Scott McKercher

 • Publiziert vor 16 Jahren

Viele wilde Vögel leben in Australien. Einer von ihnen ist ausgezogen, um die Wahrheit zu finden. Alkohol, Drogen, viele Glücksmomente, eine schwere Krankheit und das Meer begleiteten Scott McKercher auf seiner Reise. Surfen war für ihn ein Mittel der Selbstfindung. Jetzt (2004) ist er Weltmeister in der Welle. Das war erst der Anfang!

Als Grundschul-Referendar musste Scott 1992 eine Probestunde abhalten und wurde dabei gefilmt. Als er das Video später betrachtete, wirkte es für ihn wie eine „out of body experience“, eine außerkörperliche Erfahrung. Was er sah, gefiel ihm überhaupt nicht: Das Bild eines von Sonne, Alkohol und Drogen gezeichneten Körpers, der nicht aus Überzeugung handelte. Scott brach zusammen und verließ tränenüberströmt die Schule. Optisch ähnelt der Australier aus Perth eher einem derben Rugby-Spieler als einem braungebrannten Surfer. Seit seinem zwölften Lebensjahr gab es aber kaum etwas Wichtigeres als Windsurfen und Wellenreiten – bis die gesellschaftliche Vernunft ihn zum Studium drängte. Als Lehrer hätte man viel Freizeit, dachte er – bis es zu dem Vorfall nach dem Probeunterricht kam. Sollte er sein Lehramtsstudium an den Nagel hängen und seinen Windsurf-Ambitionen nachgehen? Nach langen Gesprächen mit seiner Schwester und Freunden flüchtete er schließlich an die Westküste nördlich von seiner Heimatstadt Perth, um zum Surfen zu gehen. Die Antwort auf seine Fragen fand er in der Welle von Gnaraloo: Er wollte Profiwindsurfer werden.

Scott McKercher

7 Bilder

Interview: Gilles Calvet/Steve Chismar, Fotos: Gilles Calvet, Jamie Scott,  Alan Williams, Malcom McKercher


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