Redaktion

Spotguide West-Australien

  • Tilo Eber
14.06.2016

Giftige Tiere, einsame Wüsten und endlose Distanzen – ohne die schon sprichwörtliche Entspanntheit der „Aussies” kommt man in Australien nicht weit. Wer diese erstmal verinnerlicht hat, hat den Blick frei für die Sonnenseiten von „Down Under”: Leere Weltklassespots, zauberhafte Landschaften und natürlich entspannte Locals.

Freddys ist nur mit Allradantrieb erreichbar und noch wenig frequentiert.

Temperaturen weit oberhalb des Wohlfühlbereichs, eine Straße, die den Namen nicht verdient, kein Schatten, keine Menschen, überall nur heißer Sand. Im Schritttempo lenken wir unseren maroden Bulli um Schlaglöcher, von denen jedes einzelne den potenziellen Endgegner des rechten Vorderrads bedeutet. Eins der Radlager ist unüberhörbar gebrochen. Mit jeder Umdrehung sondert es ein Geräusch ab, das inmitten der western-artigen Einöde eine beunruhige Ähnlichkeit mit der quälenden Mundharmonika aus "Spiel mir das Lied vom Tod" hat. Dabei kommen wir uns ohnehin schon vor wie in einer billigen Mischung aus Western, Road-Movie und Horror-Film.

Western-Atmosphäre bieten die "Pinnacles" bei Cervantes. 

Egal ob brüllende Hitze, gähnende Leere oder Fliegen in Nase und Ohren – so manche Unannehmlichkeit auf dem fünften Kontinent lässt sich einfach nicht ändern. Am Besten also, man nimmt es wie ein Australier und stellt sich auf das "daily business" ein – mit guter Vorbereitung und der typischen "no-worries-Mentalität" für alles, was man nicht vorbereiten kann. So lässt sich eine Fahrt ins Outback etwa mit einem Gesichtsnetz gegen Fliegen für fünf Dollar und der Mitgliedschaft in einem Automobilclub für 80 Dollar bereits gehörig entschärfen. Die – wie in unserem Fall – ungünstige Kombination aus Panne plus Funkloch fällt in den Bereich Restrisiko.

Allein ein Trip nach Esperance ist die Reise nach Australien wert. 

Von Ende November bis Ende Februar erreicht der Wind fast täglich Gleitstärke. Wer außerdem bereit ist, je nach Vorhersage, die Spots zu wechseln, kann das Wort "fast" aus dem vorhergehenden Satz streichen. Im Frühjahr und Herbst geht die Windwahrscheinlichkeit deutlich zurück. Das bedeutet, man klemmt sich entweder öfter hinters Steuer oder greift an Flautentagen einfach zum Wellenreiter, denn zu dieser Zeit ist in der Regel auch die Chance auf einen dicken Swell am größten. Fast alle Spots funktionieren mit "Seabreeze", die aufgrund der Temperaturunterschiede zwischen Wasser und heißem Hinterland entsteht, und meist um die Mittagszeit aus Süd bis Südwest einsetzt.

Campen unterm Sternenhimmel der Südküste.

Je weiter nach Norden man sich orientiert, desto stärker und früher setzt diese Thermik ein. In der Gegend um Gnaraloo beginnt die windige Jahreszeit oft schon im September, der Wind weht hier oft mit 25-30 Knoten. Weiter südlich, etwa in Margaret River, funktioniert das Windsystem erst im Oktober/November zunehmend stabil, der Wind bläst hier meist spürbar moderater mit 15-20 Knoten. Eine zuverlässige Windvorhersage für alle Hauptspots gibt’s auf www.seabreeze.com.au . Im Seitenverlauf folgt man "weather", "Western Australia" und findet dann Vorhersagen für die einzelnen Regionen. Sofern die Windrichtung zum jeweiligen Spot passt, kann man grob davon ausgehen, dass es bei gelben Pfeilen in der Windvorhersage bereits für große bis mittlere Segelgrößen reicht. Rote Pfeile verheißen außer Hitze meist nichts Gutes, Grün dagegen bedeutet Druck. Ein 75-Kilo-Surfer greift zur Hauptwindzeit in Australien in der Regel zu einem 4,2er- bis 4,5er-Segel. In Margaret River darf es auch gerne das 4,7er bis 5,3er sein. Präzise Swellvorhersagen bietet www.magicseaweed.com

Den Reisebericht West-Australien mit den folgenden 15 Spots erhaltet ihr als PDF-Download.

1 Gnaraloo 2 Coronation3 Geraldton/Sunset Beach4 Geraldton/Hells Gate 5 Greenhead6 Cervantes7 Lancelin8 Perth/Scarborough9 Perth/Swan River10 Perth/Woodmann's Point11 Perth/Savety Bay12 Maragaret River/Prevelly13 Maragaret River/Redgate14 Peaceful Bay Area15 Esperance

 

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