Redaktion

Griechenland: Lesbos

  • Chris Pressler
20.05.2011

Die griechische Insel in der Ägäis avancierte zum Kult bei gleichgeschlechtlichen Paaren. Wer etwas auf sich hält, der gibt seinem Partner hier das Ja-Wort. Chris Pressler und Partnerin Kerstin Reiger sind auch wegen der Liebe auf die Insel gekommen – aber wegen der Liebe zum Windsurfen. Und auch sie fanden hier ihr Glück.

1425 Inseln werden allein in der Ägäis gezählt und 3054 im ganzen Land. Und wir haben uns für die eine entschieden, für Lesbos, die auf der Karte der Windsurfer ein unbeschriebenes Blatt darstellt und vielmehr bei Ornithologen oder gleichgeschlechtlichen Paaren Anklang findet. Wir aber sind auf der Suche nach Wind, der stetig bläst. 

So sollten wir richtig liegen mit unserer Wahl. An der rechten Seite nähert sich Nissiopi der großen Schwester Lesbos und zwängt Wellen durch einen Kanal, an einer Untiefe stellen sie sich auf und brechen sporadisch. Innen liegt eine Art Lagune, die vom Wind voll gestreift wird, aber keine Wellen abbekommt. Wir sind angekommen im kleinen Paradies von Spyros und Marcel, im äußersten Westen der Insel, die aus der Abdeckung der Türkei weicht und Nordwinde ungebremst abbekommt. Bereits am ersten Tag, der Wind pfeift durch Anastasias Villa und gibt das Zeichen zum Aufriggen, werden wir mit unvergesslichen Freeride-Bedingungen in der Lagune von Sigri belohnt. Die weißgekalkten Häuser fliegen am 8,0er-Segel vorbei, und Erinnerungen an frühere Griechenlandtrips werden wach.

Tatsächlich verstärkte sich der für August meist vorherrschende Meltemi während der folgenden Tage und frischte auf über 35 Knoten auf. Adonis fixierte die Waveboards auf dem Pick-up und wir fuhren zu Andromache Beach. Wenn der Meltemi anknallt gibt es dort Wellen und das solltet ihr euch nicht entgehen lassen!” Adonis hatte den Schlüssel für ein Eisentor, welches uns den Weg zum Andromache Beach öffnete. Über das Grundstück der Großgrundbesitzer führte ein verwachsener Weg zum Spot. Lange Gräser kratzten an den Seitenwänden des Pickups, ehe wir am Spot eintrafen. Wellen, produziert in der östlichen Ägäis, brachen in einer sehr kleinen Sandbucht. Sehr böiger Wind knallte auf  Steuerbordbug. In der Startzone war es extrem seicht und das Quadboard erwies sich als perfekte Wahl für den Wellenspielplatz. Die extremen Böen, die um einen riesigen Felsvorsprung biegen, waren gewöhnungsbedürftig, doch die steilen kurzen Wellen erwiesen sich als perfekte Sprungrampen. Gar nicht übel für Griechenland! Andromache kann sich durchaus mit Prasonisi, Ftelia oder Tsoukalia messen. Die Bucht von Andromache kann das Schicksal aller auf eine Prüfung stellen, die zu weit links knapp vor dem Felsen navigieren. Wer zu nah ransurft, kann sein gesamtes Equipment schrotten!

Auch im Süden von Sigri, nahe Limena, sind versteinerte Bäume anzutreffen, die teilweise sogar unter dem Meer liegen und riesige Ausmaße haben. Limena bietet aber nicht nur geologische Funde, sondern auch konstanten Sideshore-Wind. Diesen von Touristen kaum besuchten Freeridespot wollten wir uns nicht durch die Lappen gehen lassen. Südlich des Ortes Sigri führt eine Schotterstraße nach Eressos. Nach ungefähr drei Kilometern Fahrt kommt eine kleine Sandbucht ins Blickfeld. Kleine Inseln reihen sich im Hintergrund an. Und vor der letzten sitzt eine gestrandete Yacht am Riff, was uns in dieser Situation keineswegs aus der Ruhe brachte. Wir lebten unseren Inseltraum. Unzählige Schaumkronen brachten etwas Weiß ins türkis-bläuchliche Wasser, das beinahe an einen überdimensionalen Pool erinnerte. Die nachfolgende FreerideSession wurde zum Highlight unseres Trips. Und die Bedingungen erwiesen sich als so perfekt, dass ich anschließend von Limena nach Sigri und bis zum Center hochkreuzte. Die drei Kilometer Luftlinie waren schnell überwunden. Der Druck im 6,7er- Freeridesegel war einfach perfekt und das Höhelaufen im teilweise spiegelglatten Wasser vor der Festung von Sigri wurde zum Kinderspiel. Irgendwie erwies sich der Meltemi in der nordöstlichen Ägäis als besonders konstant.

Den Reisebericht Lesbos mit folgenden Spots erhaltet ihr als PDF-Download.

Rund 1000 Meter vor der Surfstation in Sigri findet Chris im Channel zwischen Lesbos und der Megalonisi Insel sogar ein wenig Nervenkitzel. Aber das spektakuläre Ambiente ist den Adrenalinschub wert.

Lesbos bietet viel Abwechslung und der Hauptstrand von Sigri liegt idylisch.

 

Der Strand von Limena erfüllt die Pflichten eines Freeride-Spots nahezu vollständig – konstanter Wind, sandiger Boden, glattes Wasser und eine traumhafte Aussicht.

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