Svein Rasmussen

 • Publiziert vor 14 Jahren

Als Regattaprofi fühlte sich der Norweger Anfang der 90er trotz harter Arbeit und einiger Erfolge nie wirklich ausgefüllt. Deshalb gründet er 1994 Starboard. Die Boardmarke entwickelt sich zum Flussbett, durch das die Visionen des Herrn Rasmussen fließen. Zuerst belächelt. Dann gefürchtet. Zu Recht: Weltweit ist Starboard Marktführer. Aber das reicht ihm nicht!

Keine Idee bleibt unversucht. Vom revolutionären Schraubenzieher bis zum breitesten Serienboard auf dem Markt; vom visionären HyperSonic bis zum legendären GO-Konzept, Svein Rasmussen setzt Visionen in Bretter um – wie andere Geld in Alkohol. Dafür langte er auch tief in die Ideenkiste und heuerte sogar den Erfinder des Windsurfsports, Jim Drake, an. Alles nur geplante Marketing-Strategien? Wenn ja, dann überraschen sie nicht nur, sie überzeugen: Seine Holzbauweise bestätigt sich und setzt sich durch. Der GO wird zum erfolgreichsten Funboard für Aufsteiger. Mit dem Start revolutioniert er den Schulungsbereich und die breiten und kurzen Bretter sind eine Innovation, die heute, Dank seiner Weitsicht, den gesamten Brettermarkt beherrschen. Neben den Erfolgen erweisen sich, bei allem Eifer, hochgepriesene Konzepte wie der Hypersonic aber auch als Sackgasse. Aber Sveins Geist flattert stetig und frisch wie ein Blatt im Wind. Mit dem schmalen Leichtwind-Verdränger Serenity möchte er wieder die Baggerseesurfer angeln. Denn er hat jetzt die größte aller Visionen: Surfen wird bald wieder mächtig boomen!

Kaum eine Firma ist so stark mit seinem Gründungsvater verhaftet wie Starboard mit dir. Kannst du Starboard aus deinem Leben wegdenken?

SVEIN RASMUSSEN: Oh ja, total. Ich brauch’ nur aus dem Büro gehen, weg vom Windsurfen. Dann bin ich Svein und nicht Starboard. Viele fragen mich: Warum machst du keinen Urlaub in Westaustralien und gehst surfen. Das funktioniert nicht bei mir. Für mich heißt Urlaub: nach Indien fliegen und Yoga lernen. Oder die Familie besuchen. Das ist fantastisch.

Bist du noch genauso ambitioniert beim Surfen wie frührer?

Sicher, aber auf einer anderen Basis. Ich cruise jetzt lieber bei Leichtwind. Früher war mein höchstes Ziel der doppelte Vorwärtsloop. Den hab’ ich lange trainiert. Aber heute freue ich mich wie ein kleines Kind, wenn ich an den Strand komme und all das neue Material testen darf. Dieses Gefühl auf neuem Matrial zu surfen, gibt mir meine Befriedigung. Jetzt geht’s eher darum, warum ein Brett früher gleitet, leichter dreht, angenehmer zu fahren ist. Und es gibt nichts Schöneres als bei einem Sonnenuntergang übers Wasser zu gleiten und die Natur zu genießen.

Svein Rasmussen

4 Bilder

Interview und Fotos: John Carter


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