Wer ist Tobi Schwarz?

 • Publiziert vor 10 Jahren

Die Boddengewässer auf dem Darß sind für die ostdeutschen Freestyler wie Bonaire oder El Yaque für die Karibik Kids. Sie bieten die optimale Spielwiese für Tricks auf höchstem Niveau. Einige der Top-Talente haben sich seit einigen Jahren zum Team Boddenstyle zusammengetan. Tobi Schwarz gehört dazu und will mit bestandenem Abi durchstarten.

Tobi steht auf Boards des Rostocker Custom-Shapers Lutz Graichen. Mit ihm entwickelt er neue Freestyle-Shapes.

Interview: Fabian Weber

Tobi, du hast im vergangenen Jahr deinen ersten Contest gewonnen, das war der Pro Kids Event auf Fehmarn. Davor warst du schon beim DWC Rügen auf Anhieb im Finale, bei deinem erst zweiten Wettbewerb überhaupt. Bist du eine Wettkampfnatur?

Es macht mir einfach sehr viel Spaß, mich auf dem Wasser mit anderen guten Jungs zu pushen. Ich war selbst überrascht, dass mir bei meinen ersten Contests auf Anhieb gleich so gute Ergebnisse geglückt sind. Ich habe mir während der Heats keinen Kopf gemacht, bin einfach drauflosgefahren und hatte Spaß. Dass es dann gleich so gut lief, war natürlich eine tolle Motivation.

Du gehörst auch zu dem mittlerweile recht bekannten Freestyle-Team Boddenstyle. Die Gruppe hat einen tollen Zusammenhalt, ein Gemeinschaftsgefühl und alle Fahrer haben ein sehr hohes Niveau. Ihr kümmert euch im Team um Sponsoren, Medienarbeit und vieles mehr. Du hast eigene Sponsoren, die so nicht im Boddenstyle-Pool sind. Möchtest du auch ein wenig auf eigenen Füßen stehen?

Durch das Team Boddenstyle bin ich überhaupt erst zum Freestylen gekommen. Michi, unser Teampapa, hat mich immer mit zum Surfen genommen und durch seine Sticheleien meinen Ehrgeiz geweckt. Als die Jungs mich aufgenommen haben, konnte ich gerade mal die Powerhalse. Wir sind eine super Clique, haben viel Spaß zusammen, ich fühle mich einfach total wohl, wenn ich mit den Jungs unterwegs bin. Auf dem Wasser pushen wir uns gegenseitig zu neuen Moves. Das Tolle ist, du kommst zu einem Spot und musst nie alleine surfen. Da sind immer schon zwei bis drei von uns vor Ort und dann geben wir auf dem Wasser richtig Gas. Wenn mal kein Wind ist oder der Spot im Eis versinkt, haben wir abseits vom Surfen auch viel Spaß zusammen. Fußball spielen, Skihalle, uns fällt immer was ein. Ich sehe mich auf jeden Fall zu 100 Prozent als ein Teil von Boddenstyle, auch wenn ich mit eigenen Sponsoren unterwegs bin. Ein bisschen Individualität und Eigenständigkeit muss einfach sein.

Was machst du neben dem Surfen und wie oft kommst du aufs Wasser?

Im Moment bin ich in der 11. Klasse und bereite mich langsam auf mein Abitur vor. Das hat derzeit natürlich absoluten Vorrang. Vor ein paar Wochen habe ich noch kurz entschlossen die Schule gewechselt, um mein Abi ohne Vorurteile bestreiten zu können. Mir ist einfach bewusst geworden, wenn man seit der fünften Klasse mit den selben Lehrern zu tun hat, wird man immer über den gleichen Kamm geschoren. Einige Lehrer haben irgendwie nicht erkannt, dass ich für das Abitur einen Gang höher geschaltet habe. In manchen Fächern konnte ich machen was ich wollte, ich wurde einfach auf eine bestimmte Zensur festgelegt. Das hat mir nicht mehr gefallen und ich wollte da einfach wieder frischen Wind reinbringen. Jetzt, auf der neuen Schule, ist es super. Ansonsten ist es mir wichtig, dass ich mich fit halte. Gerade im Winter ist das wichtig, da komme ich natürlich nicht so viel aufs Wasser. Im Sommer versuche ich dann natürlich, jede freie und windige Minute auf dem Wasser zu verbringen.

An welchen Tricks feilst du gerade?

Im Moment bin ich dabei den Culo und die angesagten “Power Moves” wie Air Funnel und Kono zu perfektionieren. Wenn’s mal wieder in die Welle geht, habe ich mir den Double Forwardloop in den Kopf gesetzt, der Move ist der Hammer, den möchte ich machen.

Siehst du dich als reiner Freestyler oder schielst du auch schon ein wenig in die Welle?

