Talent Björn Schmelzer

 • Publiziert vor 14 Jahren

Mit fünf aufs Brett, mit acht im Trapez gleiten, mit zwölf der erste Frontloop – frühreife Früchtchen, beneidenswerte Einzelfälle – mag man denken. Von wegen, in Deutschland tauchen immer mehr Talente mit so einer Surfgeschichte auf. Verständnisvolle Eltern, besseres Material und (free)stylische Vorbilder bieten einen perfekten Nährboden für große Karrieren.

Björn Schmelzer, der Überflieger

surf bietet diesen Talenten jetzt eine Bühne – im Talentschuppen können  sie auftreten und zeigen, was sie können.  Den Start macht ein 15-Jähriger mit bedeutungsschwangerem Vornamen – Björn ...Schmelzer.

Aber anders als der große Dunkerbeck, der schon als Kind mit den großen Steinen am Strand von Pozo spielen durfte, musste sich Björn Schmelzer mit den Spielplätzen seiner Heimat Kindsbach bei Kaiserslautern zufrieden  geben. Da ist die Karriere als Förster im nahen Pfälzer Wald wesentlich wahrscheinlicher als die eines Windsurf-Profis. Doch Björns Eltern sind leidenschaftliche Surfer, und weil in der Pfalz die größte Wasserfläche wahrscheinlich das Entmüdungsbecken des 1. FC Kaiserslautern ist, waren sie schon immer zum Reisen gezwungen. Björns Kindheitserinnerungen ranken sich um Strände in Venezuela, in Tarifa, auf Hawaii, Barbados oder am Columbia River Gorge. Klar, dass der Bursche mit fünf Jahren die Gabel und nicht die Schaufel in der  Hand hatte.

Claudio Koch lernte Björn bei seinem ersten  Aufenthalt in Kapstadt kennen. Björn war damals gerade zwölf Jahre alt. Claudio erinnert sich:  „Björn wohnte mit seinen Eltern in einem meiner Appartements. Ich war gespannt, wie so ein junger deutscher Windsurfer mit seinem  Edelequipment in der Welle von Kapstadt zurecht kam. Souverän wassert er sein Material und übersteht auch die ersten Weißwasserwalzen. Dann nimmt er die nächste höhere Welle ins Visier – springt ab, zieht lässig am  hinteren Teil der Gabel, rollt sich ein und landet etwas unbeholfen aber konsequent einen Frontloop. Respekt – ich kann es kaum glauben, der  Junge ist gerade mal zwölf.“

Aber liebe besorgte Eltern – ein begnadeter und leidenschaftlicher Windsurfer zu sein, heißt noch lange nicht, das der Nachwuchs nichts  anderes im Kopf hat. Björn tritt fast genauso talentiert gegen den Ball wie er auf dem Brett  tanzt und – vielleicht für Eltern noch wichtiger – der Notenschnitt hat eine Eins vor dem Komma. Da kann man dem Filius auch keinen Hawaii-Trip in den Sommerferien verbieten – oder?

Wenn ihr auch jemand wie Björn seid oder jemanden wie ihn kennt, dann lasst es uns wissen. Schreibt uns, am besten mit aussagekräftigen Fotos im Gummianzug.

surf Magazin, Stichwort: Talentschuppen, Steinerstr. 15 d,  81369 München oder per E-Mail: teams@surfmagazin.de  

 

 

 


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