Redaktion

Japan

  • Florian Jung
11.11.2010

Manchmal muss man sich schnell entscheiden. Aber einfach so von heute auf morgen nach Japan? Aber natürlich! Wer zu Hause bleibt verpasst nicht nur Hammer-Wind und super Wellen, sondern auch das Gesamtabenteuer Japan. Alles einsteigen in den Fuji Express.

Nur 450 Euro für den Flug nach Tokio waren eine Versuchung, der ich kaum widerstehen konnte und die Wettervorhersage versprach für die kommenden Wochen ordentlich Wind und Wellen. Ich ließ den Zufall entscheiden, per Münzwurf: Kopf bedeutete Berge, Zahl ab nach Japan. Der silberne Euro flog und landete auf – Zahl. Die Entscheidung war gefallen. Jetzt musste alles sehr schnellgehen. Flug buchen, Locals vor Ort anschreiben, Minimalausrüstung packen – ein Board und drei Segel. Tokio Konnichi Wa Ich bin ein Freund von spontanen Reisen, die nicht von vorne bis hinten durchgeplant sind. Es ist das Ungewisse, das mich daran reizt. Das Eintauchen in eine neue Welt, in der jeder Moment etwas Neues, Unerwartetes bringen kann. Ich hatte keinen blassen Schimmer, was mich im Land der aufgehenden Sonne erwarten würde und ich wusste so gut wie nichts über diesen Inselstaat.

Tokio Konnichiwa

Niemals zuvor war ich in einer Stadt dieses Kalibers. Tokio ist das größte Ballungsgebiet der Welt. Fast 35 Millionen Menschen leben hier auf engstem Raum zusammen und die meisten von ihnen sprechen keine Silbe Englisch. Von Deutsch ganz zu schweigen. Ein weiteres, riesiges Problem hatte ich mit der Orientierung. Alle Schilder waren natürlich auf Japanisch und davon hatte ich nun wieder keine Ahnung. Auch mein deutsches Handy war ohne irgendeinen Empfang wenig hilfreich. Positiv dagegen war meine Entscheidung, nur das Nötigste mitzunehmen. Das zierliche Boardbag schnürte ich auf meine Rolltasche und konnte es so bequem hinter mir herziehen. Das war wohl hier nicht gerade alltäglich, denn die Japaner schauten ziemlich verwundert, wie ich mir mit meinem Anhänger einen Weg durch die ungeheuren Menschenmassen, über riesige Kreuzungen und durch Metrostationen bahnte.

Am darauffolgenden Tag musste ich feststellen, dass Japan so ziemlich das teuerste Pflaster ist, das ich jemals besucht habe. Eine ganz normale Tasse Kaffe kostet umgerechnet vier Euro und ein durchschnittlicher Mietwagen ist nur mit einem internationalen Führerschein (auf Japanisch übersetzt) für circa 70 Euro pro Tag zu bekommen. Pech für mich, denn ich hatte leider keinen internationalen Schein. Andererseits aber auch wieder egal, denn die meisten Vermietungsfilialen waren ohnehin über die Feiertage geschlossen. Ich brauchte also definitiv ein anderes Transportmittel, um mich und mein Material aus der Stadt an die Küste zu befördern. Schnelle Entscheidung – die U-Bahn.

Nach einer Stunde stieg ich in Kamakura, einem kleinen Surfernest, aus. Toschi, ein Windsurfing-Local, wartete schon mit seinem Auto auf mich. Sein Gesicht zu einem breiten Grinsen gezogen, kam er auf mich zu und fragte: “Did you bring 3,7?” Zuerst konnte ich die Frage nicht so richtig einsortieren. Auf dem Wasser verstand ich dann sofort. Voll angepowert in typhoonartigen Winden mit zum Teil masthohen Sets surften wir uns die Seele aus dem Leib. Und das alles zu Füßen des ehrwürdigen Fujiyama (eigentlich Fujisan), des heiligen Berges Japans. Eine echt abgefahrene Kulisse.

Den gesamten Reisereport über Japan findet Ihr unten als PDF-Download.

Die Mega-City Tokio

 

Das Abenteuer Japan ist intensiv. Überall. Starker Wind, große Wellen und eine Traumkulisse in Kamakura (oben) und Omeazaki (Foto unten).

Das technische Niveau der Surfer ist, was das Wellenabreiten betrifft, extrem hoch – auch wenn sich unter den Einheimischen einige gefährliche Kamikaze-Piloten befinden.

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