• Wer hat dich animiert, Regatten zu surfen? Dennis, mein 15-jähriger Bruder. Der surfte schon vor mir auf Wettbewerben, ich hab ihn auf Formel-J-Regatten betreut. Ende 2003 meinte er, wenn ich schon dabei bin, sollte ich auch antreten. Und dann bin ich mit einem zwei Jahre alten Segel und einem Formula Experience von Starboard eingestiegen. Gibt’s jetzt Rivalität im Hause Müller? Nö, wir sehen uns als Team, obwohl mein Bruder richtig Biss hat. Der wird mal richtig gut, ich unterstütz ihn voll. Als Einsteiger hast du gleich die Rookie-Wertung gewonnen. Du surfst doch bestimmt schon länger, oder? Hab’ mit 12 Jahren angefangen, durch meinen Vater. Im Urlaub sind wir oft an den Wulfener Hals auf Fehmarn gefahren. Klar, dass man da das Surfen lernt. Regattafahren erfordert ja einen gewissen finanziellen Einsatz. Wie regelst du das? Du hast recht, das aktuelle Formula-Material ist viel zu teuer, Carbonmasten und Gabeln, die großen Segel. Da musst du Ausschau nach Sponsoren oder gebrauchtem Material halten. Den Transport bewältige ich mit einem Bulli, da passt auch das Equipment von Dennis mit rein. Die Nachwuchsförderung der Industrie kam dann gerade recht für dich? Sicher, die sollte auch in der Zukunft beibehalten werden.
  • Du engagierst dich auch im Club für die Ausbildung der Kids? Ja, ich bin Jugendwart bei der RTG Wesel, da betreuen wir fast 30 Jugendliche. In einem Trainerteam leiten wir die Ausbildung auf dem Auesee. Im Deutschen Windsurf-Cup bist du auch mit anderen Rookies zusammengekommen. Was war dein Erfolgsgeheimnis? Ich hab’ mich richtig ins Zeug gelegt, vor allem im Slalom lief es gut. Dadurch, dass ich fast alle Regatten gefahren bin, hatte ich die entsprechenden Streichresultate, und am Ende lag ich vorne. Wie war die Stimmung unter den Neueinsteigern? Wir haben uns sehr gut verstanden und wurden super in den DWC integriert. Als Banker bist du in einem seriösen Beruf tätig. Mit den ersten Erfolgen als Sportler möchtest du dich vermutlich aber auch weiterentwickeln. Wie lässt sich das vereinbaren? Dass ich keine Worldcup-Karriere ansteuere ist doch klar. Aber national die nächsten Jahre nach vorne zu kommen, wäre nicht schlecht. Es wird aber immer einen Kompromiss zwischen Beruf und Sport geben müssen, denn den sicheren Job bei der Bank geb’ ich nicht so ohne weiteres auf. STECKBRIEFGeburtsdatum: 21.4.1981 Wohnort: Rees-Mehr (bei Wesel) Größe/Gewicht: 190 cm/85 kg Beruf: Bankkaufmann Segelnummer: GER-269 Club: RTG Wesel Homespot: Auesee Lieblingsspot: Altenteil auf Fehmarn Lieblingsbedingungen: 4 bis 5 Beaufort und Flachwasser zum Tricksen, aber auch kleine Wellen zum Abreiten Hobbies: Tennis, Snowboarden, Segeln Musik: Techno Sponsoren: Challenger Sails, Hensven, Loop Größter Erfolg: 1. Platz in der Rookie-Wertung 2004 des Deutschen Windsurf-Cups, Rang 37 Overall Interview: Alois Mühlegger, Fotos: Denis Müller