Wer ist Stefan Kruse?

 • Publiziert vor 15 Jahren

Hätte Stefan nicht ein paar Freunde, die seine Surfkünste auf Video verewigt und diese Filmchen übers Internet dem Surfervolk zugänglich gemacht hätten, er würde wahrscheinlich immer noch auf seiner Heimatinsel Wangerooge sitzen und die Kurgäste mit seinen Kapriolen auf dem Wasser faszinieren. Doch so wurden einige Leute bei Hifly und Sailloft Hamburg auf Stefan Kruse aufmerksam und zogen ihn als Teamfahrer ins Licht der Öffentlichkeit.

Dass Stefan überhaupt so gut mit Brett und Segel umgehen kann, verdankt er seinem Job als Surflehrer – im Sommer beim Wind Specials Fun Center auf Wangerooge, im Winter bei René Egli auf Fuerte.

Dein Talent ist bislang ziemlich im Verborgenen geblieben, obwohl du im DWC im Freestyle sicher vorne mitfahren könntest. Wie kommt’s?

Das Leben auf einer 10 Kilometer kleinen Insel hat mich von der Außenwelt sehr isoliert. Da war es nicht so einfach, ins Gespräch mit der restlichen Welt zu kommen. Jetzt sieht das etwas anders aus! Beim Soulwave habe ich bewiesen, dass ich nicht nur im Freestyle, sondern auch in der Welle gut bin.

Hast du überhaupt Bock auf Contests?

Natürlich habe ich Lust auf Contests, nur fehlt mir bis jetzt die Zeit und die Möglichkeit. Davon abgesehen, bin ich schon zu mehreren Veranstaltungen gefahren. Nur leider wurde Racing oder Slalom gefahren, oder es war totale Flaute, und es ging gar nichts.

Wo liegt deine Priorität – Freestyle oder Welle? Was macht mehr Spaß?

Meistens surfe ich in Freestyle-Bedingungen. Deshalb liegt da auch meine Priorität. Mehr Spaß macht mir aber das Surfen in der Welle.

Einige Hardcore-Waver lehnen Freestyle ja weiterhin ab. Was sagst du dazu?

Der Sport hat sich durch Freestyle total verändert. Freestyle und Wave entfernen sich immer weiter voneinander. Freestyle-Tricks sind ja auch nicht alle für die Welle tauglich – oder gibt’s schon eine Fotoserie von einem Switch Chacho Diablo 540 in Jaws? Das wäre königlich.

Lieblingsmove – und was kommt danach?

Mein Lieblingsmove ist immer wieder der Goiter. Im Goiterland Fuerte ist es Pflicht. Beim nächsten Starkwindtag ist der Doppelloop wieder an der Reihe.

Die Surfszene auf Wangerooge ist ziemlich aktiv. Gibt’s noch mehr verborgene Talente?

Ich denke ja. Durch die Surfschule kommen immer mehr junge Surfer nach. Noch kann ich ihnen aber noch alles vorspringen.

Hast du selbst Vorbilder?

Jason Polakow – der hat einfach den besten Style in der Welle. Obwohl – Robby Naish thront einfach über allen Surfern in der Galaxis.

Was sind deine nächsten Ziele und was kommt nach der Surfkarriere?

Die Teilnahme am Soulwave war ein Test, ob Contests mir Spaß machen. Jetzt habe ich Blut geleckt. Ich werde mir dieses Jahr einige gute Veranstaltungen rauspiken und alles geben, was in mir steckt. Was nach dem Surfen kommt? Da habe ich mir noch keine Gedanken gemacht. Ich vertraue da auf unseren Schöpfer – das Leben!

STECKBRIEF

Geburtsdatum: 24.10.83 Wohnort: Wangerooge Größe/Gewicht: 191 cm/79 Kilo Beruf: Surflehrer Segelnummer: G-360 (reserviert) Homespot: Wangerooge und Fuerte Lieblingsspot: Das Buhnenfeld vor der Surfschule auf W'ooge; El Burro Lieblingsbedingungen: Starker, ablandiger Wind mit zwei Meter Welle Hobbies: Wellenreiten, Beachvolleyball, Gitarre spielen Musik: Dosierter Krach: Nirvana, Foo Fighters, Queen of the stone age Sponsoren: Hifly, Sailloft Hamburg; XS-Exes, Wind Specials Fun Center W'ooge Größter Erfolg: Bei meinem ersten und bisher einzigen Contest mit viel Spaß im Mittelfeld des Soulwaves Klitmøller gelandet

Interview: Andreas Erbe, Foto: Thorsten Indra


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