Beide Disziplinen reizen mich auf jeden Fall sehr und machen fast gleich viel Spaß. Seitdem ich ein paar Kilo Gewicht zugelegt habe, kann ich endlich auch bei mehr Wind Gas geben, was natürlich für Welle schon wichtig ist. Vor allem das Abreiten und die Power zu spüren, finde ich extrem geil. Das Feeling, mit welcher Kraft die Welle bei Cutbacks antwortet, ist der Hammer. Ich denke, Wave-Freestyle ist meine Welt, mit den Wellen spielen, mal einen Taka machen, ein paar Sprünge und zwischen den Wellen den ein oder anderen Freestyletrick, das ist Spaß pur für mich. Bei Contests sehe ich mich allerdings noch eher als reinen Freestyler.

Wie kommst du zu den Spots, wer fährt dich?

Michi und die anderen Jungs von Boddenstyle helfen mir da super viel, auch meine Eltern unterstützen mich sehr. Wenn sie Zeit haben, fahren sie mich immer an die Spots. Ansonsten finden sich eigentlich immer nette Freunde aus der Surfszene, die sich bereit erklären mich mitzunehmen – eine Sache die ich am Surfsport so mag: die nette Community. Und Mitte Juni darf ich dann auch endlich ganz alleine fahren. Plan ist in den Ferien zu arbeiten und dann muss irgendeine Karre her, egal was, Hauptsache vier Räder und mein Stuff passt rein.

Du bist auf Custom Boards unterwegs, wie kam es dazu und bist du auch an der Entwicklung neuer Boards beteiligt?

Vor knapp zwei Jahren habe ich Lutz Graichen, den Shaper von Windflüchter Customs, kennen gelernt. Lutz ist ein super Typ, der leidenschaftlich gerne shapt und Boards baut. Er wollte schon länger ein kleines, kompaktes Freestyleboard für mich bauen. Irgendwann wurde Lutz dann konkreter und wollte mich als Fahrer für seine Boards gewinnen. Ich habe mich dann intensiv damit beschäftigt und mich entschlossen, den Schritt zu machen. Die Entscheidung war definitiv richtig. Wir sind gute Freunde geworden und die Boards funktionieren für mich perfekt. Ich kann ihm sagen, was ich von den Boards erwarte, und er setzt das super um. Mein Freestyleboard ist das erste, das er gebaut hat und entsprach gleich meinen Erwartungen. Aber natürlich gibt es immer Ideen zur Verbesserung. Es war schon immer mein Wunsch an der Entwicklung meiner Boards beteiligt zu sein... und das bin ich jetzt. Wir optimieren gerade den Freestyler – echt spannend!

Was für Ziele und Pläne hast du für die nächste Zeit – fetter Trip, Contests, Chicks aufreißen?

An erster Stelle steht natürlich erst einmal das Abi, daneben werde ich auf jeden Fall beim Surfen weiter Gas geben. Nach dem Abi habe ich vor, ein Jahr aufs Studium zu warten und mich voll dem Surfen hinzugeben. Neue Tricks lernen, ein paar Contests mitfahren, weitere Erfahrungen sammeln und natürlich Spaß haben. Danach kommt das Studium, möglicherweise Medizin.

SCHNELLSCHÜSSE

• Welche drei Dinge nimmst du mit auf eine einsame Insel? Mhm... am besten gar nichts, sonst könnte ich mir die Reise auf die einsame Insel ja sparen...

• Bodden oder Ostsee? Eine Abendsession auf dem Bodden ist schon etwas Feines.

• Party oder gechillt? Erst chillen, dann Party, dann chillen

• Playstation oder Tricktionary? Definitiv Tricktionary

• Blonde oder dunkelhaarige Mädels? Oh, ich mag beides

• Sushi oder Schweinebraten? Sushi

• Twinser oder Quad? Quad

• Sekt oder Selters? Selters

• Kauli oder Gollito? Kauli

• Vierer- oder Fünfer-Segel? Vierer natürlich!!!

• Barfuß oder Neoprenschuhe? Dünne Neoprenschuhe

• Mac oder PC? Mac!

Tobias Schwarz Geburtsdatum: 16.6.1992 Wohnort: Ostseebad Wustrow Favourite Spot: Kanarische Inseln und Kapstadt Favourite Equipment: Boards – Windflüchter Freestyle 86, Quadfin 69; Segel – Naish Session 4.0 Homespot: Born (to be wild) Best trick: Taka & Double Spock Sponsoren: Windflüchter Boards; Supremesurf.de; Naish Sails; MFC Team: Boddenstyle Segelnummer: G-4444 Musikrichtung: Von allem etwas, nur keine Charts ;) Lieblingsfilm: Californication Hobbys: Laufen, Reisen, Wellenreiten, bei Flaute Party Größte Erfolge: Worldcup Entry 2008; Fehmarn Pro Kids Contest 1. Platz; Zuparken 2009 3. Platz Website: www.4times4.com

Themen: Tobi Schwarz


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