sailloft-Anfängen sind es noch Segel- Einzelanfertigungen. 200 Stück wurden jährlich in Hamburg genäht. 15 Stunden benötigten sie für die Fertigung eines Custom-Segels – vom ersten Ausschnitt bis zum finalen Setzen der Segelöse. Das allerdings auch nur, erzählt Gerrit, wenn man lediglich noch die  Einzelteile – die Bahnen aus Monofilm, Mylar oder X-Ply, die Verstärkungspatches, Lattentaschen und Lattenspanner – wie aus dem Baukasten – zusammenfügen muss. Das ist Segelmacherhandwerk. Dabei entstehen allein Materialkosten in Höhe von 200 Euro. Und die Arbeit des Segelentwicklers ist hierbei gar nicht erst mitgerechnet.

Es zeigte sich bereits gegen Ende der 90er Jahre, dass die Kunden nach immer mehr Features wie integrierten Mastprotektoren, Kedern als Scheuerschutz hier und Gummilabels da verlangten. Es war absehbar, dass dieser Trend bald nicht mehr mit heimischer Arbeit zu leisten war. Ehe man sich versah, dauerte ein Segel schon 25 Stunden in der Herstellung. Eine Entscheidung musste ins Haus. Vom Custom-Segel zum Serien-Segel 1999 gelang Gerrit und Olaf der Übergang von Custom-Segeln aus der heimischen Segelmacherei zur ersten Kleinserienproduktion in Fernost. “Wir sind zu einer Segelproduktionsfabrik nach Sri Lanka geflogen, unterm Arm nur die Schablonen für unsere Segel und ein paar Muster. Dort haben wir unsere erste Order über 60 Segel aufgegeben. Zwei Segellinien mit acht verschiedenen Größen. Da wurde mehr oder weniger jedes Segel einzeln gebaut”, lacht Olaf.

Seitdem haben die beiden beständig bei dieser Firma in Sri Lanka ihre Segel produzieren lassen. Sie sind mehrmals im Jahr für ein paar Wochen drüben, um die Produktion zu überwachen und Neuerungen einzuführen. Wenn er die gesamte Zeit zusammenrechne, dann “habe ich schon ein Jahr meines Lebens in dieser Factory verbracht”, rechnet Gerrit hoch. “Die Stückzahlen sind in den vergangenen Jahren ständig raufgegangen, mittlerweile sind es über 1000 Segel im Jahr”, führt Gerrit aus. Handelte es sich anfänglich noch um zwei Segellinien, so deckt die 2011er Kollektion vom Wave- bis zum Freeracesegel mit sieben Linien bereits fast das ganze Spektrum ab.

Das gesamte Portrait der Firma Sailloft Hamburg mit Interview von Gerrit Maaß und Olaf Hamelmann lest ihr als PDF-Download.

Typisch Sailloft – auch die Testfahrer werden schon mal getestet, indem man ihnen zwei vermeindlich unterschiedliche, in Wahrheit aber identische Segel zum Vergleichstest unterjubelt.

 

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