Redaktion

Wer ist David Jeschke?

  • Manuel Vogel
04.08.2017

Wer ist... David Jeschke? Welch ein Kontrastprogramm – im Sommer betreibt David Jeschke als Mitbesitzer die Surfschule Wasserburg am eher beschaulichen Bodensee und widmet sich seinen Surfschülern. Im Winter lässt er, mit Verlaub gesagt, in Kapstadt die Sau raus.

David Jeschke

Flo Jung fiel David Jeschke das erste Mal 2012 bei seiner "Talentschmiede" in Marokko auf. Der damals 19-Jährige vom Bodensee wurde zum "Rookie of the Week" gewählt, fiel vor allem wegen seiner kompromisslosen und radikalen Fahrweise auf. Da wäre sicher auch eine Profikarriere drin gewesen, doch David entschied sich dafür die heimische Surfschule in Wasserburg zu unterstützen. Heute gehört sie ihm zur Hälfte. Im Winterhalbjahr kommt dann aber bei seinen Trips nach Südafrika, Hawaii oder Mauritius seine radikale Ader wieder durch – nicht immer ganz ohne Verluste.

Du bist in Deutschland noch ein relativ unbeschriebenes Blatt. Wer jedoch im Winter nach Kapstadt reist, wird schon eher von dir gehört haben. Wie kommt das? Meine Mutter und Schwester leben seit über zehn Jahren in Kapstadt. Somit war ich schon mit 13 Jahren das erste Mal in Südafrika und habe begonnen, dort zu surfen. Da mein Lebensmittelpunkt aber in Wasserburg am Bodensee liegt und dort auch meine Surfschule ist, verbringe ich die Sommer am Bodensee und den Winter in Kapstadt. Mittlerweile ist auch Mauritius zu einem wichtigen Bestandteil meiner Winterreisen geworden.

Wie bist du zum Windsurfen gekommen? Gibts am Bodensee etwa Wind? Ja, am Bodensee gibt es Wind – aber leider viel zu selten. Und, was kaum jemand für möglich hält, wir haben auch Wellen. Bei uns kann man nach einer guten Windsurfsession sogar Wellenreiten gehen. Wenn man das Windsurfen so wie ich am Bodensee gelernt hat, dann weiß man es definitiv zu schätzen, denn die wirklich guten Tage im Jahr lassen sich an einer Hand abzählen. Zum Windsurfen gekommen bin ich durch die Surfschule Wasserburg, die mittlerweile zur Hälfte mir gehört. Damals haben alle meine Freunde gleichzeitig mit dem Windsurfen begonnen und jeden Sturm gemeinsam genossen.

"Ich bin nicht, wie man oft behauptet, mit dem Alter weiser geworden, sondern eher etwas radikaler” (David Jeschke in Scarborough/Südafrika)

Ich kenne dich nun schon relativ lange und du hast dich in den letzten Jahren extrem verbessert. Liegt das daran, dass du einfach das Ganze jetzt professioneller angehen willst oder soll es nach wie vor eine Leidenschaft bleiben? Ich denke mal, da kommen mehrere Faktoren zusammen. Seit ich selbstständig bin kann ich es mir leisten, mehrere Monate im Winterhalbjahr nur mit Windsurfen zu verbringen. Als Schüler oder Auszubildender war das leider noch nicht möglich. Hinzu kommt wahrscheinlich, dass ich nicht – wie man oft behauptet – mit dem Alter weiser, sondern eher etwas radikaler werde. Ich versuche mir täglich neue Herausforderungen zu setzen und bin immer auf der Suche nach den perfekten Wellen und dem besten Wind. Bei jeder Session versuche ich alles zu geben.

Was sind deine Lieblingsbedingungen? Wenn man dich in Kapstadt beobachtet, könnten man denken, dass zwölf Meter hohe Pushloops deine Paradedisziplin sind? Umso wilder, umso besser. Egal ob dicke Rampen zum Rausschießen oder fette Lippen zum Attackieren! Das macht für mich den Reiz aus.

Hast du manchmal Angst beim Windsurfen? Sobald man beim Windsurfen anfängt nachzudenken, was man da eigentlich gerade tut, ist es schon zu spät. Deshalb verlasse ich mich auf meine Intuition und genieße jeden Moment auf dem Wasser.

Während des Gun Sails Fotoshooting auf Mauritius hast du bewiesen, dass du vier Tage hintereinander feiern kannst und morgens trotzdem auf der Matte stehst und Vollgas auf dem Wasser geben kannst. Wie hält man so was auf die Dauer durch? Wer feiern kann, der kann auch arbeiten – das wurde mir schon während meiner Maurerlehre beigebracht ! 

Wie sieht ein Tag (Winter/Sommer) im Leben des David aus? Sommer: Aufstehen, Arbeiten, Grillen, Schlafen. Winter: Aufstehen, Frühstücken, Surfen, Essen, Surfen, Essen, Feiern, Schlafen.

Ich kenne wenig andere Fahrer, die so einen hohen Materialverschleiß haben. Woran liegt das ? Hahahahah, ja das stimmt. Also manchmal stimmt eventuell das Timing nicht so ganz oder die Wellen haben dann doch mehr Bums als anfangs gedacht – aber no risk, no fun! Aber ich werde versuchen in Zukunft da mit ein bisschen mehr Gefühl an die Sache zu gehen. 

David Jeschke

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 7/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

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