Wer ist Fabian Weber?

 • Publiziert vor 16 Jahren

Im Alter von zwölf Jahren kam Fabian Weber zum Windsurfen, schwang sich dann aber immer öfter aufs Bike. Sein älterer Bruder nahm ihn mit 20 mit zum Gardasee, und schon hatte er wieder „Bock aufs Surfen“. Und das gleich extrem, denn der Wettkampftyp war vom Freestyle angefressen.

Im Alter von zwölf Jahren kam Fabian Weber zum Windsurfen, schwang sich dann aber immer öfter aufs Bike. „Ich war schon mal Bayerischer Meister im Cross-Country-Mountainbiken. Aber um Profi zu werden, kommst du an dem Thema Doping kaum vorbei. Dazu hatte ich aber überhaupt keine Lust.“ Sein älterer Bruder nahm ihn mit 20 mit zum Gardasee, und schon hatte er wieder „Bock aufs Surfen“. Und das gleich extrem, denn der Wettkampftyp war vom Freestyle angefressen. Mit seiner Surf-Clique trickst er, so oft es geht, auf den oberbayerischen Seen. Durch sein Ranglistenergebnis (Platz 16) in der European Freestyle Pro Tour 2003 fiel Weber auf, beim Worldcup-Finale auf Bonaire war er als einziger Deutscher am Start.

Ein Jahr in der EFPT, einmal Worldcup, und schon einer der besten deutschen Freestyler?

WEBER: Das ist nichts besonderes. Stolz bin ich darauf, jeden Move auf unseren hiesigen Seen gelernt zu haben.

Deine Vorzeige-Moves?

Chachoo und Flaka Diabolo. Die Kids sind stark im Kommen. Bist du mit 25 schon ein Oldie im Freestyle? Im Worldcup ja, in der EFPT nicht, denn da surfen Fahrer mit, die nebenbei noch ein bisschen was arbeiten.

Entwickelt sich Freestyle zum Kindersport?

14 bis 17 Jahre wird im Worldcup das Standardalter, mit 22 bist du ein alter Sack. Campello wurde jetzt mit 18 Weltmeister. Ist nächstes Jahr dann schon Kiri Thode (14), er wurde auf Bonaire Elfter, dran?

Noch nicht, denn in Revieren wie Pozo oder Fuerte werden Bonaire-Kids wegfliegen. Ricardo ist in allen Bedingungen super, mit seinem Style dominiert er momentan. Da stehen wir am Strand mit offenem Mund.

Wie läuft’s bei dir? Job und Sport, oder gesponsert bei Papa?

Meine Eltern haben eine Druckerei, da arbeite ich zwischen den Wettkämpfen. Allerdings, sie geben mir auch viel Freiheit für meinen Sport. Aber nicht ewig.

Wo ist bei den Moves das Ende der Fahnenstange?

Es kommen nicht mehr viele neue Moves, aber jede Menge Kombi-Manöver. Allerdings, die Bewegungsabläufe sind irgendwann mal ausgereizt.

Können die Judges überhaupt noch folgen?

Web Pedrick war letztes Jahr noch Profi, jetzt auf Bonaire Judge. Selbst der schüttelte machmal den Kopf über die rasante Entwicklung.

Bei uns stagniert das Niveau, können die Deutschen international noch was reißen?

Eigentlich nur noch Normen Günzlein, dem traue ich richtig viel zu. Aber dazu muss er in den Worldcup, im Deutschen Windsurf- Cup wird er sich nicht weiterentwickeln. Andre Paskowski könnte, nach fünf Monaten Trainingslager auf El Yaque, vielleicht auch noch mitmischen.

Du bist ein Competiton-Typ. Wie unterscheidet sich ein MTB-Rennen von einem Freestyle-Wettbewerb?

Freestyle ist einfach lockerer, für die meisten ein Spiel, wenige haben eine Taktik im Kopf, hauen die Dinger einfach raus. Im Radsport ist alles komplett durchstrukturiert, Trainer brüllen Anweisungen, sagen dir genau, wann du was essen und trinken musst.

Gibt es Freestyler, die professionell arbeiten?

Kevin Mevissen, von dem könnten einige lernen. Coach, Caddy, Trainer, alle Heats mit Video aufgenommen, klare Analysen, der wird’s auch im Worldcup noch zu was bringen. Die EFPT hat er ja 2003 schon gewonnen. Gras rauchen und ein bisschen surfen bringt die Wenigsten auf Dauer weiter

Deine Ziele 2004?

So viele Contests wie möglich, Schwerpunkt liegt auf der europäischen Tour. Dazu einige DWCs und den einen oder anderen Worldcup. Ich hoffe auf eine Wildcard für Fuerte.

STECKBRIEF

Name: Fabian Weber Geburtsdatum: 20.9.1978 Geburts-/Wohnort: München Staatsangehörigkeit: Deutsch Größe/Gewicht: 184 cm/68 kg Beruf: Offsetdrucker Segelnummer: G-999 Lieblingsband: Je nach Stimmung U2 oder Limp Bizkit Lieblingssurfspots: Walchensee, Kochelsee, Ammersee. Und Bonaire, denn dieser Spot übertrifft alles Lieblingsbedingungen: Flachwasser und satte fünf Beaufort Lieblingssegel: 5,3er North Superstar und 5,9er North Disco Comp Lieblingsboard: Bisher JP Australia FreestyleWave 98, in Zukunft wohl der Mistral Joker Sponsoren: Mistral, North Sails, White Water, Surfstadl Ammersee Internet: http://www.fabi-weber.com Stand: 03/2004

Interview: Alois Mühlegger, Fotos: John Carter, Melanie Rögner


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