Redaktion

Wer ist Niclas Nebelung?

  • Chris Pressler
20.11.2017

In einer windsurfverrückten Familie aufzuwachsen führt bei Kindern entweder dazu, dass sie etwas völlig anderes machen als die Eltern oder sie erliegen der Surfsucht ebenfalls. Bei Niclas Nebelung hat die zweite Option gegriffen. Nach dem Abitur ging’s direkt nach Kiel zum Studium und von dort so oft wie möglich aufs Wasser.

Niclas Nebelung

Mit 19 Jahren bereits im dritten Semester an der Uni – das klingt im ersten Moment eher nach Streber als nach lockerem Freestyle-Freak. Dabei hat der gebürtige Magdeburger Niclas Nebelung bis dato auch schon zwei Worldcup-Teilnahmen auf der Haben-Seite. Diese Kombination lässt dann eher Zielstrebigkeit vermuten.  Dabei ist die gesamte Familie Nebelung der Windsurf-Leidenschaft verfallen und mit Niclas’ 16-jährigem Bruder Lucas steht das nächste Freestyle-Talent bereits in den Startblöcken.  

Von wo kommst du urspünglich? Ich komme eigentlich aus Magdeburg, wo ich am 13. November 1997 geboren wurde.

Du bist also erst 19 und gehst auf dem Wasser trotzdem schon so ab? Ja, genau. Aber ich werde bald 20. Das fühlt sich schon richtig alt an.

Und wo wohnst du aktuell? Seit einigen Wochen bin ich wieder zurück von Fuerteventura in Kiel. Leider! Letztes Jahr bin ich von Duisburg an die Ostsee gezogen, um dort Wirtschaftsinformatik zu studieren und natürlich möglichst oft aufs Wasser zu kommen. Die Bedingungen können echt gut sein und zum Homespot brauche ich nur zehn Minuten.

Wo und wann hast du mit dem Windsurfen begonnen? Ich habe 2007 mit dem Windsurfen angefangen, auf kleinen Seen in Deutschland und in den Niederlanden. Meine Eltern sind wirklich enthusiastische Windsurfer – mein Vater hat in den 80er-Jahren sogar eigene Boards gebaut –  und sie wollten es mir unbedingt beibringen. Ich war von Beginn an süchtig nach Windsurfen. Und aktuell bin ich noch süchtiger!

Ihr seid eine richtige Windsurf-Familie. Erzähl uns ein bisschen mehr darüber! In unserer Familie liebt wirklich jeder das Windsurfen. So ist es für uns immer sehr einfach, die nächste Reisedestination auszuwählen. Mein jüngerer Bruder Lucas (16) ist ein verdammt guter Freestyler und so reisen wir meistens gemeinsam zu den Spots. Ohne ihn wäre vieles gar nicht möglich! Unsere Eltern unterstützen uns so gut sie nur können. Unsere Mum hat uns verdammt oft nach der Schule nach Holland gefahren, obwohl der nächstgelegene Spot über zwei Stunden entfernt ist. Und es kam nicht selten vor, dass mein Vater während unseres Aufenthalts entschied, die Unterkunft für eine weitere Woche zu verlängern, damit wir noch mehr Windtage in den Ferien abbekamen. Ich denke, was das angeht, ist meine Familie wirklich einzigartig, auf eine wirklich besondere Art und Weise.

Gibt es Momente an die du dich erinnerst, die dich so wirklich mit dem Windsurfen verbunden haben und du gespürt hast, wie sehr dich das Windsurfen stoked? Windsurfen ist für mich ein extremer Sport und ich liebe den Adrenalin-rausch. Nichts ist besser als wenn du spürst, wie sich das Adrenalin während einem dicken Air Skopu oder einem Air Funnell Burner in deinen Körper ausbreitet. Ehrlich gesagt gab es da wirklich den einen besten Moment, nämlich als ich zum ersten Mal einen Skopu landete! Das war ein so unglaublicher Moment und ich konnte in der darauffolgenden Nacht einfach nicht einschlafen, weil ich so aufgeregt war. Es war ehrlich gesagt ein besserer Moment als jener, als ich die Schule geschafft hatte.

Warum gerade Freestyle? Hast du von Anfang an den Fokus auf diese Form des Windsurfens gelegt? Yeah, ich habe ziemlich vom ersten Moment an den Fokus auf Freestyle gelegt. Freeride wurde mir sehr schnell nach einigen Monaten zu langweilig und ich wollte neue Moves üben. "Schuld" an dieser Entwicklung war auch hauptsächlich mein Dad. Er wollte nicht, dass ich in Wellen herumfahre und kaufte mir deshalb ein Freestyleboard. Ich denke, er war besorgt wegen der Sicherheit und Gesundheit. Ich weiße es nicht genau. Ich muss ihn mal fragen. Aber man könnte sagen, dass mein Dad entschieden hat, dass ich ein Freestyler werde. Gute Entscheidung Dad!

Du warst trotzdem bereits zwei Mal beim PWA Freestyle-Worldcup auf Fuerteventura am Start, 2016 und 2017. Wie wars? Es war großartig! Für mich war es natürlich ein großes Ziel bei PWA Events am Start zu sein. Und als es wahr wurde fühlte ich natürlich diesen gewissen Hunger nach mehr. Die Atmosphäre bei den Worldcups war großartig und ich fühlte mich von Beginn an willkommen. Jeder war freundlich und half mir die Rules schnell zu verstehen. Ein großer Dank geht an Valentin Böckler, Marco Lufen, Julian Wiemar, Balz Müller und Adrian Beholz, die mir sehr viel erklärten und beibrachten!

Wo siehst du dich in fünf Jahren? Balz Müller beispielsweise ist von deinem Talent überzeugt! Mein Traum wäre es in die Top-Ten auf der PWA Freestyle World Tour vorzustoßen. Außerdem will ich unbedingt mein Studium abschließen. Dann will ich einen Job mit flexiblen Arbeitszeiten, damit ich zum Windsurfen kann, wenn es Wind hat. Das Leben ist so kurz und deshalb will ich jeden Wind nutzen! 

Niclas Nebelung

INFO

Alter: 19 Jahre Geboren: 13. November 1997 Wohnort: Kiel Beruf: Student der Wirtschaftsinformatik Geschwister: Sven (30) und Lucas (16) Surft seit: 2007

Erfolge: Young Guns Camp Rhodos 2013 1. Platz; Young Guns Camp Rhodos 2014 1. Platz; GFB Fehmarn 2016 9. Platz PWA Worldcup Fuerteventura 2016 und 2017 jeweils 33. Platz

Lieblingsspots: Risco el Paso (Fuerteventura), Bonaire (Karibik), Sao Vicente (Kapverden) Lieblingsessen: Pizza und Spaghetti Bolognese Musik: Verschiedenes, meistens Linkin Park, Eminem, Twenty One Pilots, Kontra K Lebensmotto: oloren tiones voloren tiones Hobbies: Fußball, Tennis, Schwimmen Sponsoren: Starboard, Severne Sails, Maui Ultra Fins, Familie Webpage: www.instagram.com/niclasnebelung/

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 11-12/2017 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe erhalten Sie hier.

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