Wer ist Tom Hartmann?

 • Publiziert vor 15 Jahren

Erst war das Segeln die Leidenschaft des gebürtigen Wieners. Doch bei Tom funktionierte die Surf-Werbung: Beim Durchblättern eines Windsurf-Prospektes eröffnete sich eine neue Dimension für ihn. Er wechselte 1995 ins Funboardlager, wo er sich mittlerweile international als Freestyler einen Namen gemacht hat.

Als Naish-Teamrider verbringt er viel Zeit auf Maui, stieg in den letzten Monaten aber auch auf Mauritius und in Kapstadt aus dem Flieger. Kannst du dich noch an den Start deiner Surfkarriere erinnern?

HARTMANN: Vor neun Jahren schenkte mir meine Mutter eine Windsurf- Ausrüstung zum Geburtstag. Es handelte sich um einen „Fanatic Mega Ray“ und ein 6,5er-Racesegel mit Cambern. Der Erfolg blieb aus. Das Buch „Windsurfen lernen in 10 Stunden“ und der Austausch des Boards gegen ein Schwertbrett brachten mich weiter. Auf welche Disziplinen konzentrierst du dich hauptsächlich?

Wave und Freestyle. Das Wellenwindsurfen mag ich sehr gerne, aber bevor ich in schlechten Wellenbedingungen fahre, gehe ich lieber Freestylen. War Freestyle immer dein Ding? Es ist lustig. Früher war ich Racer, nahm an „Super 8“-Bewerben teil und bestritt das „O’Neill Speedrace“ am Zicksee. Im Jahr 2000 begann ich so richtig mit dem Freestylen. Ich tauschte bei einem Arbeitsaufenthalt am Gardasee mein Slalommaterial gegen das Freestylestuff aus. Welche Spots eignen sich deiner Meinung nach sehr gut zum Freestylen?

Prasonissi auf Rhodos und der Neusiedler See. Ich bevorzuge Spots, wo es Wellen und Flachwasser gibt.

Wo liegen deine Traumziele? Allesamt im Indischen Ozean: Reunion, Rodriguez und Madagaskar. Du bist seit 2005 im internationalen Team von Naish. Fühlst du dich in deiner Rolle wohl?

Ja, absolut. Die Stimmung ist sehr gut. Ich teste auf Maui – zusammen mit Michi Schweiger und Leo Ray – in Europa promote ich die Produkte zu Wasser und zu Land. Ich bin der Meinung, dass vor allem auch an Land die Leistung zählt. Man muss präsent sein, auch bei den Parties am Abend. Die Parties gehören einfach zum Windsurfen, der Sport passiert nicht nur am Wasser, und ich treffe dort immer wieder neue und alte Bekannte. An wie vielen Tagen im Jahr bist du am Wasser? An 150 bis 200 Tagen. Ich trainiere viel mit Naish-Teamkollegen wie Federico la Croce, Leo Ray oder Daniel Bikich. Welche Moves sind zurzeit deine Favoriten? Chachoo und Shaka. Ich übe gerade am Voquech und am Air Chachoo. Welcher Move war für dich der bisher schwierigste? Definitiv die Air Jibe. Hast du Tipps für junge Rider auf Lager? Verbringt viel Zeit am und auf dem Wasser und seid davon überzeugt, dass ihr alles lernen könnt, was ihr euch in den Kopf setzt. Wichtig ist auch, dass ihr an vielen unterschiedlichen Revieren mit veränderten Bedingungen windsurft. Wie lernst du Manöver neu? Ich probiere sie einfach aus statt sie zuvor in Einzelteile zu zerlegen. Anschließend übe ich so lange, bis ich sie kann. Natürlich schaue ich mir neue Moves auf Video an, zerlege diese aber nicht in alle nur erdenklichen Einzelteile (Anmerkung der Red.: Wenn das die Fahrtechnik-Experten hören). Hast du Nachteile durch deine Größe und dein Gewicht?

Bei Leichtwind-Events habe ich sicherlich Nachteile. Aber ich verwende ein 7,0er-Segel und fahre verhältnismäßig große Boards. So kompensiere ich das Gewichtsproblem. Welche Ziele verfolgst du aktuell im Windsurfen? Ich möchte bei der EFPT vorne dabei bleiben, das heißt einen Top-Ten-latz im Ranking herausfahren und zudem in der Windsurfbranche in diversen Arbeitsfeldern tätig sein. Ich arbeite an Travelstories, Fahrtechnikberichten und wirke bei Videos mit.

STECKBRIEF

Geburtsdatum: 4.8.1980 Wohnort: Wien Größe: 194 cm Beruf:> Student Segelnummer: AUT-44 Homespot: Neusiedler See Lieblingsspot: Mauritius Lieblingsbedingungen: Power-Freestyle mit 4,2er oder 4,7er Segel, Logohohe Wellen mit Wind von links Homepage: www.tomhartmann.at Musik: R’n’B, Rock Sponsoren: Naish, Protest, Smith, Camaro, Köster Fins, Move Surfstore

Interview: Chris Pressler, Fotos: Kerstin Reiger


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