STECKBRIEF:Tilo Eber

  • Tim Verhoeven
 • Publiziert vor 14 Jahren

Sein Vater ist dem Sport bereits seit der ersten Stunde verfallen. Tilos Halbbruder Thomas trat in den 90ern erfolgreich im Euro-Funboard-Cup an.Tilo fing zwar mit dem Windsurfen an, jedoch ohne die Begeisterung, die für die hohe Schule der besten Surfer Deutschlands nötig gewesen wäre. Erst als er auf einem der zahlreichen Seen Bayerns Moves wie Volcans, Spinloops und Spocks auf Flachwasser sah, wurde er vom Surfvirus infiziert. Die Begeisterung, die vorher gefehlt hatte, war auf Anhieb da.

STECKBRIEF

Geburtsdatum: 17.5.1986 Wohnort: Kiel Homespot: Altmühlsee, Brombachsee Sponsoren: Tabou und Gaastra Liebingsgetränk: Kaba und Weißbier Ziel: Erfolg im Studium und beim Surfen. Dabei die schönsten Spots der Welt bereisen.

Es ist fast nicht zu glauben: Mit 20 Jahren ist Tilo Eber schon einer der Älteren, die hier im Talentschuppen vorgestellt werden. Betrachtet man die durch die Familie gegebenen Möglichkeiten, müsste Tilo mittlerweile schon lange Surfprofi sein. Sein Vater, Manfred Eber, ist dem Sport bereits seit der ersten Stunde verfallen, surfte in den 70ern die Regatten der Offenen Klasse und lebte zeitweise vom Verkauf selbstgebauter Windsurfboards. Er qualifizierte sich auf diesen sogar für die Weltmeisterschaften in Barbados Anfang der 80er. Tilos Halbbruder Thomas trat in den 90ern erfolgreich im Euro-Funboard-Cup an und ist ebenfalls bis heute dem Windsurfsport treu geblieben.

Doch warum hat man vorher nichts von Tilo Eber gehört? Wäre Tilo, wie die meisten talentierten Windsurfer, im Norden Deutschlands aufgewachsen, so wäre dies wahrscheinlich längst geschehen. Doch Tilo wurde in Bayern groß und liebt den Winter. Statt zum Windsurfen zu gehen, verbrachte er seine Jugend lieber auf den nahe gelegenen Bergen beim Skifahren oder schätzte das Spiel mit der schwarzen Scheibe beim Eishockey. Er fing dann später zwar mit dem Windsurfen an, jedoch ohne die Begeisterung, die für die hohe Schule der besten Surfer Deutschlands nötig gewesen wäre. Erst  als er auf einem der zahlreichen Seen Bayerns Moves wie Volcans, Spinloops und Spocks auf Flachwasser sah, wurde er vom Surfvirus infiziert.

Die Begeisterung, die vorher gefehlt hatte, war auf Anhieb da. Als stolzer Bayer konnte man plötzlich mit Freestyle auf hohem Level in den Seen im Voralpenland Spaß haben. Kein Wunder, dass Tilo auf dem Windsurfboard eine gute Figur abgab, denn Schnee und Eis ist ja schließlich nur gefrorenes Wasser. Mit einer Menge Ehrgeiz und Talent entwickelte er sich dann innerhalb von kurzer Zeit vom Anfänger zum Freestyle Vorzeige-Talent. Doch auch in der Welle Kapstadts machte er im letzten Winter von sich reden und lernte innerhalb eines Monats Wellentricks, an denen andere Windsurfer Jahre trainieren. Bei seinem ersten und bisher einzigen Contest, dem DWC 2006 auf Rügen, stieg er beim Freestyle mit dem dritten Platz direkt aufs Treppchen. Dabei verwies er Größen wie Bernd Flessner hinter sich und konnte nur von den beiden Freestyle-Assen Jonas Schmidt und Fabian Weber gestoppt werden.

Soviel Erfolg äußert sich bei vielen Surfern oft gleich mit einer hoch stehenden Nase. Nicht so bei Tilo. Er bleibt lieber bescheiden im Hintergrund, will gar nicht im Mittelpunkt stehen. Und auch für seine Freunde hat er immer ein offenes Ohr, denn sie sind ihm wichtiger als alles andere auf der Welt. Da ist es nicht verwunderlich, dass bei der Frage nach seinem perfekten Tag, den er unbedingt gut ausgeschlafen beginnen will, eine ausgiebige Surfsession mit all seinen Kumpels auf dem Programm steht. Und Freunde hat er jetzt auch im Norden: Nach dem Abitur im letzten Jahr hat er sich dann doch gegen den Süden mit seinen Vorzügen für den Wintersport entschieden. Der vergangenen Zivi-Zeit auf Norderney folgt nun das Studium der Meteorologie in Kiel, wo er soviel Zeit auf dem Wasser verbringen will wie möglich. Als waschechter Bayer versteht sich.

Ralf Bachschuster kam auch aus Ingolstadt, warum dann nicht Oettingen im tiefstem Bayern? Tilo ist Franke und stolz darauf.

Themen: STECKBRIEF


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