Wer ist Marco Lufen?

  • Christl Borst-Friebe
 • Publiziert vor 10 Jahren

Den Traum vom Freestyle-Worldcupper hat der 16-Jährige aus Westdeutschland bereits auf die Seite gelegt. Trotzdem arbeitet der Schüler hart an seinen Moves. Wie man schnell besser werden kann? Trainieren mit Gleichaltrigen und unter Profi-Anleitung im Young Gun Camp. Dann gewinnt man auch schon mal einen Contest.

Surfen kannst du nur in den Ferien? Die Zeit dazwischen musst du am heimischen, flautengeplagten Baggersee überbrücken? Dass es vielen so geht ist häufig nur ein schwacher Trost. Marco Lufen beweist, dass man auch ohne direkten Wasserzugang ein guter Freestyler werden kann. Was man braucht sind klar festgelegte Prioritäten, Talent, Oma und Opa.

Flaka, Cana Brava, Eslider, Funnel – das sind die Moves die du in der letzten Woche gelernt hast und für die andere Jahre brauchen. Wo muss man leben, um eine derartige Lernkurve zu haben?

MARCO: Eigentlich surfe ich hauptsächlich bei uns zuhause am Baggersee bei Düsseldorf, falls da mal Wind ist. Manchmal nimmt mich mein Papa oder mein Kumpel Dominik mit nach Holland. So viel wie in diesem Sommer habe ich allerdings noch nie gelernt. Ich war zuerst ein paar Wochen auf Karpathos und danach auf Rhodos. Das regelmäßige Üben und die Battle mit anderen guten Surfern während des Young Gun Camps hat mir richtig viel gebracht.

Wer unterstützt dich? Schließlich ist der Führerschein und ein geregeltes Einkommen ja noch ein Stück weit entfernt.

Die Ferien habe ich mit meinen Eltern verbracht. Mein Papa surft selbst leidenschaftlich, was die Auswahl der Urlaubsziele schon erleichtert. Ansonsten unterstützen mich meine Oma und mein Opa sehr. Dazu kommt, dass ich ein Geizkragen bin.

Ein Geizkragen! Inwiefern?

Ich gebe mein Geld fast nur fürs Surfen aus. Es kommt öfter mal vor, dass meine Kumpels feiern gehen und ich lieber zuhause bleibe und stattdessen den einen oder anderen Euro in meine ‚Spardose Hawaii’ stecke. Die steht zuhause auf dem Schrank, denn es ist schon immer ein Traum von mir, dort irgendwann mal einen Monat surfen zu gehen.

Und, wie viel Geld ist schon drin?

(lacht) Naja, so 100 Euro.

Schön, dann kannst du ja schon mal für das Jahr 2080 deinen Flug buchen!

(lacht) Ich hoffe, es geht etwas schneller. Ich mache gerade noch eine Ausbildung zum Tennislehrer, um mir in Zukunft etwas dazu zu verdienen.

Und nach dem Abi? Hawaii oder Hörsaal? Worldcup oder Pauken?

Eigentlich habe ich es mir schon aus dem Kopf geschlagen, noch Windsurf-Profi zu werden. Das Level ist einfach unglaublich hoch und man muss am richtigen Fleck aufwachsen, um überhaupt noch eine Chance zu haben. Und reich werden kann man damit anscheinend auch nicht. Aus diesem Grund sehe ich Windsurfen eher als Hobby Nummer eins.

Demotiviert es dich, wenn du siehst, wie 12-jährige Kids aus Bonaire schon jeden Trick können, weil sie einfach jeden Tag üben können?

Überhaupt nicht! Mir macht es Spaß, die neuesten Sachen auf Video zu sehen und am nächsten Tag raus zu gehen und sie zu üben. Irgendwann will ich, parallel zum Studium, auf jeden Fall auch mal auf der EFPT (die Red.: European Freestyle Pro Tour) mitfahren. Ich habe lustige Geschichten gehört von Leuten, die schon mal dabei waren.

Bis zum Abi sind es noch drei Jahre. Trotzdem scheinst du schon Pläne für danach zu haben?

Ich will versuchen, irgendwie näher ans Wasser zu kommen, vielleicht im Rahmen eines Meeresbiologie- oder Lehramtsstudiums an der Uni Kiel. Vorher muss ich noch meinen Zivildienst ableisten, im besten Fall auf Norderney. Da sind immer viele gute Surfer und die Bedingungen zwischen den Sandbänken sollen perfekt zum Freestylen sein.

Welche Moves übst du derzeit?Was willst du unbedingt noch lernen?

Derzeit übe ich die gängigen Switch-Stance-Manöver wie Funnel, Eslider und Chachoo. Ansonsten fasziniert mich definitiv der Shaka, obwohl ich mir daran bisher noch die Zähne ausbeiße. Aber das muss dieses Jahr unbedingt noch klappen. Auch wenn der Sommer jetzt vorbei ist und erst einmal wieder eine Durststrecke kommt – zuhause am Baggersee.

Steckbrief:

Geburtsdatum: 14.11.1993

Wohnort: St. Tönis bei Düsseldorf

Sponsoren: JP-Australia, NeilPryde, MFC

Contest Erfolge: 3. Platz Young Gun Camp 2009; 1. Platz Young Gun Camp 2010

Lieblingsmusik: Electro, House, Hip Hop

Best Spot: Strand Horst, Prasonisi

Bei Flaute: Tennis

Themen: FreestyleMarco Lufen


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