Wer ist Wiebke Sradnick?

 • Publiziert vor 14 Jahren

Die Bretter, auf denen Wiebke Sradnick Ballet lernte, bedeuteten ihr nicht die Welt. Dann wechselte sie zum Schwimmen, damit war sie zumindest beim Wasser gelandet. Dann stand Wiebke mit neun Jahren erstmals auf dem Surfbrett, die Begeisertung für diesen Sport ließ sie nicht mehr los...

Wiebke Sradnik

Die Bretter, auf denen Wiebke Sradnick Ballet lernte, bedeuteten ihr nicht die Welt. Dann wechselte sie zum Schwimmen, damit war sie zumindest beim Wasser gelandet. Dann stand Wiebke mit neun Jahren erstmals auf dem Surfbrett, die Begeisertung für diesen Sport ließ sie nicht mehr los, obwohl sie die nächsten Jahre im Kindersegelboot Optimist verbrachte. Im Yacht Club Berlin-Grünau erhielt Wiebke die Ausbildung, vor allem die Taktik wurde geschult. Als vor vier Jahren das Aufrücken in eine nächste größere Bootsklasse anstand, entschied sich die Seglerin endgültig fürs Windsurfen und stieg auf den Mistral One Design um. Sie qualifizierte sich dreimal für die Jugend-Weltmeisterschaft des Weltsegelverbandes ISAF, sammelte auch sonst jede Menge vorderste Plätze bei diversen Meisterschaften und mauserte sich zur besten Nachwuchssurferin des Deutschen Segler-Verbandes (DSV). Der berief sie Ende 2005 in den C-Kader, seitdem surft Sradnick auf dem neuen Olympiabrett RS:X. Ist der RS:X für die Damen überhaupt geeignet? Wie war der Umstieg vom langen, schmalen Mistral One Design auf den breiten RS:X?

Klar ist das Brett auch für die Damen geeignet! Bei viel Wind macht es wesentlich mehr Spaß, weil man viel schneller ist. Bei wenig Wind hat sich allerdings nicht viel geändert, im Gegenteil, dann ist es noch langsamer als der MOD und dadurch wird die Kreuz taktisch anspruchsvoller! Die Damen fahren, im Gegensatz zum 9,5er der Herren, nur 8,5 Quadratmeter. Sind die ausreichend?

Es zeigt sich beim Leichtwindtraining, dass die besten Damen nicht viel langsamer als die Herren sind, weil wir das Segel leichter pumpen können. Trotzdem denke ich, dass wir mit dem Herrensegel auch zurecht gekommen wären. Eine solche Entscheidung hätte das weitere gemeinsame Training zwischen Damen und Herren, wie es national und international üblich ist, erleichtert. Jetzt ist es leider so, dass wir ab Gleitbedingungen keine Chance mehr gegen die Herren haben. Durch das größere Segel und die längere Finne kommen sie auch eher ins Gleiten. Reicht viel surfen dafür? Oder musst du in den Kraftraum, um dieses Rigg effektiv einzusetzen?

Um in der Weltspitze mitsurfen zu können, benötigt man einen guten Fitnesszustand. Man muss den Kraftraum auch schon regelmäßig von innen sehen! :-) Ist Romy Kinzl deine Gegnerin um die Olympia-Quali 2008 oder deine Freundin? Ihr seid im gleichen Club. Ja, wir sind beide im NRV Olympic Team und natürlich trainieren wir beide oft gemeinsam und wohnen dann meist auch zusammen. Aber wie auch in anderen Einzelsportarten kämpft auf dem Wasser jeder für sich allein. Wenn es für China nicht klappen sollte, was sind deine weiteren Ziele?

Natürlich ist die Teilnahme an Olympia mein größtes Ziel, aber ich bin gerade erst 18 geworden. So ist 2008 für mich zwar ein großer Traum, für den ich hart arbeite, doch es werden auf keinen Fall die einzigen Spiele bleiben, für die ich mich qualifizieren möchte. Vor allem Polen und Franzosen dominieren die Olympiaklasse. Was machen die besser als die Deutschen?

In diesen Länden gibt es von der Jugend bis zu den Erwachsenen große Trainingsgruppen. So war ich kürzlich zum French National Cup in Carnon/Südfrankreich, an dem allein 21 Französinnen teilnahmen. Dein Fokus für 2006?

Mich wieder für die ISAF Jugend-WM qualifizieren und dort endlich einmal eine Medaille zu erringen. Bei meiner ersten Teilnahme an einer EM und WM erfolgreich abschneiden. STECKBRIEF

Geburtsdatum: 8.3.1988

Wohnort: Berlin Größe/Gewicht: 181 cm/65 Kilogramm

Tätigkeit: Abiturientin an der Flatow-Oberschule Segelnummer: GER-77

Homepage: www.wiebke-sradnick.de Homespot: Ostsee/Kiel

Lieblingsbedingungen: viel Wind und Welle Hobbies: Windsurfen, Wakeboarden, Surfen, Snowboarden, Keyboard spielen Musik: Black Music, R’n’B Sponsoren: NRV Olympic Team, Marinepool Größte Erfolge:

2002 1. Platz Jugend-EM U15 und Jugend-DM; 2003 1. Platz Jugend-DM, 4. Platz Jugend-EM, 10. Platz ISAF Jugend-WM; 2004 1. Platz Jugend-DM, 4. Platz ISAF Jugend-WM; 2005 1. Platz ÖM, 4. Platz Kieler Woche, 7. Platz ISAF Jugend-WM

Interview: Alois Mühlegger, Fotos: Diederik Bakker

Spaß am harten Wettkampf


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