Redaktion

Deutschland: Wattenmeer - Trip

  • Philipp Brons
17.06.2014

Wieder wie die Lemminge nach Fuerte? Oder mit der Aussicht auf unentdeckte Spots einen Trip ins Ungewisse wagen? Drei Jungs aus dem Norden haben sich für den Plan B entschieden, ein Segelboot gemietet und sich im Wattenmeer auf die Suche nach dem ultimativen Spot gemacht...

  Besser geht’s wohl kaum! Im Priel vor Spiekeroog herrschen Laborbedingungen, die jeden Freestyler und Speedsurfer zu Jubelschreien zwingen.

Die Idee dazu kam uns voriges Jahr auf Fuerteventura, während wir uns einmal mehr über die atomarischen Windbedingungen und das kabbelige Wasser beschwerten. Von Zuhause waren wir andere Bedingungen gewöhnt. Ja, zugegebener Maßen sind wir sogar etwas verwöhnt. Denn die Priele und Sandbänke des Wattenmeeres erschaffen bei Ebbe die besten Bedingungen, die sich Freestyler und Racer vorstellen können – das Wasser ist flach und der Wind weht konstant.

Deshalb waren wir uns einig: Nächsten Sommer bleiben wir Zuhause in Deutschland! Aber einfach nur in der Studentenwohnung oder im Auto zu schlafen, das hatte dann doch etwas zu wenig Urlaubsflair. Denn wenn man Pech hat, erwischt man eine oder sogar zwei windlose Wochen eines Sommerhochs über der Nordsee und sitzt den ganzen Tag nur am Kieler Strand oder geht sich im engen Auto auf die Nerven. Wir waren also auf der Suche nach einer Alternative, die an sich schon interessant genug ist, auch notfalls bei einigen Tage ohne Wind. 

  Ambitioniert, aber mit mäßiger Durchschlagskraft – Tow-in hinter dem Schlauchboot.

Eigentlich brauchen wir nicht lange überlegen, bis uns die Idee einer Kombination aus Segel- und Surfurlaub in den Sinn kam. Ein Segeltrip zu allen Ostfriesischen Inseln mit Surfmaterial im Gepäck, bei dem wir Priele im Wattenmeer erkunden könnten. Je mehr wir uns mit diesem Gedanken beschäftigten, desto deutlicher wurde uns, wie gut dieser Trip werden könnte. Die Flug-, Mietwagen- und Unterkunftskosten könnten wir uns sparen und zusätzlich auf jede Menge Stress wegen Übergepäck am Flughafen verzichten. Über ein paar Ecken organisierten wir uns also das Segelboot eines Bekannten. Es handelte es sich um eine Arion 29, wobei die 29 für die Länge in Fuß steht. Diese Yacht ist sehr ähnlich zu den Charteryachten ohne festen Kiel. Sie verfügt über zwei Kojen mit jeweils zwei Schlafplätzen, eine Küche und ein Bad mit Toilette und integrierter Nasszelle. Gegessen wird entweder unter Deck oder bei gutem Wetter achtern draußen.

Viel zu planen gab es dann im Frühjahr eigentlich nicht mehr, also hielten wir uns beide den August frei und trafen uns ein paar Tage, bevor es losgehen sollte, in Emden, um noch ein paar Arbeiten am Boot zu erledigen. Ein "paar Arbeiten" hieß in unserem Fall Ventile prüfen, Ölwechsel, Reling und Wanten spannen, Mast stellen, die Elektronik sowie Licht und Beleuchtung prüfen und jegliches Holz mit Teak-Öl behandeln. Im Anschluss kauften wir schnell noch die Vorräte auf dem Festland ein, denn am nächsten Morgen sollte es schon zeitig losgehen, da mittags auf Borkum ordentlich Wind angesagt war. 

Um 5:00 Uhr morgens hieß es "Leinen los". Bereits um 6:00 Uhr schleußten wir und kurze Zeit darauf waren wir unter Segeln mit der Tide auf dem Weg nach Borkum. Die Wettervorhersage war eigentlich gut, dennoch schlug das Wetter plötzlich unerwartet um und aus Westen kamen dicke dunkle Wolken, die nicht all zu freundlich wirkten. Nur unter Segel machten wir zwar gute Fahrt, dennoch holte uns das Wetter schnell ein, so dass wir uns aus Respekt vor Gewitter und dem heftigen Regen dazu entschlossen, Delfzjil, einen niederländischen Hafen, anzulaufen. Leider besserte sich das Wetter nicht, so dass wir eine Nacht im Hafen abhängen mussten und so schon mal den ersten guten Surftag verpassten. Ich brauche nicht extra erwähnen, dass die Frage, ob ein Trip nach Fuerte nicht doch besser gewesen wäre, in unseren Köpfen herumgeisterte. . . . 

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