Sailloft Hamburg

  • reemedia
 • Publiziert vor 10 Jahren

Zahnmediziner und Jurist – Gerrit Maaß und Olaf Hamelmanns Eltern waren nach dem Studium sicher schon stolz auf ihre Sprösslinge, doch dann schlugen die beiden auf der Karriereleiter einen völlig anderen Weg ein. Sie gaben ihrer eigentlichen Leidenschaft nach und gründeten die Segelmarke Sailloft Hamburg – heute hat sich die kleine Custom- Made-Schneiderei zu einem respektierten, aufstrebenden Unternehmen entwickelt.

Gerrit Maaß und Olaf Hamelmann

1992 lernten sich Gerrit und Olaf durch einen Kunden kennen, der Custom-Segel von beiden hatte. Aus Mitbewerbern wurden Bekannte und aus Bekannten wurden Freunde. 1996 geben Gerrit und Olaf den Startschuss für Ihre gemeinsame Segelmarke Sailloft in Hamburg. Damit gehen die beiden mit eigenem Kapital und vollem Zeiteinsatz ein hohes Risiko ein, um gegen “die Großen” der Branche anzutreten. In den Sailloft-Anfängen sind es noch Segel- Einzelanfertigungen. 200 Stück wurden jährlich in Hamburg genäht. 15 Stunden benötigten sie für die Fertigung eines Custom-Segels – vom ersten Ausschnitt bis zum finalen Setzen der Segelöse. Das allerdings auch nur, erzählt Gerrit, wenn man lediglich noch die  Einzelteile – die Bahnen aus Monofilm, Mylar oder X-Ply, die Verstärkungspatches, Lattentaschen und Lattenspanner – wie aus dem Baukasten – zusammenfügen muss. Das ist Segelmacherhandwerk. Dabei entstehen allein Materialkosten in Höhe von 200 Euro. Und die Arbeit des Segelentwicklers ist hierbei gar nicht erst mitgerechnet.

Es zeigte sich bereits gegen Ende der 90er Jahre, dass die Kunden nach immer mehr Features wie integrierten Mastprotektoren, Kedern als Scheuerschutz hier und Gummilabels da verlangten. Es war absehbar, dass dieser Trend bald nicht mehr mit heimischer Arbeit zu leisten war. Ehe man sich versah, dauerte ein Segel schon 25 Stunden in der Herstellung. Eine Entscheidung musste ins Haus. Vom Custom-Segel zum Serien-Segel 1999 gelang Gerrit und Olaf der Übergang von Custom-Segeln aus der heimischen Segelmacherei zur ersten Kleinserienproduktion in Fernost. “Wir sind zu einer Segelproduktionsfabrik nach Sri Lanka geflogen, unterm Arm nur die Schablonen für unsere Segel und ein paar Muster. Dort haben wir unsere erste Order über 60 Segel aufgegeben. Zwei Segellinien mit acht verschiedenen Größen. Da wurde mehr oder weniger jedes Segel einzeln gebaut”, lacht Olaf.

Seitdem haben die beiden beständig bei dieser Firma in Sri Lanka ihre Segel produzieren lassen. Sie sind mehrmals im Jahr für ein paar Wochen drüben, um die Produktion zu überwachen und Neuerungen einzuführen. Wenn er die gesamte Zeit zusammenrechne, dann “habe ich schon ein Jahr meines Lebens in dieser Factory verbracht”, rechnet Gerrit hoch. “Die Stückzahlen sind in den vergangenen Jahren ständig raufgegangen, mittlerweile sind es über 1000 Segel im Jahr”, führt Gerrit aus. Handelte es sich anfänglich noch um zwei Segellinien, so deckt die 2011er Kollektion vom Wave- bis zum Freeracesegel mit sieben Linien bereits fast das ganze Spektrum ab.

Das gesamte Portrait der Firma Sailloft Hamburg mit Interview von Gerrit Maaß und Olaf Hamelmann lest ihr als PDF-Download.

Typisch Sailloft – auch die Testfahrer werden schon mal getestet, indem man ihnen zwei vermeindlich unterschiedliche, in Wahrheit aber identische Segel zum Vergleichstest unterjubelt.

 

Themen: DownloadHamburgSailloft

  • 0,00 €
    Sailloft Hamburg

Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Gaastra Poison 5,4

    23.01.2012surf-Empfehlung: Mit dem Poison kann, aufgrund seiner ausgewogenen Mischung aus gutem Handling, Kontrolle und Fahrleistung, eigentlich jeder Windsurfer an jedem Spot – egal ob ...

  • Fanatic FreeWave 105 TE

    22.07.2010Da steckt wirklich drin was draufsteht. Der große FreeWave fährt ganz ähnlich wie der schon getestete 85er. Radikal in Manövern, super drehend und eine Ansage an alle reinen ...

  • RRD Freestyle Wave 96 LTD

    15.04.2011surf-Empfehlung: Der RRD ist ein überragendes Easy-Halsenboard für kabbelige Reviere, mit großem Einsatzbereich auch bei viel Wind. Als Freestyleboard erfordert es etwas mehr ...

  • Craig Gertenbach

    26.06.2008Ob man heute noch einmal eine Surfbrettmarke Fanatic nennen würde? Wohl kaum, zu negativ ist der Begriff fanatisch in der heutigen Zeit besetzt. Damals, in den frühen 80ern , ...

  • Gaastra Remedy 6,0

    20.05.2010Das Remedy bewährt sich wie bereits in den Jahren zuvor als sehr gut kontrollierbares und vor allem extrem schnelles Segel. Wer ein camberloses Segel zum Gasgeben sucht, das ...

  • Goya Custom Quad 78 PRO

    21.01.2011Der Goya ist ein recht groß wirkendes, weich und kontrolliert gleitendes und ebenso drehendes Brett für fast alle Wavebedingungen. Das Board ist in keiner Disziplin Top, leistet ...

  • RRD FreeStyleWave 101 LTD

    22.07.2010Der RRD ist das komfortabelste Board mit den besten Einsatzmöglichkeiten bei kabbeligem Wasser und viel Wind. Daher auch eine gute Wahl als Ein-Brett-Lösung für Surfer ohne allzu ...

  • Freeride- und Freeracesegel 2010

    20.06.2010Die Facetten dessen, was man mit einem Achter-Segel anstellt, sind vielfältig. Ob du dich an der Gabel festbeißt und bei 20 Knoten deinen Speedrekord anpeilst oder dich mit ...

  • RRD FreestyleWave 105 Ltd

    30.04.2009Das komfortabelste Board der Gruppe mit riesigem Einsatzbereich. Nicht das schnellste, dafür vielseitig in Manövern und traumhaft einfach zu kontrollieren.